Mit neuen Ideen kämpft das JUZ Neuendettelsau gegen die drohende Vereinsamung


Am Fenster des JUZ Neuendettelsau können sich Kinder und Jugendliche Ideen zu Freizeitgestaltung abholen und mit dem Team ins Gespräch kommen. © Diakoneo/Thomas Schaller

„Wir haben zwar geschlossen, aber wir sind trotzdem da“, sagt Diakonin Sandra Mayer zur aktuellen Lage des Diakoneo Jugendzentrums in Neuendettelsau. Damit Kinder und Jugendliche, die sonst ins JUZ kommen, nicht in den Online-Welten vereinsamen, hat das Team des Jugendzentrums eine ganze Reihe von Aktionen gestartet – von einer Fenstersprechstunde bis zu einem eigenen Instagram-Kanal. Unter instagram.com/juz_nau/ gibt es ab jetzt regelmäßig Aktuellen und Fakten aus dem JUZ.

Seit Mitte März ist der Neuendettelsauer Treffpunkt für junge Leute schon geschlossen. Dreimal in der Woche gibt es jetzt jeweils von 17 bis 19 Uhr die Fenstersprechstunde als Gesprächsangebot für ehrenamtliche Mitarbeiter und Jugendliche. Ebenfalls am Fenster können sich Kinder und Jugendliche zu den üblichen Zeiten der Gruppenstunden als „Gruppenstunde to go“ passend zusammengestellte Päckchen abholen, in denen zum Beispiel Rezeptideen, Bastelvorschläge, Segenskärtchen oder eine Entspannungsreise als Anregungen zu finden sind. Natürlich werden die Abstandsregeln und andere Vorschriften eingehalten. „Wir tun das, was wir hier normalerweise zusammen machen, jetzt auf eine andere Weise“, erklärt JUZ-Leiterin Sandra Mayer.

Das gilt auch für die digitalen Kanäle, die das JUZ verstärkt nutzt. Jeden Freitag von 18 bis 20 Uhr lädt das Team um Sandra Mayer zu einer Videokonferenz ein. Bei dem offenen Treffen gibt es Spielvorschläge und kann jeder erzählen, wie es ihm geht. Brandneu ist auch der eigene Instagram-Kanal, den das Team gestartet hat.

Aber alle Online-Kanäle ersetzen nicht den persönlichen Kontakt, weshalb das Fenster gut angenommen wird. Besonders jetzt, wo die ersten Schüler wieder in die Schule gehen dürfen, wird das deutlich. „Jeder ist froh, dass man mal wieder jemanden trifft“, berichtet die Leiterin des Jugendzentrums. Wer am JUZ vorbeikommt, darf sich auch einen der Smilies mitnehmen, die dort am Eingang bereitliegen. „Wenn wir keinen Kontakt halten, bricht alles ein. Dann fangen wir bei Null wieder an und das will ich nicht“, meint Sandra Mayer.

Sie hofft, dass das JUZ im Lauf des Monats Mai zumindest in abgespeckter Form wieder öffnen darf und dass in den Pfingstferien ein Angebot möglich ist. „Besonders Kinder aus Problemfamilien müssten wieder raus“, weiß Mayer. „Die Kids sind froh, wenn sie sich wieder treffen. Dann geht es eben nicht darum, zusammen zu sitzen, sondern nett auseinander zu sitzen“, sagt sie in Anspielung auf die Abstandsregeln. Viele Kinder und Jugendliche sind verunsichert, wie man miteinander umgehen soll. „Was ist erlaubt, was nicht?“, fragen sie sich.

Das Team im JUZ freut die letzten Wochen dazu genutzt, vieles aufzuarbeiten, „was wir sonst nie geschafft hätten“. Wenn es mit Abstand wieder losgeht, ist jedenfalls für Masken gesorgt, denn eine ehrenamtliche Mitarbeiterin hat sich bereiterklärt, diese für das Jugendzentrum zu nähen. 

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