Pflegefachmann Andreas Münch möchte dazu beitragen, das diakonische Profil zu leben

Durch die neue Ausbildung zum Neuendettelsauer Diakon / zur Neuendettelsauer Diakonin sollen Menschen in diakonischen Berufen befähigt werden, ihr eigenes christliches Profil zu schärfen und diese Fähigkeiten an ihrem Arbeitsplatz umzusetzen. 

Einer der 18 Teilnehmer an der Ausbildung ist Andreas Münch, Pflegepädagoge an der Berufsfachschule für Altenpflege- und Altenpflegehilfe hilfe in Ansbach.

Diakonenausbildung Neuendettelsau Erfahrungen
Der Pflegefachmann Andreas Münch absolviert die Weiterbildung zum Neuendettelsauer Diakon © Herbert

Ulrike Englmann hat ihn gefragt, warum er die Ausbildung begonnen hat und was er sich davon erwartet:

Frage: Herr Münch, welche berufliche Vorbildung haben Sie?


Andreas Münch: Ich bin von meiner Grundausbildung her Altenpfleger und habe die Ausbildung in Rummelsberg absolviert. Später habe ich dann Pflegemanagement an der Evangelischen Fachhochschule in Nürnberg studiert und das Studium als Diplom-Pflegewirt (FH) abgeschlossen.
Bei Diakoneo, früher Diakonie Neuendettelsau, habe ich von 2005 bis 2011 den Seniorenhof in Altdorf verantwortlich geleitet und bin dann an die Berufsfachschule nach Ansbach gewechselt als Pflegepädagoge für die dreijährige Ausbildung Altenpflege und für die einjährige Ausbildung für Pflegefachhelferausbildung. Ich habe außerdem noch berufsbegleitend an der Wilhelm-Löhe-Hochschule zuerst Berufspädagogik im Gesundheitswesen und dann Bildung im Gesundheitswesen studiert und einen Bachelor- und einen Masterabschluss erworben.


In Ansbach begleite ich auch die Praxisausbildung in den Praxiseinrichtungen. Das macht mir sehr viel Freude, weil ich meine eigene Praxiserfahrung mit meinem theoretischen Wissen zusammenbringen kann. Insgesamt erhalte ich einen großen Einblick in das gesamte Berufsfeld. Die Schüler bilden eine hochdiverse Gruppe: Wir haben dort Abiturienten, Mittelschüler, Migranten und Hausfrauen, die nach der Kinderphase wieder beruflich tätig sein  und das auf ordentliche Füße stellen wollen.
Die Altersgruppe ist zwischen 17 und 53 Jahren. Die Diversität unserer Schülerinnen und Schüler ist sehr interessant und spannend, aber auch herausfordernd.

Große Herausforderungen für die Diakonie

Frage: Was sind Ihre Beweggründe die Ausbildung zum Diakon zu beginnen?

Andreas Münch: Zunächst einmal bin ich familiär kirchlich sozialisiert. Ich lebe in Altdorf und bin auch dort in der Kirchengemeinde engagiert. Ich spiele im Posaunenchor Trompete, bin im Kirchenvorstand und bin außerdem Vorsitzender des Diakonievereins in Altdorf. Der christliche Glaube ist mir sehr wichtig, da knüpfe ich an. Vieles bei Diakoneo sehe ich durchaus positiv, so dass ich zum Beispiel die Möglichkeit zum Studium an der Wilhelm-Löhe-Hochschule hatte.

Allerdings nehme ich wahr, dass es immer schwieriger wird, auch für Diakoneo, ihr einzigartiges diakonisches Profil auch zu leben. Hier wird wirklich auch intern für diakonisches Profil gerungen, aber immer weniger Menschen leben in der Gesellschaft ihren Glauben aktiv und das spiegelt sich natürlich auch innerhalb der Diakonie wider. In der Folge stehen wir hier vor einer großen Herausforderung auf die die Diakonie unter anderem mit der Weiterbildung zum Diakon antwortet.
Ich halte dieses Angebot für eine gute Form, das diakonische Profil weiterzuleben und verstärkt in unsere Einrichtungen zu tragen.


Frage: Wie hat ihr Umfeld auf Ihren Entschluss reagiert?

Andreas Münch: Meine Familie und meine Freunde sagten sofort: „Das passt gut zu Dir!“ Aber das hatte ich mir schon gedacht. Ich habe das dann aber auch in der Schule den Schülerinnen und Schülern erzählt, da waren die Reaktionen gemischter. Viele haben keinen rechten Bezug mehr zum christlichen Glauben und können sich so auch nicht vorstellen, dass man sich als Diakon engagieren will. Das war natürlich ein guter Anlass für mich, etwas davon zu erzählen.

Zusätzliche Angebote an der Schule anstoßen

Frage: Was versprechen Sie sich von der Ausbildung?

Andreas Münch: Zunächst einmal lässt sich das mit sehr vielen Dingen in meinem Leben gut vereinbaren. Ich kann mich in meiner Kirchengemeinde besser einbringen, auch in der Diakonischen Schwestern- und Brüderschaft in Neuendettelsau, aber ich kann mir auch vorstellen, das diakonische Profil an unserer Schule zu stärken indem ich dort zusätzliche Angebote anstoße.


Teilnehmer Weiterbildung Diakon
Die Teilnehmer an der Weiterbildung: Eine bunte Mischung aus Menschen mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen. © Herbert


Frage: Nun sind die ersten beiden Module der Ausbildung vorbei. Wie ist es Ihnen denn ergangen dabei?

Andreas Münch: Bisher haben wir uns vor allem mit dem Alten Testament, mit Kirchengeschichte und mit Bibelgeschichte beschäftigt. Mich hat das sehr an meine Kindheit und Jugendzeit erinnert, wo ich viele dieser Geschichte zum ersten Mal hörte. Heute hilft mir das, Bezüge zu theologischen Fragen herzustellen, die wir zum Beispiel im Kirchenvorstand in der Kirchengemeinde diskutieren.


In der Gruppe selbst konnte ich schnell Kontakte knüpfen. Wir sind 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, eine gute bunte Mischung von Menschen aus ganz verschiedenen beruflichen Zusammenhängen. Was uns da verbindet ist die Sehnsucht nach geistlichen Impulsen und nach gelebter Spiritualität. Wir sind auch schon in verschiedener Art miteinander vernetzt, so besteht ein regelmäßiger lockerer Austausch – nicht nur während der Kurszeiten.

Menschen mit Gott in Verbindung bringen


Frage: Welche Effekte erwarten Sie sich von der Ausbildung für Ihre Berufstätigkeit und für sich persönlich?


Andreas Münch: Mein Ziel ist es ja immer, meine Schülerinnen und Schüler auch für geistliche und spirituelle Inhalte zu motivieren. Bei ethischen Fragestellungen, zum Bespiel bei den Themen Sterbehilfe oder Gewalt in der Pflege sind sie schnell bei der Sache und zu begeistern, aber für eine Andacht fehlt doch oft das Interesse.
Hier verspreche ich mir Impulse, wie ich unser diakonisches Profil stärken kann. Diakonisches Profil bedeutet für mich, die geistlichen Bedürfnisse der Menschen ernst zu nehmen, aufzugreifen und zu berücksichtigen. Es bedeutet für mich, Menschen mit Gott in Verbindung zu bringen und es ihnen zu ermöglichen, eine lebendige Gottesbeziehung zu pflegen. Dabei würde ich gerne unterstützen.

Kontakt Weiterbildung Diakon

Pfarrer Dr. Peter Munzert
Leitung Diakonieseminar


Wilhelm-Löhe-Str. 16
91564 Neuendettelsau


Telefon: +49 9874 8 2756

Mobil: + 49 151 2009 6405
Telefax: +49 9874 8-2674
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