Spiritualität und Glaube in Zeiten von Corona? Jetzt erst recht!

Auch in den Kirchen herrscht wegen der Corona-Pandemie derzeit Ausnahmezustand. Den Kirchen wurde mit dem Kontaktverbot die Möglichkeit genommen, ihre Türen weit zu öffnen und den Menschen wie gewohnt Unterstützung und Hilfe anzubieten.
Dabei ist es gerade in Zeiten der Not und existenziellen Bedrohung besonders wichtig, miteinander zu sprechen, sich gegenseitig Mut zu machen und vor allem gemeinsam Gottes Wort zu hören und auch Gottesdienst feiern zu können. Die Bestürzung über diese Maßnahmen war anfangs groß. Es blieb jedoch keine andere Wahl, wollte man sich nicht in Gefahr begeben und die Ansteckung am Ende gar noch zu fördern.
Nun findet auch in St. Laurentius in Neuendettelsau mindestens bis nach Ostern kein Gottesdienst mehr statt.

Eine Kirche, die schweigt? Nein! Damit gibt sich bei Diakoneo niemand zufrieden. Haupt- und Ehrenamtliche suchen gleichermaßen nach Möglichkeiten, ein Stück vom Glauben und von der Zuversicht die dieser Glaube ins Leben bringt, auch in diesen Zeiten der Hilflosigkeit und der Verunsicherung weiterzutragen.

Diakoneo veröffentlicht im Online-Magazin und auf Facebook regelmäßig Andachten und kurze Impulsevorträge. Sie sind herzlich eingeladen: Lesen, sehen und hören Sie unsere Beiträge. Wir freuen uns auch über Ihr Feedback! #kirchedaheim

Der zweite Beitrag von Dr. Peter Munzert, Pfarrer an St. Laurentius in Neuendettelsau. Er spricht zum Thema "Nächstenliebe in Zeiten von Corona":


Seelsorge in Zeiten von Corona

Öffentliche Gottesdienste werden an St. Laurentius derzeit nicht abgehalten. Eine Reihe von Andachten und Gottesdiensten finden aber als Fernseh-Gottesdienste statt und werden in die angeschlossenen Einrichtungen übertragen: Gottesdienstplan

 

Seelsorgenotruf St. Laurentius

Für besondere seelsorgerliche Anliegen wenden Sie sich bitte telefonisch an das Kirchenbüro St. Laurentius +49 9874 8-2291 oder an die Pforte des Mutterhauses +49 9874 8-2215.
Am Wochenende steht Ihnen der Seelsorgenotruf St. Laurentius zu Verfügung: +49 151 73 00 77 24.
Alternativ auch an Telefonseelsorge +49 800 111 01 11.

In Zeiten des Corona-Virus bietet das evangelische Dekanat Windsbach eine zusätzliche Telefonseelsorge an:

Ansprechpartnerin:
Pfarrerin Dörte Knoch
Telefon:  09872/ 7504
Handy: 0176/ 410 875 79



Der Andachtstext zum Thema "Nächstenliebe" im Wortlaut: 

Corona geht uns alle an und wir lernen wieder solidarisch miteinander zu sein. 

Ärzte und Pflegekräfte fordern uns auf, zuhause zu bleiben. Wir sollen nicht auf die Straße gehen und uns unter Menschen begeben. Sie verlangen von uns, dass wir in unseren vier Wänden bleiben und uns selbst vom sozialen Leben ausschließen.


Das ist für uns etwas Neues, weil es gegen unser Freiheitsgefühl geht. Wir sind das nicht gewohnt. Eigentlich ist das für uns undenkbar. Wer sperrt sich denn gerne ein, und schon gar nicht, wenn jetzt so herrliche Frühlingstage kommen? Die Sonne und die ersten warmen Temperaturen ziehen einen doch förmlich nach draußen.


Und doch halten sich die meisten Menschen daran. Niemand möchte sich anstecken oder jemand anderes anstecken. Es verlangt schon ein hohes Maß an Disziplin, wenn man den staatlichen Anordnungen folgt und sein Privatleben so ziemlich umkrempelt. Gewohnt sind wir das nicht.


Wir lauschen gebannt auf die Verantwortlichen aus der Politik und was sie Neues auferlegen und - wir tun es. Ohne großen Protest.


Mit einem Mal erleben wir hier etwas in der Gesellschaft, was wir lange nicht mehr so gesehen haben. Ein Zusammenhalt, ein Miteinander, ein Wir-Gefühl – weil wir alle in einem Boot sitzen. Corona geht uns alle an und wir lernen wieder solidarisch miteinander zu sein. Deutschland schränkt sich ein, damit die Schwächeren unter uns eine Chance haben, damit die Älteren, die Menschen mit Vorerkrankungen geschützt werden und die Einsamen nicht verlassen in ihren Wohnungen sterben müssen.


Für mich ist das gelebte Nächstenliebe. Wir kümmern uns und sorgen uns um unsere Nächsten. Ob wir sie kennen oder nicht, ob wir sie mögen oder nicht, das spielt keine Rolle. Wir sorgen uns um Menschen, weil sie Hilfe brauchen. Ganz einfach. Wir bleiben zuhause, damit wir andere nicht anstecken. Wir tun unsere Arbeit, damit andere zu essen, zu trinken oder die notwendige medizinische Versorgung haben.


Wir tun es für andere, nicht nur für uns selbst. Die Bibel nennt das Nächstenliebe. Das ist eine christliche Grundhaltung. Für andere da zu sein. Das macht Sinn und hilft. Es macht einen echten Unterschied und verändert die Welt ein klein wenig. Es macht sie menschlicher. Jeden Tag ein bisschen mehr. Trotz aller Krankheiten, die uns plagen. Und wenn das alle tun, sind wir dem Himmel auf Erden schon ziemlich nah. Und das ist schön! Weil wir das Leben lieben.


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