Erkrankungen der Speiseröhre: Diagnose und Behandlung

Sodbrennen, Schluckbeschwerden und chronischer Husten: Diese Beschwerden kennen viele Menschen. Doch wann sind Beschwerden noch normal und wann krankhaft?

Dr. med. Thomas Flüeck von der Klinik Hallerwiese ist Experte für Erkrankungen der Speiseröhre. Claudia Pollok hat sich mit ihm über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten unterhalten:

Bei Refluxbeschwerden misst Chefarzt Dr.med. Thomas Flüeck von der Abteilung für Innere Medizin der Klinik Hallerwiese die Säure und die elektrische Leitfähigkeit in der Speiseröhre mithilfe der pH-Metrie. Die Veränderungen werden am PC als Computergrafik dargestellt. © Diakoneo/Claudia Pollok

Was ist noch normal und was bereits krankhaft? Viele Menschen leiden unter Beschwerden, die sie nicht sofort einschätzen können. Bei Sodbrennen wissen zum Beispiel viele Betroffene nicht, ob das unangenehme, brennende Gefühl in Oberbauch, Brust und Hals harmlos oder schon krankhaft ist. Das gleiche gilt für Schluckstörungen, Aufstoßen, Heiserkeit, chronischen Husten oder Schmerzen in der Brust. Besonders unter Schluckstörungen leiden Betroffene oft lange, bevor eine Diagnose erfolgt. Die Dunkelziffer ist hier besonders hoch.

Wann sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen?

In der Regel gilt: Wenn die Beschwerden anhalten oder gar zur Last im Alltag werden, sollten Betroffene ihre Speiseröhre untersuchen lassen. Die ersten Anlaufstellen dafür sind der Hausarzt und der Internist. Häufig wird dort zuerst eine Magenspiegelung durchgeführt, bei der Rachen und Speiseröhre untersucht werden. Doch nicht immer kann die Ursache der Beschwerden auf diese Weise gefunden werden. Denn die Spiegelung zeigt nur Veränderungen der Speiseröhrenstruktur an, zum Beispiel Engstellen, Ausstülpungen oder Entzündungen. Liefert die Magenspiegelung keine Erklärung, können Funktionsmessungen, wie die 24-Stunden-pH-Metrie und Manometrie, weiterhelfen.

Wo können Patienten die Funktion ihrer Speiseröhre testen lassen?

Patienten, bei denen eine Magenspiegelung keinen Aufschluss über die Ursache ihrer Beschwerden liefern konnte, können im Krankenhaus Funktionsmessungen der Speiseröhre durchführen lassen. Die 24-Stunden-pH-Metrie und Manometrie bringen schnell Gewissheit darüber, was hinter den Beschwerden steckt. Bei ersterer Methode wird der (Säure-)rückfluss in den Magen gemessen. Bei der Manometrie wird geprüft, wie gut die Schließmuskel funktionieren und ob die Muskulatur die Nahrungsbissen korrekt transportiert. Die Funktionsmessungen werden ambulant bei entsprechend spezialisierten niedergelassenen Ärzten oder auch nach einer Überweisung von einem Internisten in einigen Kliniken, wie z. B. der Klink Hallerwiese in Nürnberg angeboten. Die Kosten werden vollständig von der Krankenkasse übernommen.

Was passiert bei der 24-Stunden-pH-Metrie und Manometrie?

Bei der 24-Stunden-pH-Metrie wird gemessen, wieviel Säure und Flüssigkeit aus dem Magen in die Speiseröhre zurückfließen. Dazu trägt der Patient 24 Stunden lang eine kleine Messsonde, die unter Kurznarkose durch die Nase in die Speiseröhre eingeführt wird. Das ist nach dem Aufwachen kurz etwas ungewohnt, aber nicht schmerzhaft. Bei der ambulanten Untersuchung muss der Patient nur zum An- und Ablegen der Sonde in die Klinik kommen, dazwischen kann er seinem gewohnten Tagesablauf folgen.

Die Manometrie hingegen dauert nur etwa 20 Minuten. Der Patient bekommt unter Kurznarkose ebenfalls eine Messsonde über die Nase in die Speiseröhre. Wenn er wieder wach ist, trinkt er ein paar Schluck Wasser. Währenddessen wird der Transportvorgang gemessen und die Schließmuskelfunktion überprüft.

Vor den Untersuchungen findet ein Aufklärungs- und Beratungsgespräch statt. In der Klinik werden die Funktionsmessungen auch mit einer Magenspiegelung kombiniert, wenn diese zuvor noch nicht stattgefunden hat.

Wie geht es nach den Funktionsmessungen weiter?

Für Sodbrennen und Schluckbeschwerden kann es sehr unterschiedliche medizinische Gründe geben – von neurologischen Krankheiten bis hin zu Muskelschwäche oder Zwerchfellbruch. Mögliche Therapieansätze werden nach der Diagnosestellung individuell besprochen und durchgeführt. Die Therapiemöglichkeiten sind vielfältig. Sie reichen von medikamentösen Ansätzen bis zu operativen Einsätzen.

In den meisten Fällen führen konservative Maßnahmen wie das Meiden bestimmter Speisen und Getränke (z. B. Alkohol, Kaffee), weniger Essen am späteren Abend, Gewichtsabnahme oder säurehemmende Medikamente zum Erfolg. Operiert werden sollte nur bei Versagen oder Unverträglichkeit dieser konservativen Behandlung sowie bei fortschreitenden entzündlichen Veränderungen in der Speiseröhre.

Behandlungsmöglichkeiten bei Erkrankungen der Speiseröhre

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