Konzert wurde über den St. Laurentius Kirchenkanal übertragen

Premiere: Viva Voce gaben ein Live-Konzert in der leeren St. Laurentiuskirche. © Diakoneo/Anja Braun

Normalerweise füllt die Ansbacher A-capella-Band Viva Voce die größten Hallen der Region und singt vor ausverkauften Rängen. Doch wie so häufig in dieser Zeit gab es auch für die erfahrene Band eine Premiere: Ein Live-Konzert in einer leeren Kirche, mit Zuschauern, die das Programm in ihren Wohn- oder Krankenzimmern über den Kirchenkanal von St. Laurentius verfolgen.

Aufgrund der Corona-Situation wurde das Konzert live über den Diakoneo eigenen Übertragungskanal in die Neuendettelsauer Wohnhäuser der Diakonissen und der Menschen mit Behinderung geschickt. Auch die Patienten der Klinik Neuendettelsau und die Bewohner des Seniorenzentrums konnten sich über das knapp 40-minütige Konzert freuen.

Pfarrer Dr. Peter Munzert begrüßte das Quintett, das krankheitsbedingt als Quartett aufgetreten ist, in seiner Kirche herzlich mit den Worten: „Sie sind es gewohnt mit Ihrer Musik große Konzertsäle zu füllen - aber heute füllen Sie mit Ihrem Klang, der Atmosphäre und Ihrer Musik unsere Herzen.“ Besser kann man die Stimmung dieses besonderen und außergewöhnlichen Konzertes nicht beschreiben, dass der Neuendettelsauer Bauunternehmer Dr. Johannes Högner gesponsert hat.

Doch was bleibt von Show und Entertainment noch übrig, wenn eine Band nicht mit ihrem Publikum interagieren kann? Es bleiben Momente voller Gänsehaut. Ehrfürchtige, raumfüllende Stille wenn ein Lied präzise und zart im Pianissimo endet. Es bleibt der Eindruck einer besonderen Atmosphäre in der leeren Kirche, die die vier Sänger nur mit ihren Stimmen und ganz ohne Instrumente gefüllt haben. Es bleibt der Eindruck von puren Stimmen, die in absoluter Perfektion bekannte Lieder neu interpretieren und sie sich so zu Eigen machen, die aber auch mit ihren eigenen Kompositionen Ohrwürmer kreieren.

Mit Auszügen aus ihrem Programm "Ein Stück des Weges" kehren die Musiker erstmals ganz bewusst zu ihren Wurzeln zurück, denn die Sänger stammen aus der geistlichen Chorknaben-Tradition des Windsbacher Knabenchores. Deshalb steht "Ein Stück des Weges" an sich schon für einen gewollten Gegensatz zu den großen Bühnenshows mit Lichteffekten und Choreografien. Die Auswahl der Lieder war eine Vielfalt aus neuen und altbekannten Eigenkompositionen, wie dem für den Kirchentag 2004 geschriebenen Mottosong „Du bist da“, Gospels wie „Gentle Shepard“ oder auch das eigens für dieses Konzert geschriebenen Lied über die Schönheiten Neuendettelsaus.

Spätestens als gegen Ende des Konzerts, zahlreiche Beatles-Klassiker wie „Twist and Shout“ und „Yellow Submarine“ in ein Gute-Laune-Medley gepackt wurden, waren alle Zuschauerinnen und Zuschauer vor den TV-Geräten in Mittanz, -klatsch und –feierlaune.

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