Chefarzt Prof. Franz Kainer von der Diakoneo Klinik Hallerwiese erklärt, warum Mutter und Kind von der Impfung profitieren

Prof. Franz Kainer, Chefarzt der Geburtshilfe in der Diakoneo Klinik Hallerwiese © Christine Blei Photography

Nürnberg, 20.09.2021 - Prof. Franz Kainer, Chefarzt der Geburtshilfe in der Diakoneo Klinik Hallerwiese, begrüßt die Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Schwangere und Stillende. Die Entscheidung der STIKO ist für Prof. Kainer der richtige Weg, um den Verunsicherungen der werdenden Mütter entgegen zu wirken: „Schwangere und Stillende sollten sich unbedingt impfen lassen, um sich und ihr Baby zu schützen.“

Prof. Franz Kainer arbeitet seit 2012 als Chefarzt in der Diakoneo Klinik Hallerwiese – eine der größten Geburtskliniken in Deutschland, und kennt die Bedenken von Schwangeren und Stillenden: „In den vergangenen Monaten habe ich mit vielen werdenden Müttern gesprochen. Wie die medizinischen Fachverbände habe ich ihnen die Impfung empfohlen, denn für mich überwiegen die Vorteile einer Corona-Impfung ganz klar.“

„Schwangere haben ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und müssen häufiger auf der Intensivstation behandelt werden“, erklärt Prof. Kainer: „Das liegt zum einen daran, dass die Atmung durch die Schwangerschaft sowieso schon beeinträchtigt ist: das Kind drückt auf die Lunge. Zum anderen ist das Immunsystem der Frau heruntergefahren. Außerdem steigt während einer Schwangerschaft das Thrombose-Risiko. Eine Corona-Erkrankung erhöht dieses Risiko noch einmal deutlich. Auch kommt es bei Schwangeren, die sich mit Corona anstecken, leider häufiger zu Frühgeburten.“

Für Prof. Kainer profitieren aber nicht nur die werdenden Mütter von einer Corona-Impfung, sondern auch die Kinder: „Impfungen während der Schwangerschaft sind nichts Ungewöhnliches. Werdenden Müttern werden auch Impfungen gegen Keuchhusten und Grippe empfohlen. Bei den von der STIKO empfohlenen mRNA–Corona-Impfstoffen gelangen keine mRNA-Proteine in den Blutkreislauf des Kindes, nur die von der Mutter gebildeten Antiköper – und diese schützen auch das Kind eine Zeit lang vor einer Corona-Erkrankung.“

Einschränkungen bei Schwangeren und Stillenden gibt es aber, betont Prof. Kainer: „Schwangere sollen sich nicht mit Lebend-Impfstoffen, wie zum Beispiel gegen Masern, Mumps oder Windpocken, impfen lassen, weil sie aus sehr geringen Mengen funktionsfähiger Keime bestehen. Das ist aber bei den mRNA–Corona-Impfstoffen nicht der Fall.“

Eine weitere Vorsichtsmaßnahme gilt für den Zeitpunkt der Impfung: „Schwangeren und Stillenden wird empfohlen, sich erst ab der 12. Schwangerschaftswoche impfen zu lassen. Denn das erste Trimester ist eine sensible Phase in der Schwangerschaft. Eine Impfreaktion wie zum Beispiel Fieber wäre in dieser Phase gefährlich.“

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