Zukunft für Menschen mit Behinderung gemeinsam gestalten

Barbara Heuerding und Frank Stefan vom Bundesverband evangelischer Behindertenhilfe (BeB) waren zu Besuch bei Diakoneo

Neuendettelsau – Der Sozialkonzern Diakoneo empfing Barbara Heuerding, Geschäftsführerin des BeB, und den BeB-Vorstandsvorsitzenden Frank Stefan zu einem intensiven Austausch, der für alle Beteiligten von großer Bedeutung war – insbesondere mit Blick auf die wachsenden und sich verändernden Herausforderungen in der Behindertenhilfe.

Der evangelische Fachverband vertritt die Interessen von Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung und ihrer Angehörigen, fördert die Arbeit seiner Mitglieder und setzt sich für gleichberechtigte Teilhabe ein. Der Besuch bei Diakoneo konzentrierte sich auf die aktuellen Entwicklungen und die veränderten Rahmenbedingungen in der Behindertenhilfe. Gemeinsam mit den Diakoneo-Vorständinnen Ina Strickstrock und Manuela Füller sowie den Einrichtungsleitern Clemens Tautz und Thorsten Voigt besuchten die Gäste die Werkstatt für Menschen mit Behinderung und eine Wohngruppe von Diakoneo in Neuendettelsau. Neben Einblicken in die praktische Arbeit stand vor allem der strategische Austausch über zukünftige Entwicklungen im Mittelpunkt.

Gebäudesubstanz, Eingliederungshilfe und steigende Komplexität
Ina Strickstrock machte deutlich, dass Sozialkonzerne wie Diakoneo vor tiefgreifenden strukturellen Herausforderungen stehen: „Eine der größten Aufgaben der kommenden Jahre wird die Bausubstanz unserer Gebäude sein“, erklärte sie. Viele Gebäude seien in die Jahre gekommen, Sanierungen und Neubauten dringend erforderlich. Gleichzeitig sei die Baufinanzierung schwierig und langwierig. Die Dezentralisierung von Angeboten sei zwar fachlich sinnvoll, dauere jedoch lange und verursache hohe Kosten, deren Refinanzierung nicht abgeschlossen geklärt sei.

Ebenso herausfordernd sei die Entwicklung der Eingliederungshilfe, Leistungskürzungen, der notwendige Bürokratieabbau bei den Bezirken sowie sehr unterschiedliche Regelungen und Handhabungen je nach Bundesland. Zugleich steige die Komplexität der Bedarfe deutlich: Unterstützungsangebote würden immer begleitungsintensiver und erforderten damit mehr Personal.

Der BeB wies darauf hin, dass es trotz zahlreicher positiver Ansätze weiterhin an ausreichenden Betreuungsplätzen fehle. Zugleich gerieten die Einrichtungen personell, strukturell und finanziell zunehmend an ihre Grenzen, da der Bedarf an Unterstützungsangeboten sowie an angemessener Pflege auch für ältere Menschen mit Behinderung immer weiter steige. Daher seien langfristig tragfähige Lösungen erforderlich.

„Wir müssen gemeinsam für mehr Flexibilität und eine individuellere Betrachtung der Bedürfnisse der Betroffenen eintreten.“, so Frank Stefan, Vorsitzender des BeB. „Ein verstärkter Fokus auf das Gelingen von Kombimodellen und eine intensivere Einzelfallbetrachtung können helfen, den verschiedenen Anforderungen gerecht zu werden.“

Barbara Heuerding ergänzte, dass es in der Praxis häufig schwierig sei, rechtliche und gesetzliche Vorgaben auf einen Nenner zu bringen. Unterschiedliche Strukturen und Regelungen erschwerten zudem das Zusammenspiel der Systeme. Hilfreich könne es sein, sogenannte Vordenkergruppen zu etablieren, die proaktiv handeln, Entwicklungen frühzeitig aufgreifen und innovative Lösungsansätze erarbeiten.

Werkstätten im Wandel

Auch die Werkstätten von Diakoneo stehen vor Veränderungen. Die angespannte wirtschaftliche Lage führt zu weniger Aufträgen. Als Reaktion betonte Einrichtungsleiter Clemens Tautz, dass unter anderem Außenarbeitsplätze ausgebaut und neue Dienstleistungsvereinbarungen entwickelt werden. Gleichzeitig stellen Begleitung, Organisation und Refinanzierung dieser Modelle neue Anforderungen. Im Sommer plant Diakoneo die Einweihung der neuen Werkstatt in Neuenmarkt für rund 350 Beschäftigte, die durch mehr Lagerkapazitäten die Attraktivität für Auftraggeber erhöhen soll und gleichzeitig den Bedürfnissen der Beschäftigten besser gerecht werden kann, so Manuela Füller, Diakoneo-Vorständin Dienste für Menschen.

Alle Beteiligten waren sich einig: Solche Besuche fördern den offenen Dialog zwischen Trägern und Verband und sind entscheidend, um zukünftige Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. Gerade angesichts veränderter Rahmenbedingungen, steigender Bedarfe und finanzieller Unsicherheiten brauche es frühzeitige Abstimmung, politische Impulse und innovative Denkansätze.

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