Zukunft gestalten – Gemeinschaft stärken: Diakoneo entwickelt das Karoline-Rheineck-Haus in Neuendettelsau weiter

Neuendettelsau – Das Sozialunternehmen Diakoneo richtet das traditionsreiche Karoline-Rheineck-Haus in der Wilhelm-Löhe-Straße 13 in Neuendettelsau neu aus und setzt damit ein bewusstes Zeichen für die Zukunftsfähigkeit seiner Angebote sowie für eine lebendige diakonische Gemeinschaft vor Ort.

Im Zuge der Weiterentwicklung wird die Nutzung des Hauses bis Ende 2026 angepasst. Die derzeit dort lebenden zehn Diakonissen im sogenannten „Feierabend“ ziehen in die bestehenden Einrichtungen im Wohnpark, Therese-Stählin-Haus sowie in das Haus Bezzelwiese um. Diese bieten erweiterte Versorgungs- und Betreuungsmöglichkeiten, die den heutigen und künftig steigenden Bedürfnissen vieler Diakonissen noch besser gerecht werden.

„Unser Ziel ist es, die Lebensqualität und Versorgung unserer Diakonissen nachhaltig zu sichern“, erklärt Manuela Füller, Diakoneo-Vorständin Dienste für Menschen und Diakonische Gemeinschaften. „Die Bündelung der Angebote ermöglicht eine intensivere Betreuung, mehr Gemeinschaft und eine moderne Infrastruktur.“

Gleichzeitig bleibt das Karoline-Rheineck-Haus ein wichtiger Bestandteil des diakonischen Lebens in Neuendettelsau. Im Gespräch sind maßvolle Umbaumaßnahmen in Zusammenarbeit mit einem Investor, durch die zeitgemäßer Wohnraum entstehen soll. Zielgruppen sind in erster Linie Mitarbeitende sowie Mitglieder der Diakonischen Gemeinschaft. Damit trägt Diakoneo aktiv zur Stärkung des Standorts und zur Gewinnung von Fachkräften bei.

Ein besonderer Fokus liegt künftig auf Begegnung und Gemeinschaft: Die Räumlichkeiten im Erdgeschoss sollen für diakonische Veranstaltungen, Austausch und gemeinschaftliche Aktivitäten genutzt werden. So bleibt das Haus ein offener Ort der Begegnung – im Sinne der diakonischen Tradition.

Auch ein weiterer traditionsreicher Gebäudebereich bleibt erhalten: Die im Untergeschoss angesiedelte Hostienbereitung wird an gleicher Stelle unverändert fortgeführt und bleibt ein fester Bestandteil des Hauses.
Mit dieser Neuausrichtung verbindet Diakoneo Tradition und Zukunft: Bestehende Strukturen werden verantwortungsvoll weiterentwickelt, um den sich wandelnden Anforderungen gerecht zu werden und gleichzeitig die gewachsene Gemeinschaft zu stärken.

Die Namensgeberin Karoline Rheineck (1811–1855)
Karoline Rheineck war die erste Vorsteherin der Diakonissenanstalt Neuendettelsau und eine prägende Persönlichkeit der Anfangszeit. Nach Stationen in Augsburg und Memmingen wurde sie von Wilhelm Löhe nach Neuendettelsau berufen, um gemeinsam mit Amalie Rehm den Aufbau der Diakonissenanstalt zu gestalten.

Trotz gesundheitlicher Einschränkungen widmete sie sich mit großem Einsatz ihrer Aufgabe. Bereits nach gut einem Jahr erkrankte sie schwer und verstarb 1855 im Alter von 43 Jahren. Zeitgenossen beschrieben sie als tatkräftige, gebildete und zugleich zutiefst mitfühlende Persönlichkeit. Ihr Engagement und ihre Haltung wirken bis heute in der diakonischen Arbeit fort.

Das Gebäude
Das Karoline-Rheineck-Haus wurde am 31. Oktober 1913 eingeweiht und zunächst als „Feierabendhaus II“ genutzt. Noch heute dient es als Wohnstätte für Diakonissen im Ruhestand. Eine Besonderheit des Hauses ist die Hostienbereitung im Untergeschoss, wo jährlich knapp eine Million Hostien gebacken werden, die auch international Verwendung finden.
Architektonisch zeichnet sich das Gebäude durch einen asymmetrischen, H-förmigen Grundriss mit ausgebautem Dachgeschoss, Walmdächern und Jugendstilelementen aus.

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