Im Juli 2019 startete in Neuendettelsau die neue berufsbegleitende Weiterbildung zur Neuendettelsauer Diakonin/zum Neuendettelsauer Diakon.

Die praxis- und handlungsorientierte Weiterbildung vertieft sozial-diakonische Kompetenzen ohne dabei das theoretische Fundament zu vernachlässigen. Die Verbindung von christlichem Glauben und sozialer Arbeit wird dabei vertieft und diakoniewissenschaftliche und humanwissenschaftliche Inhalte miteinander verbunden. Nach Abschluss der Weiterbildung sind die 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Lage, theologische Sachverhalte erklären zu können, Menschen in existenziellen Lebenslagen zu begleiten und in den Institutionen von Kirche und Diakonie handeln zu können. Die Weiterbildung dauert zwei Jahre und umfasst insgesamt 60 Präsenztage.

Wir haben mit einem der Teilnehmer, Sebastian Haupt, gesprochen und ihn gefragt, was ihn zu dieser Weiterbildung bewogen hat und was er davon erwartet.

Herr Haupt, Sie sind einer der 18 Teilnehmer an der berufsbegleitenden Weiterbildung zum Diakon. Welchen Grundberuf bringen Sie für die Weiterbildung mit?

Sebastian Haupt: Ich habe in Eichstätt Pädagogik B. A. mit dem Schwerpunkt „Sozialpädagogik“ und im Nebenfach „Erwachsenenbildung“ studiert. Vorher hatte ich bereits selbst ein Freiwilliges Soziales Jahr bei Diakoneo, damals noch Diakonie Neuendettelsau, in Windsbach absolviert und die ersten Kontakte nach Neuendettelsau knüpfen können. Nach dem Abschluss meines Studiums, suchten die Freiwilligendienste zufällig einen Mitarbeiter mit genau meinen Qualifikationen. Ich bewarb mich auf die Stelle und bin dort mittlerweile seit Herbst 2015 tätig.


Sebastian Haupt
Der Sozialpädagoge Sebastian Haupt arbeitet bei den Diakoneo Freiwilligendiensten. Berufsbegleitend lässt er sich zum Diakon ausbilden © Lukas Herbert


Wie sehen Ihre Aufgaben bei den Freiwilligendiensten genau aus?

Sebastian Haupt: Ich begleite unsere Freiwilligen, im Alter von ca. 15 bis 27 Jahren. Sie werden schon in der Bewerbungsphase von uns unterstützt. Viele von ihnen wissen zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau, was sie beruflich machen wollen, oder sie haben nur eine vage Vorstellung davon. Sie können bei uns nach der Schule einen Freiwilligendienst absolvieren und in den verschiedenen Bereichen tätig werden. Auf diese Weise erhalten die jungen Menschen Einblick in unsere Arbeitsgebiete und sehen, was für sie passen könnte und wo sie sich wohl fühlen. Daraus entwickelt sich dann bei vielen ein Berufswunsch.

Neben den Tätigkeiten in den Einrichtungen gehören zu einem Freiwilligendienst auch spezielle Bildungsseminare. Hier geht es unter anderem um nachhaltige Entwicklung, politische und religiöse Themen. Für diese Seminare bin ich verantwortlich und setzte hier auch gerne Kenntnisse aus meiner Weiterbildung zum Erlebnispädagogen ein.

Zu der persönlichen Betreuung unserer Freiwilligen gehört neben Gesprächen bei den Seminaren auch ein jährlicher Besuch in der jeweiligen Einsatzstelle in den Einrichtungen vor Ort. Hier erfahre ich wie sich der Einsatz gestaltet und ob die Freiwilligen gut zurechtkommen.

Was waren Ihre Beweggründe, die Weiterbildung zu beginnen?

Sebastian Haupt: Die Weiterbildung hat mich sofort angesprochen und nach dem offiziellen Infotag war meine Entscheidung klar, dass ich diese gerne machen möchte. Der christliche Glaube spielte schon immer eine Rolle in meinem Leben. Seit vielen Jahren bin ich in meiner Heimatgemeinde ehrenamtlich aktiv und habe im Lauf der Jahre viele unterschiedliche Aufgaben übernommen: in der Jungschararbeit, bei Jugendgottesdiensten und -konzerten oder beim Ferienprogramm. Auch in meiner Seminararbeit mit den Freiwilligen beschäftige ich mich inzwischen immer wieder gerne mit religiösen Themen. Für diese Arbeit würde ich gerne noch mehr über den Glauben erfahren und mein Wissen vertiefen, zum Beispiel den Aufbau und die Zusammenhänge in der Bibel besser verstehen, um das dann auch weitergeben zu können. Außerdem spielen noch der Austausch und die Zusammenarbeit in einer Gemeinschaft eine weitere wichtige Rolle für mich. Ich finde es äußerst spannend mit Menschen mit verschiedensten Erfahrungen und Sichtweisen zusammenzuarbeiten. Diese können sich gegenseitig unterstützen und anregen, wodurch noch mehr entstehen kann. Zuletzt reizt es mich, im allerersten Kurs dieser Weiterbildung zu sein. Da kann man die gesamte Entwicklung miterleben und wir können mit unserem Feedback auch ein Stück mitgestalten.

Wie waren die Reaktionen aus Ihrem privaten und beruflichen Umfeld?

Sebastian Haupt: Aus meinem Umfeld habe ich viel positive Rückmeldung und auch Unterstützung erhalten. Viele meinten, dass sie sich das sehr gut vorstellen können und bestärkten mich auch darin die Weiterbildung zu machen. Teilweise wurde ich auch gefragt, was man denn mit so einer Weiterbildung überhaupt machen könne, was sich bei mir jedoch leicht beantworten lässt, da die Weiterbildung an meine berufliche Tätigkeit anknüpft und die Inhalte sich sicherlich leicht in meine Arbeit integrieren lassen.

Wie lässt sich die Weiterbildung mit Ihrer beruflichen Tätigkeit und mit Ihrem Privatleben vereinbaren?

Sebastian Haupt: Ich werde für die einzelnen Kurse von meiner Tätigkeit bei den Freiwilligendiensten freigestellt und auf diese Weise wird es machbar. Außerdem übernimmt Diakoneo die Kosten fast vollständig.

Wie setzt sich die Weiterbildungsgruppe zusammen?

Sebastian Haupt: Da haben sich ganz unterschiedliche Menschen zusammengefunden. Sowohl vom Alter her, wie auch vom beruflichen Hintergrund. Besonders gut gefallen hat mir in der ersten Kurseinheit, dass vom ersten Moment an eine Gemeinschaft spürbar wurde und dass sich unsere unterschiedlichen Sichtweisen ergänzten. Das wirkt alles sehr vielversprechend für die kommenden Fortbildungswochenenden!


Diakonenausbildung
Vom ersten Moment Gemeinschaft spürbar: Sebastian Haupt freut sich auf die kommenden Fortbildungswochenenden. © Lukas Herbert


Was erwarten Sie von der Weiterbildung für Ihre berufliche Tätigkeit und für sich persönlich?

Sebastian Haupt: Neben den Inhalten, die ich in der Seminararbeit einbauen kann, freue ich mich auch über die Möglichkeit persönlich viele neue Erfahrungen im Glauben sammeln zu können und mich mit diesen eventuell noch an verschiedenen anderen Punkten im Unternehmen einbringen zu können.


Kontakt Weiterbildung Diakon

Pfarrer Dr. Peter Munzert
Leitung Diakonieseminar


Wilhelm-Löhe-Str. 16
91564 Neuendettelsau


Telefon: +49 9874 8 2756

Mobil: + 49 151 2009 6405
Telefax: +49 9874 8-2674
E-Mail


Diesen Artikel teilen

Mehr lesen aus dem Magazin zum Thema Spiritualität
31. Oktober 2019

Der Umgang mit den Themen Tod, Abschied und Trauer hat sich über die Jahrzehnte hinweg verändert. Passend zu den heutigen Entwicklungen hat die Diakoneo-Paramentik Neuendettelsau ein Wegbegleiter-Tuch entwickelt, das im Moment des Abschieds von Angehörigen hinzugezogen werden kann. Künstlerin Beate Baberske spricht über die Entstehung.

14. Oktober 2019

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des Hospizvereins Ansbach begleiten sterbende Menschen auf ihrem letzten Lebensweg. Wie sieht die Arbeit als Hospizbegleiter aus?

26. August 2019

Projektchor, Musikmarathon, Orgel-Bier. Martin Peiffer, Kantor an der Laurentius-Gemeinde in Neuendettelsau, ist für die musikalische Leitung verantwortlich. Er setzt Projekte von klassisch bis modern von und mit allen Generation um.

11. Juli 2019

Am Sonntag, 21. Juli, findet in Neuendettelsau der 16. Motorradfahrer-Gottesdienst statt. Einer der Teilnehmer ist André Krauß, Leiter des Seniorenparks am Kreuzberg in Crailsheim.

Haben Sie Fragen? Wir helfen Ihnen gerne.

Wenn Sie sich näher über unser Angebot informieren möchten, können Sie gerne Ihre
bevorzugte Kontaktmöglichkeit hinterlassen.

Oder rufen Sie uns an unter unserer Service-Nummer:

+49 (0) 180 28 23 456 (6 Cent pro Gespräch)