Schülerinnen und Schüler des Förderzentrums St. Laurentius frühstücken zusammen

Mit frischem Brot, Müsli und Obst starten Schülerinnen und Schüler des Förderzentrums St. Laurentius seit Beginn des Schuljahrs in den Tag. Das Projekt läuft so gut, dass es auch im kommenden Schuljahr angeboten werden soll – wenn es genug Menschen gibt, die es unterstützen. Schulleiter Uli Harms erklärt, was hinter dem gemeinsamen Frühstücken steckt.

von Amanda Müller

Um fünf Uhr klingelt Vanessa Roedels Wecker. Seit Oktober fährt sie von Montag bis Freitag erst zur Metzgerei und dann zur Bäckerei in Neuendettelsau. Dort holt sie frische Semmeln, Wurst und Käse. Um kurz nach halb sieben steht sie in der großen Küche des Förderzentrums St. Laurentius der Diakonie Neuendettelsau. Sie kocht Eier, schneidet Obst und Gemüse und belegt die Semmeln. Julia und Chantal, ihre beiden Töchter, helfen ihr dabei. Vanessa Roedel ist im Förderverein des Förderzentrums in Neuendettelsau. Zusammen mit Sozialpädagogin Beate Riedl kümmert sie sich um das Frühstück, das die Schule gemeinsam mit dem Förderverein und dem Elternbeirat in diesem Schuljahr erstmalig anbietet.

Vanessa Roedel (links) und Beate Riedl bereiten das Frühstück jeden Tag vor.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist eine Grundvoraussetzung für die Entwicklungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen. Doch das ist nicht alles: Beim gemeinsamen Frühstück sitzen alle zusammen an einem großen Tisch. Jetzt in der Adventszeit ist er weihnachtlich geschmückt und eine Kerze flackert in der Mitte. „Bei vielen unserer Schüler sind beide Elternteile berufstätig und schon aus dem Haus, bevor die Kinder zur Schule gehen“, erzählt Schulleiter Uli Harms. Sich selbst ein abwechslungsreiches Frühstück zuzubereiten oder ein Pausenbrot zu schmieren, schaffen nicht alle Kinder. Oftmals liegt das auch daran, dass sich viele Familien abwechslungsreiches Essen nicht regelmäßig leisten können. „Ein Drittel unserer Schüler hat nicht gefrühstückt“, bestätigt Harms. Darunter kann nicht nur die Konzentration, sondern auch die Gesundheit leiden. Deswegen hat die Schule beschlossen, etwas dagegen zu tun.

Gemeinsam frühstücken die Kinder vor dem Schulbeginn.

„Zusammen mit dem Elternbeirat haben wir uns überlegt, wie wir ein gemeinsames Frühstück vor dem Unterricht umsetzen können“, erklärt er. Seit Oktober läuft das Projekt, dank des Engagements von Vanessa Roedel und Beate Riedel. Die erste Probephase hat es gut überstanden. „Die Kinder sind begeistert“, bestätigt Harms. In der Gruppe lernen die Schüler nicht nur den verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln, sondern auch, was es bedeutet zusammen am Tisch zu sitzen. „Mit der Routine am Morgen kommen die Schüler vor dem Unterricht noch mal zur Ruhe“, sagt er und erzählt von einem Schüler, bei dem die Veränderung besonders gut sichtbar wurde: „Seitdem er gemeinsam mit den anderen frühstückt, ist er viel ruhiger geworden und kommt besser im Alltag zurecht“, erzählt der Schulleiter. Ein positiver Nebeneffekt, den ein routinierter Alltag Kindern und Jugendlichen ermöglicht.

„Dass wir das kostenlose Frühstück anbieten können, ist zahlreichen Spendern zu verdanken“, betont Uli Harms. „Wir sind sehr froh, dass wir so viele Unterstützer gefunden haben“, bestätigt Vanessa Roedel.

Damit das Projekt weiterlaufen kann, tun die Schule und der Förderverein viel. Sie sind immer auf der Suche nach neuen Sponsoren. Für kleine Sachspenden haben sie im Eingangsbereich einen Spendenbaum aufgestellt.

Ein Glas Marmelade oder ein Päckchen Butter: Über einen Spendenbaum ermöglicht es das Förderzentrum, das Frühstücksprojekt auch mit kleinen Sachspenden zu unterstützen.

„Jeder der helfen will, kann sich aussuchen, was er spendet. Egal ob eine Packung Tee oder ein Glas Nutella, wir sind jedem dankbar, der unser Projekt unterstützt“, betont Uli Harms.

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