Wie sieht der Arbeitsalltag eines Bezirkstagspräsidenten aus? Und welche Aufgaben gehören zum täglichen Arbeiten in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung? Beim bundesweiten Aktionstag „Schichtwechsel“ haben Peter Daniel Forster, Bezirkstagspräsident von Mittelfranken, und Christian Döring, Beschäftigter der Werkstatt Rothenburg, ihre Arbeitsplätze getauscht und damit ganz unmittelbar die Perspektive gewechselt
Am Vormittag ging es für Christian Döring ins Bezirksrathaus nach Ansbach. Gemeinsam mit Peter Daniel Forster startete er dort in den Arbeitstag. Auf dem Programm standen unter anderem die Terminplanung, die Bearbeitung von Einladungen, Besprechungen sowie Termine zu Bau- und Infrastrukturprojekten. Bei einer Führung durch das Bezirksrathaus erhielt Döring außerdem Einblicke in die unterschiedlichen Aufgaben und Arbeitsabläufe des Bezirkstagspräsidenten.
„Es war sehr interessant zu sehen, was ein Bezirkstagspräsident arbeitet und wie sein Tag aussieht. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht“, erzählt Christian Döring. Besonders überrascht zeigte er sich von der Vielzahl der Termine: „Ich bin überrascht, wie viele Termine der Bezirkstagspräsident hat.“
Am Nachmittag folgte der Perspektivwechsel: Peter Daniel Forster kam in die Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Rothenburg und erhielt von Christian Döring zunächst eine Führung durch die Werkstatt und die verschiedenen Arbeitsgruppen. Anschließend zeigte Döring ihm seinen eigenen Arbeitsplatz im Bereich Lagerlogistik und erklärte die unterschiedlichen Aufgaben und Abläufe.
Dabei blieb es nicht beim Zuschauen. Gemeinsam packten die beiden Waren ein, verluden sie in ein Fahrzeug und lieferten sie aus. Unter Anleitung durfte Peter Daniel Forster außerdem selbst das Fahren eines Gabelstaplers ausprobieren. Christian Döring erklärte ihm dabei jeden einzelnen Arbeitsschritt. Die Tätigkeiten gehören zu seinem Arbeitsalltag, die er selbstständig ausführt. „Ich finde, er hat es sehr gut gemacht fürs erste Mal“, lobte Christian Döring den Bezirkstagspräsidenten nach dem gemeinsamen Arbeitseinsatz.
Auch Peter Daniel Forster zog ein positives Fazit des Schichtwechsels: „Es hat mir total Spaß gemacht. Ich bin offen und zeige gerne meine Arbeit. Ich mache so etwas jetzt schon zum dritten Mal, damit ich einen Einblick bekomme. Das ist mir wichtig, denn ich will nicht nur am Schreibtisch entscheiden.“
Der praktische Einblick in den Werkstattalltag sei für ihn besonders wertvoll. Das ist ein Erkenntnisgewinn, den man ein Leben lang behält. Ich habe wenig Berührungsängste, auch wenn ich vielleicht nicht jede Frage zufriedenstellend beantworten kann.“
Zum Abschluss des Nachmittags nahm Peter Daniel Forster noch an einer Sitzung des Werkstattrats teil und konnte so einen weiteren wichtigen Bereich des Werkstattalltags kennenlernen.
Der „Schichtwechsel“ schafft Begegnungen auf Augenhöhe und macht unterschiedliche Arbeitswelten unmittelbar erfahrbar. Für einen Tag stehen nicht Ämter, Funktionen oder Zuschreibungen im Mittelpunkt, sondern die Menschen und ihre Arbeit.