An der Klinik Hallerwiese wurden zum ersten Mal zwei etablierte Methoden kombiniert eingesetzt
Zehn Jahre lang litt Georg Schmidt aus Nürnberg unter starkem Sodbrennen. Medikamente gehörten für ihn zum Alltag, doch die Beschwerden wurden immer schlimmer. Jetzt ist er der erste Patient in Europa, der an der Klinik Hallerwiese mit einer neuen kombinierten OP-Methode gegen Reflux behandelt wurde.
„Es war für mich zuletzt nicht mehr erträglich“, berichtet Schmidt. „Ich habe jeden Tag Tabletten eingenommen und hatte zusätzlich große Probleme beim Schlafen.“ Besonders belastend war die Situation nachts: „Da ich eine Schlafapnoe habe und mit Maske schlafen muss und gleichzeitig unter aufsteigender Magensäure litt, konnte ich oft nicht mehr durchschlafen.“
An der Klinik Hallerwiese in Nürnberg wurde bei ihm erstmals eine neue Kombination aus zwei bewährten Behandlungsverfahren eingesetzt. Es handelt sich um eine Kombination etablierter Methoden: Eine klassische Operation wird mit einer endoskopischen Behandlung in einem Eingriff verbunden.
Ein entscheidender Vorteil dieser Methode: Schluckbeschwerden, die bei klassischen Reflux-Operationen vergleichsweise häufig auftreten, könnten deutlich reduziert werden. „Bei herkömmlichen Eingriffen haben bis zu 25 Prozent der Patienten Probleme beim Schlucken“ erklärt Prof. Michael Kranzfelder, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie an der Klinik Hallerwiese.
Die Methode kommt vor allem für Patienten infrage, bei denen ein Zwerchfellbruch zu groß für eine rein endoskopische Behandlung ist – typischerweise im Bereich von etwa 3-5 Zentimetern. In solchen Fällen wurde bislang ausschließlich operiert. Das kombinierte Verfahren verbindet nun beide Ansätze: Zunächst wird der Zwerchfellbruch chirurgisch versorgt, anschließend wird der Übergang zwischen Speiseröhre und Magen zusätzlich von innen stabilisiert.
„Die Operation mit dem kombinierten Verfahren hat genau den Effekt gebracht, den wir uns erhofft hatten“, sagt Dr. Gerald Prechtl, Leitender Oberarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie. „Wir kombinieren hier zwei bewährte Methoden, um die mechanische Ursache des Refluxes möglichst effektiv zu behandeln.“
Nach dem Eingriff erhalten Patienten zunächst weiterhin Medikamente. „In einer Übergangsphase unterstützen wir die Heilung“, so Prechtl. „Bis sich die Speiseröhre erholt hat und sich die Säureproduktion normalisiert, kann es etwa acht Wochen dauern. Unser Ziel ist, dass die Patienten langfristig ohne Medikamente auskommen.“
Für Georg Schmidt hat sich die Entscheidung bereits jetzt ausgezahlt: „Dass ich der erste Patient in Europa bin, der mit diesem Verfahren operiert wurde, war schon etwas Besonderes. Ich war natürlich auch aufgeregt – aber ich bin sehr froh, dass ich es gemacht habe.“ Schon kurz nach dem Eingriff spürte er eine deutliche Verbesserung: „Mir geht es den Umständen entsprechend gut. Ich habe kaum Schmerzen und konnte bereits in der ersten Nacht wieder durchschlafen.“ Auch beim Essen gab es kaum Einschränkungen: „Schluckbeschwerden hatte ich so gut wie kein. Ich habe das Gefühl, dass es sehr gut funktioniert hat und ich wieder mehr Lebensqualität habe.“