Faschings-Sonntag mit gereimter Predigt

Liebe Gemeinde,

in dieser Geschichte wird erzählt:

Maria hat das gute Teil erwählt.

Während Marta sich mühte und plagte,

an all den Gastgeberinnen-Pflichten fast verzagte,

setzte sich Maria in aller Ruh,

zu Jesus und hörte ihm zu.

 

Zu dieser Zeit war das ein Skandal,

sowas gab es kaum ein zweites Mal:

Eine Frau beim Studieren

- und nicht beim Gläser-Polieren!

Und obwohl die brave Marta sich auch prompt beschwert,

wird sie eines Besseren belehrt.

Denn in dieser Geschichte wird erzählt:

Maria hat das gute Teil erwählt.

 

Was andre denken, ist ihr egal,

sie trifft ihre eigne Wahl.

Sie weiß, was für sie gut ist und was sie braucht,

auch wenn ihre Schwester mosert und faucht.

 

Und vielleicht erkennen wir nun heut:

Wir sind ja noch ganz ähnliche Leut.

Wenn wir uns mit etwas mühn und plagen,

sind wir manchmal schnell dabei, zu sagen:

Alles muss ich alleine tun,

hab keine Zeit, mich auszuruhn.

Wie die andern, die sitzen herum so faul,

während ich mich abrackere wie ein Ackergaul.

 

So würde Marta vielleicht heute klagen.

Dann könnten wir ihr wieder sagen:

In dieser Geschichte wird erzählt:

Maria hat das gute Teil erwählt.

 

Manche denken nun vielleicht: Sitzen und hören ist gut und fein.

Doch auch dabei stellt sich Hunger ein.

Manche sehe ich schon nicken,

sie spürn bereits den Magen zwicken.

Woher soll das Essen kommen,

wenn alle chillen, wie die Frommen?

Wenn alle nur noch hören und studieren,

wie soll dann überhaupt noch etwas funktionieren?

Und, natürlich darf man nicht vergessen:

Jesus und seine Jünger wollten selbstverständlich auch was essen.

Dennoch: In dieser Geschichte wird erzählt:

Maria hat das gute Teil erwählt.

Was will uns das jetzt heute sagen?

Nun, ich meine, es geht schon ums Plagen:

Wie oft machen wir uns Müh und Sorgen,

wie oft sind wir in Gedanken schon bei Morgen?

Anstatt im Jetzt, im Augenblick zu leben

und unsre Sorgen bei Jesus abzugeben.

 

Er sagte zu Marta: Eins aber ist not, das ist jetzt wichtig.

Setz also deine Prioritäten richtig!

Wir alle schätzen gutes Essen

Doch sollen wir darüber nicht vergessen:

Auch Geist und Seele brauchen Futter,

wie der Bauch das Brot mit Butter.

 

Um aktiv und tätig sein zu können,

sollten wir uns auch die Ruhe gönnen.

Denn in Gottes Wort und im Gebet liegt große Kraft,

mit der man Vieles leichter schafft.

Auch in dieser Geschichte wird erzählt:

Maria hat das gute Teil erwählt.

 

Es geht also nicht nur ums Tun und Machen,

denn da gäbe es viel Tausend Sachen.

Wir haben einen Gott der Gnade,

und der fände es sehr schade,

wenn wir vor lauter Gerenne und Spätzle schaben

keine Zeit mehr für ihn haben.

 

Gottes Liebe ist nicht zu verdienen und zu kaufen,

da können wir noch so geschäftige Marathons laufen.

 

Gottes Liebe ist ein Geschenk, gratis und frei.

Daher, liebe Leute, lasst die Schufterei.

 

Eins aber ist not, das ist jetzt wichtig:

Setzt eure Prioritäten richtig!

In dieser Geschichte wird erzählt:

Maria hat das gute Teil erwählt.

 

Geliebt von Jesus sind beide: Marta und Marie,

doch Marta steht dem Burnout näher als die.

Setzt Euch also Jesu zu Füßen und hört ihm zu,

gönnt Euch ab und zu die Ruh.

Dabei muss keine*r in der Küche schwitzen:

Bestellt Euch einfach ein paar Pizzen!

Amen.