Fachtagung für Führungskräfte diakonischer Sozialunternehmen in Deutschland
in der Evangelischen Akademie Tutzing
AUFEINANDER HÖREN - MITEINANDER REDEN
Diakonie | Demokratie | Dialog
Anmeldung zur Fachtagung in Tutzing
Die Diakonie steht in einem unverbrüchlich engen Verhältnis zur liberalen, rechtsstaatlichen Demokratie. Sie tritt für die Achtung der Würde und der Rechte einer jeden Person ein und widerspricht allen Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Wer diese Grundsätze der liberalen rechtsstaatlichen Demokratie ablehnt, steht damit zugleich auch im Widerspruch zu den Grundsätzen der Diakonie.
Gleichwohl gibt es unter den Mitarbeitenden der Diakonie zahlreiche Wähler und Wählerinnen, teils auch Mitglieder von politischen Gruppierungen, die diesen Grundsätzen der rechtstaatlichen Demokratie skeptisch gegenüberstehen oder sie ablehnen. Immer häufiger zeigen sich insbesondere rechtspopulistische und teils auch rechtsextreme Gedanken.
Moralische Entrüstung über extreme politische Überzeugungen oder die Proklamation von roten Linien helfen nicht weiter. Notwendig ist vielmehr das Gespräch. Es geht darum, zu reden, zu verstehen und zu widersprechen. Führungskräfte der Diakonie müssen Auseinandersetzungen in der Sache führen, dürfen aber die Anerkennung von Wert und Würde einer jeden Person auch Trägern und Trägerinnen extremer politischer Überzeugungen nicht verweigern.
Doch wie gelingt es, offen zu bleiben und verstehen zu wollen, aber trotzdem klare Positionen zu behalten? Wie lassen sich die kommunikationsethischen Probleme solcher Gespräche beschreiben? Welche theologischen Hintergründe gelten in der Diakonie für solche Gespräche? Gibt es Regeln solcher Kommunikation und wie lassen sie sich durchsetzen? Hat die Diakonie zunehmend auch die Aufgabe der Bildung zur Demokratie und wie könnte sie sie wahrnehmen?
Diskutieren Sie mit uns am Buß- und Bettag 2025 auf der Fachtagung in Tutzing, wie Gespräche über Demokratie, Menschenrechte und Vielfalt geführt werden können – theologisch fundiert, kommunikativ klug und praxisnah.
Vorträge
- Einführung aus Sicht der Diakonie
Rüdiger Schuch, Präsident der Diakonie Deutschland - Wie hältst Du´s mit der Demokratie in der Diakonie? Eine ethische Problemskizze
Prof. Dr. Reiner Anselm - Wie geht man als Mitarbeiter um mit Spannungen zwischen eigenen Überzeugungen und Grundsätzen der der Diakonie?
Podiumsdiskussion mit Sybille Giel - Reden ohne Riss- Wie Regeln Polarisierung abfedern können
Dinner Speech mit Alexander Sängerlaub - Wie reden wir? Theologische Aspekte der Auseinandersetzung mit Überzeugungen
Prof. Dr. Christian Albrecht, LMU - Diakonische Unternehmen als Orte der Demokratiebildung. Wie Corporate Political Responsibility (CPR) gestaltet werden kann
Prof. Dr. Anika Christina Albert
World Café
Beim World Café verbinden wir inspirierenden Austausch mit der Möglichkeit, frische Luft zu schnappen oder bei einer Tasse Kaffee ins Gespräch zu kommen. Raum für Begegnungen, neue Ideen und spannende Perspektiven.
Rüdiger Schuch
Rüdiger Schuch ist seit 2024 Präsident der Diakonie Deutschland und Vorstandsvorsitzender des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung.
Zuvor leitete er das Evangelische Büro NRW und war Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Perthes-Stiftung e.V. Schuch hat evangelische Theologie studiert und war als Superintendent und Pfarrer tätig. Geboren 1968 im Ruhrgebiet, ist er verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.
Professorin Dr. Anika Christina Albert
Professorin Dr. Anika Christina Albert ist Juniorprofessorin für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement an der Universität Bielefeld. Am dortigen Institut für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement (IDWM) forscht sie unter anderem zu Fragen der Menschenwürde und Lebensqualität im Spannungsfeld von Alter, Demenz und Technik.
Nach ihrem Studium der Evangelischen Theologie in Marburg und Heidelberg wurde sie 2011 Pfarrerin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und promovierte mit einem diakoniewissenschaftlichen Schwerpunkt. 2020 ergänzte sie ihr Profil mit dem Master „Management in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen“.
Als Herausgeberin des Sammelbandes „Diakonie zwischen Inklusion und Exklusion. Selbst- und Fremdbilder wahrnehmen, reflektieren, gestalten“ setzt sie sich intensiv damit auseinander, wie Teilhabe in einer pluralen Gesellschaft gelingen kann.
Prof. Dr. Reiner Anselm
Reiner Anselm ist seit 2014 Professor für Systematische Theologie und Ethik an der LMU München. Seine Schwerpunkte liegen in politischer Ethik, Bio- und Medizinethik sowie der Weiterentwicklung eines „Öffentlichen Protestantismus“. Er war zuvor Professor in Jena und Göttingen, Gastprofessor in Zürich und Mitgründer des Zentrums für Religion, Wirtschaft und Politik.
Nach seinem Theologiestudium promovierte er 1993, habilitierte sich 1998 und wurde Pfarrer der Bayerischen Landeskirche. Neben Forschung und Lehre engagiert er sich im Wissenstransfer zur Kirche und Öffentlichkeit, ist Mitglied des Bayerischen Ethikrats und leitet im EKD-Kammernetzwerk den Bereich Kirche und Gesellschaft. Er ist Mitherausgeber mehrerer Fachpublikationen und Autor zahlreicher Beiträge zur evangelischen Ethik.
Sybille Giel
„Was hält diese Gesellschaft zusammen?“ – diese Frage treibt Sybille Giel an. Als erfahrene Journalistin und langjährige Leiterin der Redaktion Gesellschaft und Familie beim Bayerischen Rundfunk gestaltet sie Debatten zu Politik, Gesundheit, Integration, kultureller Vielfalt und Zivilgesellschaft.
Sie moderiert hochkarätige Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen, ist Gründerin des BR-Diversity-Beirats und engagiert sich in zahlreichen gesellschaftlichen Initiativen. Mit Sendungen wie Nah dran auf Bayern 2, Podcasts wie Die Neue Norm und ihrem Einsatz für Inklusion und Toleranz prägt sie den öffentlichen Diskurs in Bayern und darüber hinaus.
Alexander Sängerlaub
Alexander Sängerlaub ist Gründer und Geschäftsführer des Think Tanks futur eins und einer der gefragtesten Experten für digitale Öffentlichkeiten, Desinformation und konstruktiven Journalismus in Deutschland. Er beriet u.a. die Bundeszentrale für politische Bildung, entwickelte Projekte wie den Fake Train mit Rezo, leitete beim Bonn Institute das Programm „Zukunft des Journalismus“ und war Mitautor der preisgekrönten Studie Quelle: Internet?.
Er war Speaker auf internationalen Konferenzen wie der re:publica, Gast beim Deutschen Bundestag und bei EU-Institutionen, und seine Arbeit wurde u.a. in der New York Times, dem Deutschlandfunk und der Süddeutschen Zeitung vorgestellt. Mit seiner Dinner Speech bringt er fundiertes Wissen, Erfahrung und neue Perspektiven für eine respektvolle Diskussionskultur mit.
Prof. Dr. theol. Christian Albrecht
Prof. Dr. theol. Christian Albrecht ist Professor für Praktische Theologie an der Evangelisch-theologischen Fakultät der LMU München sowie Leiter des Evangelischen Pressearchivs der LMU.
Darüberhinaus ist er Mitglied im Vorstand des Münchner Kompetenzzentrums Ethik (MKE) der LMU, Vertreter der Evangelisch-Theologischen Fakultät der LMU in der Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und Mitglied des Senats der LMU München. Christian Albrecht ist verheiratet und hat vier Kinder.
Kontakt
Diakoneo KdöR
DiaLog Akademie
Wilhelm-Löhe-Straße 23
91564 Neuendettelsau
Tel.: +49 9874/8-2675
E-Mail: info@dialogakademie.de
Zur Anmeldung der Fachtagung in Tutzing
Tagungszeitraum
19. und 20. November 2025
Tagungsbeginn:
19. November 2025: 12:30 Uhr
Tagungsende:
20. November 2025: 12:30 Uhr
Tagungsgebühr
590,00 €
In der Tagungsgebühr sind alle Pausengetränke und
Snacks, Abendessen, die Getränke beim Get-Together sowie eine Übernachtung mit Frühstück enthalten.
420,00 € (ohne Übernachtung und Frühstück)
In der Tagungsgebühr sind alle Pausengetränke und
Snacks, Abendessen sowie die Getränke beim Get-Together enthalten.
Rücktritt
Ein Rücktritt von Ihrer Anmeldung ist bis einschließlich 01.11.2025 möglich.
Abzüglich einer Bearbeitungsgebühr von 30,00 € erstatten wir Ihnen die Tagungsgebühr in diesem Fall zurück.
Bei einer Stornierung nach Ablauf der angegebenen Frist behatlen wir uns vor, den vollen Rechnungsbetrag als Stornokosten zu berechnen.
Informationen
Zielgruppe: Die Tagung richtet sich an alle Interssierten aus unterschiedlichen Führungsebenen und Arbeitsbereichen.
Übernachtung: In der Evangelischen Akademie Tutzing stehen gegebenenfalls nicht für alle Teilnehmer*innen Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung. In diesem Fall stehen weitere Hotelzimmer in der Nähe der Akademie zur Verfügung. Die Tagungsgebühr ändert sich in diesem Fall nicht. Die Belegung der Zimmer erfolgt nach Anmeldeeingang.
E-Mobilität: Es stehen zwei geregelte E-Ladesäulen auf dem unteren Parkplatz der Akademie (hauseigene, ökologische Stromherstellung) sowie zwei öffentliche Ladesäulen in der Schlossstraße zur Verfügung.
Anreise zur Evangelischen Akademie Tutzing
Mit der Bahn
Ab München Hauptbahnhof:
- S-Bahn S 6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing
oder - Regionalbahn München — Garmisch-Partenkirchen
oder - München — Kochel bis Station Tutzing.
Der Fußweg vom Bahnhof zur Akademie ist ausgeschildert.
Dauer: ca. 10 Minuten
Mit dem Auto:
Fahren Sie von München auf der Autobahn A 95 in Richtung Garmisch bis zur Abfahrt Starnberg, von Starnberg auf der B 2 bis Traubing, nach Traubing
Abzweigung links nach Tutzing.