Fachkräfte und Ehrenamtliche erhielten beim Fachtag Demenz und Sterben in Nürnberg Impulse zum Umgang mit Trauer


Das Team des 14. Fachtags Demenz und Sterben (v.li.): Elke Kaufmann, Koordinatorin am Zentrum für Altersmedizin des Klinikums Nürnberg, Prof. Dr. Katharina Heimerl, Referentin von der Universität Wien, Christoph Jäschke, Studienleiter an der Diakonischen Akademie Rummelsberg, Antje Jones, Geschäftsführerin Angehörigenberatung e.V., Burkhard Spinnen, Autor und Angehöriger, Barbara Heitmann vom Diakoneo Kompetenzzentrum für Menschen mit Demenz in Nürnberg sowie Diakon Stefan Meyer, Geschäftsführer der Akademie für Hospizarbeit und Palliativmedizin Nürnberg. © Stefanie Dörr

120 Fachkräfte und Ehrenamtliche erhielten am 14. Fachtag Demenz und Sterben in Nürnberg Impulse, achtsam und sicher mit der Trauer Angehöriger umzugehen. Zum Team des Fachtags gehörte auch Pflegedienstleiterin Barbara Heitmann vom Kompetenzzentrum für Menschen mit Demenz von Diakoneo in Nürnberg.

„Wenn ein Mensch stirbt, tut er das auf seine ganz eigene Weise – auch Menschen mit Demenz“, sagte Melanie Huml, Staatsministerin im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege bei der Eröffnung des 14. Fachtags Demenz und Sterben am 29. November in Nürnberg. In diesem Jahr stand die gemeinsame Veranstaltung von Diakoneo, der Akademie für Hospizarbeit und Palliativmedizin Nürnberg, der Angehörigenberatung e.V. Nürnberg, des Zentrums für Altersmedizin am Klinikum Nürnberg und der Rummelsberger Diakonie unter dem Motto „In der Not – sicher mit Angehörigen umgehen.“ Rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hörten sich die Vorträge am Fachtag im Haus Eckstein an und besuchten die anschließenden Workshops.

Melanie Huml, die nicht wie geplant persönlich am Fachtag teilnehmen konnte, betonte in ihrer Video-Botschaft, wie sehr sie sich freue, dass der diesjährige Fachtag die pflegenden Angehörigen und Nahestehenden in den Fokus rücke. „Als Angehöriger wird man nahezu automatisch zum Sterbebegleiter“, so die bayerische Staatsministerin. Umso wichtiger sei es, dass Fachkräfte und Ehrenamtliche die Angehörigen und Nahestehenden im Blick hätten und auf ihrem Weg begleiteten und unterstützten.

Das betonte auch Prof. Dr. Katharina Heimerl, Professorin für Palliative Care und Organisationsentwicklung an der Universität Wien, in ihrem Einführungsvortrag „Um ihrer selbst willen – die Bedürfnisse von Angehörigen in der Palliativen Geriatrie“. „Insgesamt pflegen in Deutschland 4,7 Millionen Menschen ihre Angehörigen zuhause. In ein Pflegeheim geben sie den multimorbiden Familienangehörigen erst, wenn sie keinen anderen Ausweg mehr wissen“, so Heimerl. „Angehörige sind Mitleidende und Mitbetroffene, sind somit ebenfalls Adressaten der palliativen Versorgung und müssen um ihrer selbst willen Beachtung finden“, erklärte Heimerl.

Später machte Autor Burkhard Spinnen mit sehr lebendigen Erzählungen aus seinem Buch „Die letzte Fassade“ das Erleben eines Angehörigen für alle Teilnehmenden des Fachtags greifbar.

Nachmittags besuchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine der neun Arbeitsgruppen, zum Beispiel den Letzte-Hilfe-Kurs von Diakon Stefan Meyer, Geschäftsführer der Akademie für Hospizarbeit und Palliativmedizin Nürnberg. Außerdem wurden Kommunikationstechniken erklärt, Trauerprozesse von Menschen mit Demenz erörtert, Möglichkeiten für Symptomlinderungen aufgezeigt und Abschieds- sowie Trauerrituale besprochen, die helfen können, die letzte Lebensphase gut zu gestalten. Für sterbenskranke Menschen mit und ohne Demenz sowie für deren Angehörige und Nahestehende.

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