Alessa und Valentin berichten über ihre Pflegeausbildung


Alessa und Valentin haben sich entschieden: Sie sind im 1. Kurs der Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann an der Berufsfachschule für Pflege in Neuendettelsau. Beide sind an der Klinik Neuendettelsau eingesetzt.

Warum haben Sie sich für die Ausbildung entschieden? Wie lief der erste Ausbildungstag ab, welche Aufgaben dürfen Sie im Praxiseinsatz schon übernehmen und was halten Sie selbst von der neuen Ausbildungsform?


Darüber hat sich Madlen Sitzmann unterhalten mit:

Valentin Härdtlein: "Ich möchte mit Menschen zusammenarbeiten"

Valentin Härdtlein: Ein angehender Pflegefachmann, der mit Menschen zusammen arbeiten und am Feierabend sagen möchte: "Heute war ein guter Tag!"

Der 25-Jährige hat vor seiner Entscheidung für die Ausbildung zum Pflegefachmann schon eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann absolviert und zwei Semester Wirtschaftsingenieurswesen studiert. 




Warum haben Sie sich für die Ausbildung entschieden?



Nachdem ich schon in mehreren Branchen tätig war und vieles ausprobiert habe, musste ich feststellen, dass alles nicht so sehr zu mir gepasst hat, wie ich mir es vorgestellt habe. Heißt, ich konnte mich mit meiner Arbeit nicht identifizieren und habe mich mit dem was ich getan habe, nicht wohl gefühlt.


Das Gefühl hat mich letztendlich dazu bewegt etwas zu verändern. Meine Freundin spielt auch eine große Rolle, weshalb ich mich für diese Ausbildung entscheiden habe. Sie ist im 3. Ausbildungsjahr und hat mich auch sehr inspiriert. Ich will auf jeden Fall mit Menschen zusammen arbeiten, weil ich einfach glaube, dass das einem ziemlich viel zurück gibt und man am Feierabend sagen kann: „Heute war ein guter Tag!“ und man sich einfach gut fühlt, weil man gutes getan hat.


Wie haben Sie Ihren ersten Ausbildungstag erlebt? 


Mein erster Ausbildungstag fand wegen Corona leider nicht auf Station statt, sondern wir wurden in Schulungsräumen untergebracht und haben uns dort alle zusammen kennengelernt. Im Nachhinein finde ich, dass wir alle das beste aus dieser Situation (Corona) gemacht haben. Natürlich war der erste Tag sehr aufregend. Viele neue Gesichter und Eindrücke. Aber unsere Klasse hat sich von Beginn an sehr gut verstanden. Wir haben Kontakte untereinander geschlossen und uns wurde ermöglicht, dass wir uns auch mit examinierten Pflegekräften unterhalten können, um Fragen zu klären und einen kleinen Einblick in deren Arbeitsalltag auf Station zu bekommen.


Natürlich wurden wir auch dem neuen Pfarrer vorgestellt und waren in der Kirche zur Begrüßung. Anschließend waren wir gemeinsam Mittagessen.


Auf Station war ich auch sehr aufgeregt, bis es endlich los ging. Bei mir kam auch dazu, dass ich keinerlei Erfahrungen in diesem Bereich erlebt habe. Deswegen wusste ich gleich drei mal nicht, was auf mich zu kommen wird.


Im Nachhinein kann ich sagen, dass all die Aufregung für umsonst war, man wurde echt nett empfangen und man hatte das Gefühl, als hätten sich alle ein wenig auf die Schüler gefreut.

Am ersten Tag konnte man natürlich noch nicht viel machen. Bin hauptsächlich mitgelaufen und habe Fragen gestellt.


Worauf freuen Sie sich in der Ausbildung am meisten?


Worauf ich mich am meisten freue kann ich nur schwer beantworten. Ich freue mich wirklich auf jeden Einsatz und Erfahrungen zu sammeln. Ganz besonders freue ich mich auf den Einsatz in der Psychiatrie. Aber sonst muss ich wirklich sagen, freue ich mich auf die drei Jahre im allgemeinen.


Was halten Sie von der generalistischen Ausbildung?


Es ist schwierig, am Anfang viel dazu zu sagen, da ich keine Referenz besitze. Im Grunde finde ich die generalistische Ausbildung echt interessant, weil man so viel Bereiche kennenlernt. Jedoch kann ich mir auch gut vorstellen, dass das eventuell zum Nachteil werden könnte, da die Ausbildung trotzdem nur drei Jahre geht. Sonst wäre man ja mindestens sieben Jahre beschäftigt, alle drei Ausbildungen (Kranken,- Kinder,- Altenpflege) zu absolvieren.
Also ich selbst finde den Gedanken echt gut, weiß aber nicht, wie es dann später in der Praxis wird und ob wir auf dem gleichen Wissensstand sind, wie die bisherigen Absolventen.


Wo möchten Sie nach Ihrer Ausbildung arbeiten? 

Wo genau das weiß ich jetzt noch nicht, da ich zum Halbjahr auch das ausbildungsbegleitende Studium in Erwägung ziehe. Ich bin mit aber schon ziemlich sicher, dass ich in der Krankenpflege bleiben werde.


Wie läuft der Unterricht in der Corona-Zeit ab?


Bis auf das wir im letzten Block immer die Masken aufhatten mussten und das auch im kommenden so sein wird, ist eigentlich alles beim alten. Da wir lange Zeit in Gruppen gearbeitet haben, waren wir sowieso gedrittelt und hatten so weniger Kontakt zueinander. Nachdem wir jetzt im Einsatz waren, müssen wir danach für 14 Tage ins Homeschooling und arbeiten mit der Plattform Moodle.


Welche Aufgaben dürfen Sie im Praxiseinsatz schon übernehmen?


Kommt immer ganz auf die examinierte Pflegekraft an, die man den Tag über begleitet, da sie die Verantwortung trägt. Aber so generell der Umgang mit Vitalzeichen messen und dokumentieren, Betten überziehen, Patienten mobilisieren, Essen eingeben, Blutzucker messen, Körperpflege, usw. gehören zu den alltäglichen Aufgaben, die wir in der ersten Zeit selbstständig erledigen können.


Ist die Ausbildung bisher so, wie Sie sich vorgestellt haben?


Ja, bis jetzt ist die Ausbildung so, wie ich sie mit vorgestellt habe. Natürlich werden noch viele Eindrücke dazu kommen, aber nach 4 Wochen Einsatz bis jetzt bin ich sehr zufrieden und komme mit allem gut klar.



Alessa Raiber: "Ich habe großes Interesse an medizinischem Wissen"

Die 20-jährige hat nach einem Freiwilligendienst in einer stationären Einrichtung für sich entschieden: "Ich möchte Menschen helfen und mit ihnen zusammenarbeiten!"



Warum haben Sie sich für die Ausbildung entschieden? 

Ich habe mich für diese Ausbildung entschieden, weil ich großes Interesse an medizinischem Wissen sowie der menschlichen Anatomie und Biologie habe und Menschen helfen und mit ihnen zusammenarbeiten wollte. Da dieser Beruf dies alles verbindet, und ich bereits ein Jahr im Bundesfreiwilligendienst (BFD) in einer stationären Langzeiteinrichtung absolviert habe, entschied ich mich letztendlich für diesen Beruf.

Wie haben Sie Ihren ersten Ausbildungstag erlebt? 

Mein erster Schultag war geprägt von unterschiedlichen Eindrücken und auch überschattet von der Pandemie. Einige Sachen konnten leider nicht so wie vorher geplant stattfinden und mussten improvisiert werden. Des Weiteren trug jeder selbstverständlich eine Maske, was angesichts der Umstände normal, aber für mich in der Schule einfach ungewohnt war. Mein erster Praxistag war ähnlich. Ich bekam viele Eindrücke, welche ich am Ende des Tages erst einmal sortieren und verarbeiten musste.

Worauf freuen Sie sich in der Ausbildung am meisten?

Ich freue mich am meisten darauf viele verschiedene Stationen kennenzulernen und mein Wissen zu erweitern. Immerhin kann man viel Wissen aus der Ausbildung und dem Beruf auch für sich selbst nutzen. Des Weiteren freue ich mich auf immer neue Herausforderungen sowie die Tatsache, dass man über sich selbst hinaus und als Mensch wachsen wird.

Was halten Sie von der generalistischen Ausbildung?

Ich glaube, dass die generalistische Ausbildung einige Chancen bereit hält, sowohl für die Pflege als auch für die Auszubildenden. Man muss aber erst noch herausfinden, wie man sie am besten in der Praxis umsetzt, da man nun viel mehr (theoretisches) Wissen in der gleichen Zeit vermitteln muss. 

Wo möchten Sie nach Ihrer Ausbildung arbeiten? 

Ich weiß derzeit noch nicht, wo genau ich nach der Ausbildung arbeiten möchte.

Wie läuft der Unterricht in der Corona-Zeit ab?

Der Unterricht während der Corona Zeit wird den aktuellen Fallzahlen und Gegebenheiten angepasst. So wird immer wieder neu entschieden, ob wir nun Präsenz- oder Online Unterricht haben, wobei wir vor dem ersten Praxiseinsatz Präsenzunterricht mit Maskenpflicht hatten.

Welche Aufgaben dürfen Sie im Praxiseinsatz schon übernehmen?

In der Praxis darf ich momentan vor allem Vitalparameter messen und dokumentieren, Berichte schreiben, bei der Körper und Katheterpflege helfen oder diese ganz selbst übernehmen sowie Patienten zu Untersuchungen fahren/abholen und Dinge in das Labor bringen.

Ist die Ausbildung bisher so, wie Sie sich vorgestellt haben?

Ja, tatsächlich ist die Ausbildung bisher so, wie ich sie mir vorgestellt habe. Höchstens, dass sie bisher ein wenig stressfreier ist, als gedacht.


Die generalistische Pflegeausbildung bei Diakoneo

Die Schulstandorte befinden sich in:

  • Neuendettelsau
  • Fürth (früher: Pflegeschule Nürnberg; die praktische klinische Ausbildung findet in erster Linie an der Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik statt)
  • Roth
  • Ansbach
  • Lauf an der Pegnitz
  • Schwabach
  • Schwäbisch Hall

Nächster Start der Ausbildung:  1. September
In Schwäbisch Hall:  1. April und 1. Oktober. Dort ist die Ausbildung auch in Teilzeit möglich.
Weitere Infos sowie die Ausbildungsvoraussetzungen und Bewerbungsmöglichkeiten finden Sie hier:
Pflegeausbildung bei Diakoneo


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