Die Einschränkungen in der Corona-Krise treffen Menschen mit Behinderung besonders


Mit kreativen Ideen gestalten die Bewohner die Corona-Zeit © Diakoneo/Thomas Schaller

Die Corona-Krise bringt für die Menschen mit Behinderung, die von Diakoneo in der Region Polsingen-Oettingen-Gunzenhausen betreut werden, viele Einschränkungen mit sich. Trotz dieser Einschränkungen geben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihr Möglichstes, um die Zeit für die Betreuten und ihre Angehörigen so angenehm und erträglich wie möglich zu gestalten.

Seit über einem Monat sind die Werkstätten, Förderstätten und Seniorentagesstätten geschlossen. Seitdem konzentriert sich das Alltagsleben weitgehend auf die Wohngruppen, die in der täglichen Betreuung durch Mitarbeitende der Werkstätten, Förderstätten, Seniorentagesstätten, aus den offenen Hilfen und aus den therapeutischen Fachdiensten unserer Region unterstützt werden. Dadurch kann die Belastung der Mitarbeitenden in den Wohnbereichen auf einem verkraftbarem Maß gehalten werden.

Wie hat sich das Leben – und Arbeiten – durch die Corona-Pandemie verändert?

Am drastischsten hat es die Wohngruppe „Heimat 1“ (H1) in Polsinen getroffen. Die H1 stand vom 1. bis 15. April unter vollständiger Quarantäne. Dies bedeutete, dass niemand raus, außer den Mitarbeitenden aber auch niemand rein durfte. Letztere mussten ihren gesamten Dienst in Arbeitskleidung inklusive Einmalschutzkittel, Einmalhandschuhen, Schutzbrille sowie Atemschutzmasken verrichten.

Die Bewohnerinnen und Bewohner nahmen diese „Vollmontur“ erstaunlich gelassen hin, berichtet der Wohnbereichsleiter Michael May. „Es ist wirklich faszinierend, wie wenig Wert die Bewohner auf Äußerlichkeiten legen. Das ist echt eine positive Erfahrung.“ so May. Im Alltag wurde so gut es ging versucht, den Bewohnern möglichst viel Bewegung innerhalb der Wohngruppe sowie „in Etappen“ auf dem Balkon zu ermöglichen. Gehübungen wurden beispielsweise statt im Bereich der einrichtungsinternen Bewegungspädagoginnen nun im Flur der Gruppe gemacht.

Außerdem wurden jeden Tag andere Aktionen zur Gestaltung des Tages angeboten. So wurden Osterkarten gebastelt und verschickt, Ostereier gefärbt, Osternester vorbereitet und es wurde (und wird weiterhin) regelmäßig zusammen gekocht oder gebacken. Trotz der guten Stimmung freuten sich alle, Bewohnerinnen und Bewohner wie Mitarbeitende, auf die Zeit nach dem 15. April, als die Quarantäne um 20 Uhr aufgehoben wurde und zumindest wieder ein Spaziergang im Heimgelände unternommen werden konnte.

Bewohner vermissen die Arbeit

Auch im Erdgeschoss des Haus Ruth hat man sich mehr oder weniger an die besondere Situation gewöhnt und sich damit so gut es geht arrangiert. Auch wenn Bewohner immer wieder mit Unverständnis reagieren, weil sie ihre Arbeit vermissen, geben die Mitarbeiter tagtäglich ihr Bestes um die nun ausschließlich im Wohnbereich stattfindende Tagesstruktur so abwechslungsreich und attraktiv wie möglich zu gestalten.

Fachkraft Marcel Kolada berichtet, dass aktuell die Neugestaltung des Gartens um das Haus fester Bestandteil der täglichen Tagesstruktur ist. Die Bewohner werden dabei, je nach Fähigkeiten und Vorlieben, in die Arbeiten einbezogen. So wurden bisher die Beete mit Hackschnitzeln aus der Werkstatt für Menschen mit Behinderung ausgelegt, ein Barfußweg wiederhergestellt, die Feuerstelle erneuert und neue Stühle für Letztere gezimmert. Einige Arbeiten stehen jedoch auch noch an und bieten auch für die kommenden Tage genug Beschäftigung. „Die Bewohner freuen sich schon darauf, wenn sie in ihrem Garten wieder Feste feiern können,“ so Kolada.

Im Haus Arche beginnt der Tag morgens für alle, die Lust haben, mit einer Einheit „Tele-Gym“ zur Morgengymnastik. Dann besteht die Möglichkeit, Werkstatttätigkeiten wie das Befüllen von Magazinen für die Autoindustrie oder das Papierknüllen für Verpackungen in Heimarbeit zu leisten, gemeinsam zu Basteln, zu Singen oder einen Spaziergang bei dem aktuell herrlichen Wetter zu machen.

Salat und Radieschen wachsen

In einem größeren Projekt wurden in den letzten beiden Wochen außerdem zwei Hochbeete aus Paletten für Salat und Radieschen gebaut, die Bepflanzung steht nun noch an. Michael Regel, der Wohnbereichsleiter im Haus Arche berichtet, dass die Aktivitäten in diesem Umfang nur möglich sind, „weil wir fleißige Unterstützung durch die Mitarbeiter des Bereiches Arbeit und Tagesstruktur haben“.

Doch nicht nur in Polsingen sind alle aktiv, auch an den anderen Standorten in Oettingen und Gunzenhausen geben die Mitarbeitenden ihr Bestes, um den Alltag der Bewohner so abwechslungsreich und attraktiv wie es die aktuellen Beschränkungen zulassen, zu gestalten.

Wie bei jeder Familie

In der Frankenmuther Straße in Gunzenhausen ist die Stimmung laut Wohnbereichsleiterin Ingrid Hawelka ganz gut, „weil der Tag anders strukturiert ist und mal kein Terminstress da ist, wer muss wann mit wem wohin“. Hier kann man also durchaus von einer gewissen, positiven Entschleunigung sprechen. Dadurch war viel Zeit zusammen die Osterdeko zu basteln, Osternester selbst zu backen und, was viele Bewohnerinnen und Bewohner sehr genießen, in einer 1-zu-1-Begleitung regelmäßig spazieren zu gehen, und den Garten ausgiebig zu nutzen. Nichtsdestotrotz gib es laut Hawelka aber auch negative Auswirkungen der Ausgangsbeschränkungen wie die fehlenden Kontakte zu Angehörigen oder das „ständige Aufeinandersitzen“. Das ist aber eben wie aktuell bei jeder Familie zu Hause auch.

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