Dalina Bakine lernte Dienste für Menschen mit Behinderung kennen


Beim Besuch der Unified Sportler aus Bruckberg und von der Laurentius-Realschule nahm Dalina auch selbst den Ball in die Hand und erwies sich auf Anhieb als treffsicher. In ihrer Heimat Papua-Neuguinea wird Basketball unter einfachen Bedingungen auf freiem Feld gespielt, erzählte sie am Rande ihres Besuchs in Neuendettelsau, bei dem sie sich über die Dienste für Menschen mit Behinderung informierte. © Diakonie Neuendettelsau/Thomas Schaller


Wenn es um bessere Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderung geht, ist Dalina Bakine kein Weg zu weit. Zu Wasser, zu Fuß und mit dem Flugzeug reist sie durch Papua-Neuguinea, um den Teilhabe-Gedanken in Papua-Neuguinea zu verbreiten.

Dalina Bakine arbeitet für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Papua-Neuguinea (ELC-PNG). Mit Unterstützung der Mission Eine Welt war sie nun für zwei Wochen in Deutschland, um sich bei der Diakonie Neuendettelsau und anderen Trägern über die Arbeit mit Menschen mit Behinderung zu informieren. Zum Programm gehörten die Werkstatt und das Förderzentrum St. Laurentius in Neuendettelsau, die Offenen Hilfen in zwei Regionen, die Wohnbereiche in Neuendettelsau und Bruckberg, die Fachschule für Heilerziehungspflege, die Unified-Basketball-Kooperation zwischen den Bruckerger Heimen und der Laurentius-Realschule, das heilpädagogische Kinderzentrum sowie viele Gespräche mit Fachleuten.

Die Arbeit für Menschen mit Behinderung in der lutherischen Kirche Papua-Neuguineas wird seit 2009 aufgebaut. Das hat mit Dalina Bakines Sohn Mutaningkec zu tun, der eine geistige Behinderung hat. Unter anderem durch ihn kam das Thema verstärkt in den Blick der lutherischen Kirche. 2011 verabschiedete der Rat der ELC-PNG eine entsprechende Resolution und ein Jahr später wurde das Programm ins Leben gerufen, für das Dalina Bakine arbeitet.

Es gibt in ganz Papua-Neuguinea nur drei Förderschulen für Kinder mit Behinderung. Da diese in Städten angesiedelt sind und die meisten Kinder auf dem Land leben, ist eine schulische Laufbahn für die meisten unerreichbar. Wenn Dalina Bakine durch die 17 Kirchen-Distrikte reist, ist deshalb eines ihrer Anliegen, in den lokalen Kirchengemeinden für eine inklusive Erziehung einzutreten. Dabei wird sie von christlichen Partnern in Australien und anderen Teilen der Welt unterstützt.

Ihre Vision ist es, dass Menschen mit Behinderung vollwertig in der Gesellschaft leben können, frei von den Grenzen, die ihnen durch ihre Einschränkungen gesetzt werden. Dalina Bakine will sie befähigen, sich selbst dafür einzusetzen, dass ihre theoretischen Rechte Realität werden. Der Wert und die Potenziale von Menschen, die mit einer Behinderung leben, sollen anerkannt werden und Möglichkeiten zur gleichberechtigten Teilhabe in einem nachhaltigen und ganzheitlichen Sinn entstehen. „Awareness and Advocacy“ heißen die Schlüsselbegriffe auf Englisch – Bewusstsein schaffen und Eintreten für die Rechte von Menschen mit Behinderung.

So gründete sie auf ihren Reisen durchs Land inzwischen 23 Selbsthilfegruppen.

Dalina Bakine organisiert die Ausbildung von Gemeindehelfern, die vor Ort physiotherapeutische Angebote machen und betreut diese Helfer. Um deutlich zu machen, wie wichtig es ist, Strukturen für Menschen mit Behinderung aufzubauen, führte sie in Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen Untersuchungen durch. Die Ergebnisse hielt sie in Statistiken fest.

Viele Orte sind aufgrund der Topographie des Landes und der schlechten Infrastruktur schwer zugänglich.

Doch davon lässt sich Dalina Bakine nicht entmutigen. Sie zieht weiter unermüdlich durch das Land, um Inklusion in Erziehung, Gesundheitsversorgung und gesellschaftliche Teilhabe in Papua-Neuguinea voranzubringen. Die Diakonie Neuendettelsau hat zugesagt, weiter mit ihr zu kooperieren und ihre Arbeit vor Ort nachhaltig zu unterstützen.

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