Predigtreihe "Zukunft" der Augustana-Hochschule
Predigttext: Ps 85,9–14, Prof. Dr. Stefan Seiler
Liebe Gemeinde,
vor einigen Jahren hat die deutsch-französische Politikwissenschaftlerin Florence Gaub ein Buch mit dem schönen Titel »Zukunft – eine Bedienungsanleitung« herausgegeben.[1] Darin beklagt sie, dass wir den vor uns liegenden Entwicklungen oft zu passiv begegnen. Viele Menschen seien der Ansicht, dass man auf die Zukunft, die ihrer Meinung nach von unkontrollierbaren Kräften gesteuert werde, ohnehin keinen Einfluss nehmen könne – und so stehe man ihr geradezu wie »erstarrt« und »gelähmt« gegenüber. Sie schreibt: »Anstatt zu handeln, Entscheidungen zu treffen, uns etwas vorzustellen und die Zukunft zu beeinflussen, tun wir nichts. Wir geben die Zukunft quasi auf.«[2] –
Dem stellt sie einen Entwurf gegenüber, der bis in das 16. Jahrhundert zurückreicht: Im Jahr 1516 hat der englische Philosoph Thomas Morus einen bekannten Roman mit dem Titel »Utopia« verfasst, in dem er eine aus seiner Sicht ideale Gesellschaftsform beschreibt: Alle Bürger sind in ein festes soziales Netz eingebunden, alle haben Arbeit – es gibt Religionsfreiheit und Bildungsmöglichkeiten für Mann und Frau. Mit solchen »Visionen«, die durchaus das Potenzial zu ihrer Verwirklichung in sich tragen, kann man nach Florence Gaub die Zukunft aktiv mitgestalten, ohne dabei in ein unrealistisches Wunschdenken zu verfallen. Sie schreibt: »Die Zukunft ist kein statischer Fakt, sondern der Möglichkeitsraum, den man immer wieder daraus macht ( ... ). Was also nötig ist, sind Utopien oder, für wen dieses Wort zu pathetisch ist, neue Ideen.«[3]
Diese »neuen Ideen« reichen allerdings deutlich weiter zurück als bis ins 16. Jahrhundert. Bereits die Verfasser der Bibel Alten und Neuen Testaments haben solche »Möglichkeitsräume« entworfen. Eines dieser Zukunftsbilder findet sich im 85. Psalm, in dem sich die Gemeinde zunächst an eine vergangene – geradezu »paradiesische« – Heilszeit erinnert (V.2–4), die allerdings im Kontrast zu ihrer gegenwärtigen ziemlich trostlosen Lage steht (V.5–8).
Manche Ausleger denken dabei an die Erfahrungen der Rückkehrer aus dem Exil, die in ihrer Heimat eben keine »blühenden Landschaften« vorfanden, sondern immer noch zertrümmerte Häuser und karge Lebensbedingungen; auch der Tempel lag weiterhin in Schutt und Asche. Hinzu kam, dass manche Judäer nicht gerade auf die Wiederkehr ihrer Stammesgenossen gewartet hatten, da nun Konflikte um die Nutzungsrechte von Boden und Immobilien zu befürchten waren. Soziale Spannungen, Unfriede und gesellschaftliche Zerwürfnisse waren also vorprogrammiert.
Und nun scheint genau in dieser Situation ein Priester oder eine prophetische Gestalt aufzutreten, die der Gemeinde eine Art »Heilsorakel« übermittelt, das – um es mit den Worten Florence Gaubs zu formulieren – einen »Möglichkeitsraum« beschreibt – und einen »Gegen-Entwurf« zu der wenig hoffnungsvollen Lage in Judäa vorlegt. Ich lese aus Ps 85 die Verse 9–14:
9 Ich will hören, was Gott der Herr redet,
dass er seinem Volk und seinen Frommen gegenüber
von Frieden redet,
damit sie nicht wieder in Torheit geraten.
10 Gewiss ist denen, die ihn fürchten, seine Rettung nahe,
damit Herrlichkeit in unserem Land wohne.
11 Güte und Treue begegnen einander,
Gerechtigkeit und Friede küssen sich.
12 Treue sprosst aus der Erde hervor,
und Gerechtigkeit blickt vom Himmel herab.
13 Auch erweist der Herr Gutes,
und unser Land bringt seinen Ertrag.
14 Gerechtigkeit geht vor ihm her
und soll den Weg seiner Schritte bestimmen.
1. Zukunfts-Ängste
Liebe Gemeinde, als einen »Gegen-Entwurf« zu den vorherrschenden gesellschaftlichen Realitäten habe ich diese Verse bezeichnet. Auch wenn sich die äußeren Verhältnisse in unserem Land heute von den von mir angedeuteten damaligen grundlegend unterscheiden, sind doch manche sozialen Probleme – in ihrer Grundstruktur – durchaus miteinander vergleichbar. Ich habe von den sich anbahnenden Konflikten und Zerwürfnissen im antiken Judäa gesprochen. Blenden wir einmal kurz hinüber in die Gegenwart:
Nach einer Studie der Universität Dresden nehmen 81% der Deutschen ihr Land als gespalten wahr. Dabei wäre der »ideologische« Dissens, der die inhaltlichen Meinungsunterschiede betrifft und zum Wesen einer Demokratie dazugehört, weniger problematisch – gefährlich und für unsere Demokratie bedrohlich ist vielmehr die »affektive« Polarisierung, die mit einer emotionalen Abwertung Andersdenkender einhergeht – und aus politischen Gegnern im wahrsten Sinne des Wortes »Feinde« macht. Laut der Dresdner Studie ist die emotionale Aufladung beim Thema »Klimaschutz« besonders hoch. Ungefähr der jeweils gleiche Anteil der Befragten tendiert entweder zu der Ansicht, dass die aktuellen politischen Maßnahmen noch nicht weit genug gingen – oder bereits jetzt viel zu weit reichten.[4]
Ein Indiz für die besorgniserregende Spaltung der Gesellschaft sind die tätlichen Angriffe auf Politiker und Politikerinnen, die sich im letzten Jahr gehäuft haben. So musste der Bürgermeister einer bayerischen Kleinstadt erleben, wie sein Auto, das er auf dem elterlichen Hof geparkt hatte, in Flammen aufging; dem waren bereits andere Drohungen und Anfeindungen vorausgegangen. Er sah keinen anderen Ausweg, als sein Amt mit sofortiger Wirkung niederzulegen, um die eigene Gesundheit und die seiner Familie nicht aufs Spiel zu setzen. Ähnlich erging es einer Europa-Politikerin in Frankfurt, deren Haus attackiert wurde – ebenso wie das Auto ihres Mannes. (Unter solchen Bedingungen ist es nicht verwunderlich, wenn sich die Bewerbungen für politische Mandate immer schwieriger gestalten.[5]) Auch wenn sich die von mir beschriebene Spaltung nicht immer so radikal und so drastisch darstellt, wie dies jene Politiker erleben mussten, ist sie doch ein – beunruhigendes – Merkmal unserer Gesellschaft und führt nicht selten dazu, dass die unterschiedlichen Gruppen kaum mehr miteinander kommunizieren.
2. »Möglichkeits-Räume«
Diese Situationsanalyse kann – nicht zu Unrecht – Zukunftsängste heraufbeschwören. Im Sinne der von mir eingangs erwähnten Politikwissenschaftlerin Florence Gaub gilt es, dem Visionen, Utopien, neue Ideen entgegenzusetzen. Einen solchen »Zukunfts-Traum«, der, wie gesagt, durchaus das Potenzial zur Verwirklichung in sich trägt, schildern nun die von mir zitierten Psalmverse, auf die man sich, wie es zu Beginn heißt, mit aller Aufmerksamkeit konzentrieren soll: »Ich will hören, was Gott der Herr redet …«
Da ist von heilsamen Kräften die Rede, die unsern Umgang miteinander prägen könnten, um der Gesellschaft eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. Genau genommen sind es vier »Personen«, die hier miteinander interagieren. Abstrakten Begriffen wird so im wahrsten Sinne des Wortes »Leben« eingehaucht. Auf der (sprachlichen) Bühne erscheinen: die »Güte«, die »Treue« (die man auch als »Wahrheit« interpretieren kann), die »Gerechtigkeit« und der »Friede«.
Da es sich (mit einer kleinen Ausnahme [V.12a]) offenbar um lebendige Figuren handelt, lassen wir sie doch selbst einmal zu Wort kommen, damit sie sich uns kurz vorstellen:
- »Gestatten: Ich bin die ›Güte‹, bei der ihr vielleicht im ersten Moment an einen Menschen denkt, der anderen wohlgesonnen ist, warmherzig, freundlich und immer sehr nachsichtig – um nicht zu sagen: ›nach-giebig‹. – Das stimmt so nur zum Teil. Jedenfalls geht es bei mir nicht nur um die Gesinnung. Ich setze mich tatkräftig für Menschen ein, die von Unglück und Not betroffen sind. Und übrigens: Auf mich kann man sich – immer – verlassen!«
- »Da kann ich gut anknüpfen«, fährt die »Treue« fort. »Zuverlässigkeit und Beständigkeit in Tat und Wort – das sind meine Maximen; deswegen bin ich auch ›wahrhaftig‹. Gott selbst hat mich als seine Begleiterin auserwählt – und sich so für immer mit euch verbündet. Die einzig naheliegende Antwort darauf kann eigentlich nur das Vertrauen sein.«
- »Wenn ihr Gerechtigkeit hört«, schaltet sich die dritte »Heilsfigur« ein, dann kommen euch vielleicht Vorstellung von fairer Chancenverteilung in den Sinn. Das wäre allerdings zu wenig. Ich bin dafür zuständig, dass die Schwächsten in eurer Gesellschaft vor Unterdrückung und Willkür bewahrt bleiben und niemand Opfer von Gewalt wird. ›Solidarität‹ – das habe ich mir auf die Fahnen geschrieben!«
- Last but not least kommt auch der »Friede« – »Schalom« – zu Wort: »Dass es keine Kriege mehr gibt, wo ich regiere – ja, das stimmt schon auch. Aber das ist nur die halbe Wahrheit: In meiner Gegenwart sind die Menschen zufrieden, glücklich, gesund – es geht ihnen rundum gut; es ist alles ›intakt‹. Und keiner missgönnt es dem andern.«
Liebe Gemeinde, in dieser kleinen »Vorstellungsrunde« ist vielleicht schon deutlich geworden, dass jene vier Wesen in der ein oder anderen Weise auf eine »Gemeinschaft« bezogen sind und sie fördern – sei es die Beziehung untereinander, sei es diejenige zu Gott. Damit hängt zusammen, dass es sich bei ihnen nicht um »Tugenden« handelt, über die ein Mensch verfügt, sondern um wirksame Kräfte, die uns gewissermaßen von außen in Bewegung setzen wollen, um dem – irdischen oder himmlischen – »DU« in Liebe begegnen zu können. Diese Dynamik – ich habe es bereits angedeutet – kommt auch darin zum Ausdruck, dass sie miteinander »Umgang pflegen«:
- »Güte und Treue bzw. Wahrheit begegnen einander« – das könnte bedeuten: Eine Wahrheit, die Probleme zwar genau analysiert und richtig benennt, aber ohne Rücksicht auf die Empfindungen des Gesprächspartners, wird sehr schnell kaltherzig und lieblos.
- Ähnlich ist es bei Gerechtigkeit und Frieden, die einander küssen: Ein aufgezwungener Gewaltfriede, der einer Partei ihre Würde nimmt und ihr ihr gutes Recht vorenthält, wird nie dauerhaft Bestand haben – was aktuell sicher bei allen vorstellbaren Lösungsansätzen zur Beendigung des Ukraine-Krieges mit einzubeziehen wäre.
Es kommt also nicht nur auf die vier »Heilsgrößen« als solche an, sondern auch auf das dazwischen stehende »und«, das sie verbindet.
Gerade das letzte von mir erwähnte »Paar« hat die bildende Kunst seit dem Mittelalter inspiriert. Gerne hat man »Justitia« (die Gerechtigkeit) und »Pax« (den Frieden) als zwei Frauen oder Engelswesen dargestellt, die sich einander liebevoll zuwenden und in dieser Verbundenheit die Basis für ein gelingendes gesellschaftliches Zusammenleben bilden.
- Die älteste Darstellung, die Sie auf der Vorderseite des Textblatts sehen, stammt aus dem 9. Jahrhundert. Sie ist dem sog. »Stuttgarter Psalter« entnommen – einer karolingischen lateinischen Bilder-Handschrift, die ursprünglich in einer Abtei nahe bei Paris entstanden ist. Gerechtigkeit und Frieden umarmen sich gerade und geben sich den (ursprünglich wohl aus dem höfischen Zeremoniell hervorgegangenen) Begrüßungskuss.
- Das nächste Bild oben auf der Rückseite führt uns nach Gotha, wo Herzog Ernst der Fromme im 17. Jahrhundert residierte (1640–1675) und aus Anlass des Westfälischen Friedens zur Beendigung des Dreißigjährigen Krieges ein besonderes Emblem über dem Nordportal seines Schlosses »Friedenstein« (nomen est omen!) anbringen ließ. Darauf sind Justitia und Pax mit ihren Attributen – der Waagschale und dem Schwert einerseits sowie dem Palmwedel andererseits – gut zu erkennen. Auffallend ist, dass sie sich nicht nur umarmen, sondern sich ziemlich stürmisch und leidenschaftlich küssen. Umgeben ist die Szene von dem programmatischen – und sehr »realitätsbezogenen« – Schriftzug: »Friede ernähret – Unfriede verzehret«.
- Und schließlich kommen wir bei der dritten Darstellung nach Franken – nämlich in die Spitalkirche Bayreuth, die im 18. Jahrhundert (neu) errichtet worden war. Vorne an der Kanzel – genau dort, wo der Prediger oder die Predigerin ihre Aufzeichnungen hinlegen – hat der Bildhauer Johann Gabriel Ränz zwei Putten – zwei kleine Engelsgestalten – angebracht, die kurz davor sind, einander zu küssen. Übrigens hielten in der Nazizeit die sog. »Deutschen Christen« in dieser Kirche ihre Gottesdienste ab, da sie der Stadt gehörte. Das war bekanntlich eine Strömung, die den Protestantismus mit der Ideologie des Nationalsozialismus verbinden wollte, sich am sog. »Führerprinzip« orientierte und antisemitische Überzeugungen vertrat. Die »Deutschen Christen« gibt es nicht mehr – Gott seiʼs gedankt. Die beiden Engel sind immer noch da. Gerechtigkeit und Friede haben den längeren Atem behalten!
3. Zukunft als »ad-ventus«
Liebe Gemeinde, die vier »Heilsfiguren«, wir nun etwas näher betrachtet haben, wollten sich uns nicht nur vorstellen, sondern uns auch dazu einladen und motivieren, unser gesellschaftliches Zusammenleben von ihnen prägen und bestimmen zu lassen. Auch wenn wir ernsthaft dazu bereit sind, machen wir freilich nicht selten die Erfahrung, dass wir an den hohen Ansprüchen dieser vier »Persönlichkeiten« scheitern – oder es gelingt uns nicht, jenes »und«, von dem ich sprach, zu realisieren – also etwa: dem Mitmenschen offen die Wahrheit zu sagen »UND« ihm zugleich mit Güte und Verständnis zu begegnen.
Die Lyrikerin Eva Zeller (1923–2022) hat in einem Gedicht den Finger in diese Wunde gelegt. Sie schreibt:
»Gerechtigkeit und Frieden
küssen sich nur in den Psalmen,
aber da küssen sie sich,
lagern sich zusammen
wie zwei Atome
ein und desselben Moleküls;
im vergrößerten Modell
ist zu sehen,
wie ineinander verschmolzen sie sind.
schade
um diesen hinreißenden
Entwurf.«[6]
»Schade« – so ist dieses Gedicht auch überschrieben. Etwas Entscheidendes scheint da noch zu fehlen. Was es noch bräuchte, wird vielleicht klarer, wenn wir uns einen Moment lang über das deutsche Wort »Zu-kunft« Gedanken machen. »Zukunft« ist – genau genommen – nicht das, was sein wird (lateinisch: »futurum«), sondern »Zukunft« ist das, was kommt – was auf uns »zu-kommt« (lateinisch: »ad-ventus«). Und dieses Verständnis lässt sich durchaus mit unseren christlichen Überzeugungen in Verbindung bringen. Hier spielen »Vorhersagen« künftiger Ereignisse eine eher untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist, dass wir einen erwarten, der uns begegnen will und seine Verheißungen einlöst. Das gilt schon jetzt in der Gemeinschaft mit Gott, das gilt umso mehr bei der »Wieder-kunft« des Messias. Jürgen Moltmann schreibt dazu: »Gottes Zukunft ist nicht, daß er sein wird, wie er war und ist, sondern daß er in Bewegung ist und auf die Welt zukommt. Gottes Sein ist im Kommen, nicht im Werden.«[7]
Und so können wir – umgekehrt – als Christinnen und Christen nicht von der »Zukunft« sprechen, ohne die »Hoffnung« in den Blick zu nehmen, die »Zwillingsschwester« des Glaubens. Sie eröffnet einen Übergangsraum zwischen dem, was wir in dieser Welt vorfinden – und dem, was unter Gottes Einfluss sein könnte.
- Wer von der Hoffnung lebt, der überschreitet Grenzen – Grenzen, die über den Horizont der uns umgebenden sog. »Wirklichkeit« hinausführen.
- Wer von der Hoffnung lebt, der lässt sich inspirieren von den wunderbaren Bildern des Kommenden, die sich bereits in der Hebräischen Bibel finden – wie das in bunten und kräftigen Farben gestaltete Gemälde von dem großen Festmahl der künftigen Heilszeit (vgl. Jes 25,6–12).
- Und wer von der Hoffnung lebt, weiß schließlich, dass diese verheißungsvolle Zukunft in Jesus Christus bereits angebrochen ist und sich überall dort verwirklicht, wo Menschen heil werden.
Solche Hoffnung kann niemand aus sich selbst heraus erzeugen oder »produzieren«. Sie ist eine von Gott in uns hineingelegte Gabe, um die wir freilich bitten können.
Ich schließe mit Gedanken des Schriftstellers Hanns-Dieter Hüsch (1925–2005), der sich gerade von dieser Hoffnungsthematik hat inspirieren lassen und unseren Psalm entsprechend weitergeführt und eindrucksvoll ausgestaltet hat:
»Die Bäume werden in den Himmel wachsen,
dass ihre Kronen das Licht trinken,
ihre Wurzeln aber sind fest vergraben
in der Erde.
Die Träume werden in den Himmel wachsen,
dass sie sich ausbreiten und entfalten
bis zum Himmelszelt
und wieder zurück auf die Erde;
geerdete Träume bekommen Hand und Fuß.
Güte und Gerechtigkeit begegnen sich wieder,
Gerechtigkeit und Frieden küssen sich.
Die Treue wächst auf der Erde,
und die Gerechtigkeit schaut vom Himmel herab.
Mit meinem Leben wachse ich
dem Himmel entgegen,
und der Himmel kommt (!) mir entgegen;
er breitet sich unter meinen Füßen aus
wie Hände, die mich halten.
Ich möchte Leuchtspur zum Himmel sein,
damit die Wege zu ihm begehbar und hell werden. ( … )
Die Treue wächst auf der Erde,
und die Gerechtigkeit schaut vom Himmel herab.
Gott sei Dank.«[8]
Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.
[1] Florence Gaub, Zukunft: eine Bedienungsanleitung, 2. Aufl. 2025 München.
[2] Ebd., 16.
[3] Ebd., 188f.
[4] Tagesspiegel vom 14.10.2025.
[5] Fränkische Landeszeitung vom 14.11.2025.
[6] Eva Zeller, Ein Stein aus Davids Hirtentasche: Gedichte, Freiburg i. Br. u. a. 1992, 51.
[7] Jürgen Moltmann, Das Kommen Gottes: christliche Eschatologie, Gütersloh 2. Aufl. 2005, 40.
[8] Hanns Dieter Hüsch u. Uwe Seidel, Ich stehe unter Gottes Schutz: Psalmen für Alletage, Düsseldorf 13. Aufl. 2014, 56.