"Sahnehäubchen - oder ein Stäubchen im Getriebe"

Von Thomas Kohler


Theatergruppe "Schau mer mal", Rothenburg
"Sahnehäubchen - oder ein Stäubchen im Getriebe" heißt das neue Stück der Theatergruppe "Schau mer X" aus Rothenburg. Das Stück hat am 11. Mai Premieren. © Schau mer X


Mit einer selbst geschriebenen Tragikomödie im Gepäck möchte die Theatergruppe „Schau mer X“ auch 2019 die Zuschauer bei ihren Aufführungen verzaubern. 


Neues Stück: "Sahnehäubchen - oder ein Stäubchen im Getriebe"


Hinter dem Namen „Sahnehäubchen – oder ein Stäubchen im Getriebe“ verbirgt sich eine Geschichte über die Entstehung der Demokratie in unserem Land:

Die Arbeitsbedingungen im Jahre 1918/1919 waren von Ungerechtigkeit geprägt. Weil Einzelne sich verbündeten, sich stärkten und gemeinsam laut nach Veränderung verlangten, änderten sich die Verhältnisse. Das Geschehen in dem Theaterstück in zwei sehr unterschiedlichen Bäckereien zeigt, wie so eine Gemeinschaft entsteht und was sie bewirken kann.

Probenfoto Theatergruppe "Schau mer X"
Auch die Liebe spielt im neuen Stück der Theatergruppe "Schau mer X" eine Rolle. © Schau mer X


Die Theatergruppe „Schau mer X“ gehört dazu. Sie nimmt schon seit Jahren an mittelfränkischen und gesamtfränkischen Theatertagen teil. Seit 2016 sind die Schaumermals auch Mitglied in der ARGE und beim Bund Deutscher Amateur Theater (BDAT). Dessen Motto lautet „Theater ist leben“. Für die Schauspieler von „Schau mer X“ gehört Theater auf jeden Fall zum Leben. Sie haben tolle Erlebnisse und sie haben während des 14-ährigen Bestehens ihrer Theatergruppe dem Publikum schon viele begeisternde Auftritte mit lauter eigenen Stücken geboten. Beim Mundart-Theatertag wird man wohl vom nächsten Stück schon einmal eine Kostprobe zu sehen bekommen.

Mithelfer sind willkommen

Das Theaterspielen ist mit viel Arbeit verbunden. Auch im Hintergrund muss immer viel vorbereitet und erledigt werden. Besonders viel gibt es um die Auftritte herum zu tun. Da brauchen die Schaumermals Unterstützung durch Fahrer, Eintrittskarten-Verkäufer, Kulissen-Aufbauer, Getränke-Verteiler, Kuchen-Bäcker und noch viel mehr. Deswegen soll nun ein Unterstützer-Kreis gebildet werden. Da wollen sich Leute zusammentun, die in ihrer beruflichen Arbeit oder in ihrer freien Zeit ehrenamtlich bei Schau mer X mitmachen. Man kann sich eine Aufgabe aussuchen. Man kann regelmäßig helfen oder sich bei einzelnen Auftritten mit einbringen, wie es die eigene Zeit erlaubt.


Die Theatergruppe "Schau mer X" beim Auftritt.
Menschen mit und ohne Behinderung spielen bei "Schau mer X" gemeinsam Theater.

Die Philosophie von "Schau mer X"


"Kunst kommt von können, nicht von wollen.
Sonst müsste es ja Wunst heißen."
Karl Valentin

Das Zitat von Karl Valentin zaubert ein Lächeln auf unsere Lippen und man kann sich fragen, was es hier an dieser Stelle soll. Schließlich ist von den Schau mer X- Spieler (noch) keiner ein ausgebildeter Schauspieler, bzw. Schauspielerin.

Noch dazu steht es im völligen Gegensatz zu unserem sonstigen „Theatergelehrten-Zitaten-Schatz“, nämlich Augusto Boal (Theater der Unterdrückten):

Keine akrobatischen Leistungen sind angestrebt, sondern das Ausschöpfen all dessen, was in uns angelegt ist, denn nicht nur der Künstler kann Kunst machen – jeder Mensch ist ein Künstler.

Augusto Boal


Feuertrick bei Theateraufführung
Manchmal spielen die Schauspieler von "Schau mer X" auch mit dem Feuer.


Was stimmt also nun? Ist jeder Mensch ein Künstler?

Oder setzt Künstlersein Qualifikation voraus?

Durch unsere spielfreudige Theaterarbeit haben wir entdeckt, dass beide Theatergrößen Recht haben.

Nur durch „wollen“ entsteht nichts. Es muss getan sein. Eine Handlung auf der Bühne wird durch das inwendige Wollen – die Absicht! – spannend. Und dies geschieht durch die Auseinandersetzung mit dem Thema des jeweiligen Stückes, der Szene, der Rolle.

Jedes Stück der „Schau mer X“s entwickeln wir selbst, d. h. die Themen werden erfragt – „Was wollt ihr spielen?“, „Was ist Eure Idee für das nächste Stück?“.

Durch die unterschiedlichsten Spielmethoden - Maskenarbeit, Gruppenspiele, malen, tanzen, schreiben, improvisieren, erzählen, zuhören, pantomimische Spiele, Ausflüge, andere Menschen kennen lernen - machen wir uns mit dem jeweiligen Thema vertraut. Jeder kann das auf seine Weise machen und gewinnt dadurch neue Eindrücke. So entstehen unsere Stücke. Und somit gibt jeder seine Sicht der Dinge dazu und wird zum ausdrucksstarken Künstler, der etwas will. Seine Sicht auf die Welt mitteilen! Es stimmt tatsächlich: Augusto Boal und Karl Valentin haben recht.


"Alles erzählt eine Geschichte. Manchmal muss man nur hinhören

Die Kaktussen

Nicht jeder Spieler versteht die Komplexität jedes einzelnen Stücks in seiner Ganzheit.

Aber jeder weiß, was seine Absicht in seiner Szene, seiner Rolle ist. Es gibt auch Spieler, die keine Rolle spielen, weil sie sie selbst bleiben. Aber auch sie wissen um ihre Absicht und um ihre Funktion darin. Jeder nach seinen Möglichkeiten! Und so, dass die Spielfreude im Vordergrund steht.

Sicherlich erleben wir so manchen Spieler, der über seine Fähigkeiten hinaus wächst und neue Erlebensbereiche betritt. Das freut uns ungemein. Dennoch sind wir nicht aus therapeutisch-beseelten Gründen theaterbegeistert, sondern aus dem einfachen Grund: Theater zu machen!

Aus einer Haltung, die aus dem gemeinsamen Spielen heraus wächst.

Wir sind ein Teil dieser Gesellschaft! Theater ist unser Botschaftsboot.

Und damit haben wir etwas zu sagen!

Bilder von unserer letzten Premiere mit „RaumZeit- und Herzsprung“ in Rothenburg ob der Tauber:





Kontakt

Thomas Kohler
E-Mail: Thomas.Kohler@DiakonieNeuendettelsau.de
Telefon: 09861 / 87477952

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E-Mail: Heike.Pfänder@T-Online.de
Telefon: 09846/976890

Heidemarie Dawidziuk
E-Mail: Heidemarie Dawidziuk@diakonieneuendettelsau.de
Telefon: 09861/87477954

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