An der Laurentius-Realschule wurden 32 junge Franzosen begrüßt


In der Aula des Zentralschulhauses in Neuendettelsau wurden die Austauschschülerinnen und –schüler von Heike Geßner, Leiterin der Laurentius-Realschule, willkommen geheißen. © Diakonie Neuendettelsau/Thomas Schaller

32 Austauschschülerinnen und Austauschschüler aus Frankreich hieß Schulleiterin Heike Geßner an der Laurentius-Realschule in Neuendettelsau willkommen. Die jungen Franzosen aus der mittelfränkischen Partnerregion Limousin kommen von den Collèges in Eymoutiers und Pierre-Buffière.

In Deutschland wollen sie nicht nur ihre Sprachkenntnisse anwenden und verbessern. „Es geht auch darum, einer anderen Kultur zu begegnen und in den Alltag der Gastfamilien einzutauchen“, sagte Studienrätin Gabriele Altmann, die an der Laurentius-Realschule den Austausch betreut. Seit über 30 Jahren gibt es den Austausch, der jährlich im Wechsel in Deutschland oder Frankreich stattfindet. Im nächsten Jahr steht daher der Gegenbesuch im Limousin an. Auf französischer Seite kümmert sich Esther Kamnitzer seit vielen Jahren um die internationalen Begegnungen.

Die Schülerinnen und Schüler entwickeln beim Austausch ein stärkeres Selbstbewusstein, weil sie sich Herausforderungen stellen müssen und Probleme selbstständig lösen. Nebenher werden Kompetenzen wie Flexibilität, Weltoffenheit und Toleranz erworben. Die beteiligten Lehrerinnen sehen den Austausch aber auch als Beitrag zur Völkerverständigung, bei dem Freundschaften fürs Leben entstehen.

Die Gäste aus Frankreich nehmen nicht nur am Unterricht an der Laurentius-Realschule teil, sondern unternehmen auch Ausflüge nach Nürnberg und nach Cadolzburg.

Nach der Begrüßung gaben die Lehrkräfte Esther Kamnitzer (Frankreich) und Gabriele Altmann (Laurentius-Realschule) noch ein kurzes Interview:

Wie entwickelt sich das Interesse an dem Austausch in den letzten Jahren?

Esther Kamnitzer: Das Interesse bleibt weitgehend gleich hoch, würde ich sagen.

Gabriele Altmann: Die Schüler bei uns sind begeistert von dem Austausch. Das ist einer der Hauptfaktoren, warum viele Schüler Französisch wählen.

Wie denken Ihre Schüler über Deutschland?

Esther Kamnitzer: In ihrem Alter machen sie sich noch nicht so viele Gedanken. Die Schüler gehen sehr unbefangen an den Austausch heran.

Gabriele Altmann: Die Schüler sind hauptsächlich beschäftigt, die Sprache zu lernen. Sie freuen sich darauf, junge Deutsche zu treffen und mal ohne ihre Eltern zu verreisen.

Welche Ziele hat der Austausch?

Esther Kamnitzer: Für mich ist das Ziel hauptsächlich, die Sprache zu verbessern und mit deutschen Jugendlichen in Kontakt zu kommen. Das interessiert auch die Schüler am meisten. Dann natürlich auch die Ausflüge. Wir besuchen in diesem Jahr zum Beispiel auch das Doku-Zentrum in Nürnberg, weil das Thema Krieg und Nationalsozialismus auf dem Lehrplan der 10. Klasse steht.

Gabriele Altmann: Es ist spannend für die Schüler zu erfahren, dass das Leben im anderen Land tatsächlich so ist, wie sie es in den Schulbüchern kennen gelernt haben.

Was halten die französischen Schüler vom deutschen Essen?

Esther Kamnitzer: Darauf sind sie immer sehr gespannt, weil Deutschland in Frankreich den Ruf hat, dass man dort nicht so lecker isst. Wenn sie zurückkommen, wissen sie, dass man auch in Deutschland sehr gut isst. Kartoffelsalat und Würstchen sind hier viel besser als bei uns in Frankreich – überhaupt alle Wurstwaren. Was nicht so gut ankommt, sind Knödel… In den Familien wird aber immer sehr lecker gekocht.

Ist es leicht, Gastfamilien zu finden?

Gabriele Altmann: Ja, das ist kein Problem. Allerdings unterrichtet Frau Kamnitzer an zwei Schulen und hat deshalb mehr Schüler. Netterweise erklären sich aber immer einige Familien dazu bereit, zwei Gäste aufzunehmen. Wir hoffen, dass der Austausch noch lange weitergeht.

Vielen Dank!

Die Fragen stellte Thomas Schaller

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