Unterstützung und Hilfe für Angehörige im Trauerfall

Der Umgang mit den Themen Tod, Abschied und Trauer hat sich über die Jahrzehnte hinweg verändert. Passend zu den heutigen Entwicklungen hat die Diakoneo Paramentik ein Wegbegleiter-Tuch entwickelt, das im Moment des Abschieds von Angehörigen hinzugezogen werden kann. 

Das Wegbegleiter-Tuch gibt es in einer limitierten Auflage in allen Senioreneinrichtungen von Diakoneo.

Natürlich kann es auch von externen Interessenten erworben werden. Es wird auf Anfrage in der Neuendettelsauer Paramentik innerhalb von zwei Wochen hergestellt.

Amanda Marien hat mit der Künstlerin Beate Baberske über die Konzeption und Entstehung des Tuches gesprochen:
Beate Baberske ist die künstlerische Leiterin der Paramentik und hat das neue und erste Wegbegleiter-Tuch von Diakoneo gestaltet. Die Anfänge legte die Ausstellung „Zu Ende gewebt - Textilkunst für die letzte Reise“ vergangenes Jahr in Bad Windsheim. Dort hatte die Paramentik aus Neuendettelsau zusammen mit vielen anderen Werkstätten ihre Werke vorgestellt.
Baberske verrät, dass die Idee von Wegbegleiter-Tüchern nicht neu ist und bereits von einigen Werkstätten künstlerisch umgesetzt wird. Als Manuela Füller, Geschäftsführende Leitung Dienste für Senioren, sie dann darum bat, ein Wegbegleiter-Tuch für die Einrichtungen von Diakoneo zu entwerfen, ging der Entstehungsprozess los.

Das Wegbegleiter-Tuch der Diakoneo Einrichtungen ist vielfältig einsetzbar und wurde aus leichter und glänzender Polyesterseide hergestellt. © Amanda Marien.

„Der Umgang mit dem Thema Tod und Abschied hat sich über die Jahrzehnte hinweg verändert“, sagt Baberske. Gab es früher noch eigene Zimmer, in denen die Toten aufgebahrt wurden und sich die Angehörigen die Zeit zum Abschied nehmen konnten, sei das heute häufig gar nicht mehr gewünscht. Baberske erzählt, dass dazu heute vor allem auch die Zeit fehle und Angehörige sich häufig in dem Zimmer, in dem die Person gestorben ist, von ihr verabschieden. „Wir haben das Wegbegleiter-Tuch entwickelt, damit dieser Moment würdevoll und individuell gestaltet werden kann“, betont sie.

Dabei gab es einiges zu beachten. Das Tuch sollte gewaschen werden können, nicht zu schwer sein und so gestaltet werden, dass es für Menschen aller Religionen und Glaubensrichtungen ansprechend ist. „Kreuzsymbole gibt es zum Beispiel nicht in jeder Religion“, sagt Baberske.

Entstanden ist nun ein Tuch mit zwei unterschiedlich gestalteten Seiten. „Auf der Vorderseite befindet sich eine Figur in Form des Unendlichkeitszeichens, die zum Beispiel als Engelsfigur betrachtet werden kann. Die Gestaltung der Rückseite besteht aus einem hellen Kreis, umgeben von kleineren hellen Kreisen, an dessen Unterseite Dornen angedeutet sind. Die Rückseite kann dadurch zum Beispiel als eine Galaxie, ein Nest oder ein Sternenhimmel betrachtet werden“, beschreibt die Künstlerin.

Da viel beachtet werden musste, war es von der Planung bis zur Umsetzung ein langer Prozess.

Den Kreis empfindet sie selbst als eine Verbindung zum Universum, die Dornen am Fuß des Kreises symbolisieren für sie ein Nest, zum Beispiel als Zeichen der Geborgenheit und Ankunft. Damit vereint die Gestaltung den christlichen Gedanken der Wiederauferstehung und lässt gleichzeitig genügend Raum für eigene Gedanken und Interpretationen.

„Uns war es ganz wichtig, die benötigte Wertigkeit über das Textil zu erzeugen“, sagt Beate Baberske. Das Tuch ist 1,50 Meter lang und 40 Zentimeter breit und besteht aus einer glänzenden Polyesterseide. Die Farbe blau dominiert die Farbgebung und spiegelt die Hoffnung und Göttlichkeit wieder. Um sowohl Farbigkeit als auch Symbolik von den oft üblich bunt bedruckten Bettbezügen abzuheben, hat sich Beate Baberske dazu entschieden das Wegbegleiter-Tuch blau zu umranden und ein großes weißes Bettlaken mit an die Einrichtung zu liefern.

Auch wenn das Wegbegleiter-Tuch eine limitierte Anfertigung für Diakoneo Einrichtungen ist, können Interessierte ein ähnliches Tuch erwerben. Je nach individueller Gestaltung wird es ab 500 Euro kosten und ist nach Anfrage innerhalb von zwei Wochen fertiggestellt.

Die Entwürfe gestaltet Beate Baberske mit Pastellkreide. Rechts abgebildet ist der Entwurf des Wegbegleiter-Tuchs, das erworben werden kann.

Den Faden des Lebens visualisieren

Ende des Jahres erhalten knapp 30 Diakoneo Einrichtungen für Senioren das Wegbegleiter-Tuch.

„Mit dem Wegbegleiter-Tuch wollen wir den spirituellen Gedanken und Begleitung noch stärker in unsere Einrichtungen bringen“, verdeutlicht Manuela Füller, Geschäftsführende Leitung Dienste für Senioren. „Das Thema Tod und Abschied ist oft sehr schwer für alle Beteiligten. Das Tuch ist ein Angebot von uns, um dem Betroffenen und den Angehörigen durch die visuelle Gestaltung den Abschied zu erleichtern“, sagt Füller.

Manuela Füller, Geschäftsführende Leitung Dienste für Senioren, bringt die Wegbegleiter-Tücher in die Diakoneo Einrichtungen.

Nachdem jeder Mensch mit dem Thema Tod und Abschied anders umgeht, gibt es auch viele unterschiedliche Zuwendungsmöglichkeiten. Die persönlichen Wünsche werden direkt mit dem Betroffenen und seinen Angehörigen besprochen. Kann jemand seine Vorstellungen vor seinem Tod nicht mehr äußern, stehen den Angehörigen des Verstorbenen ausgebildete Palliativpflegekräfte zur Seite, die sie in diesen schweren Stunden oder Tagen unterstützen. Menschliche Zuwendung steht dabei neben medizinischer, seelsorgerischer und psychologischer Betreuung im Vordergrund. Neben Gebeten, geistlichem Beistand oder Musik, können Angehörige zum Beispiel auf liebgewonnene Erinnerungen in Fotoalben zurückgreifen oder durch eine Handmassage mit Aromaölen Abschied nehmen. „Wir helfen dabei, den richtigen Weg für sich und den Angehörigen zu finden“, betont Manuela Füller.

Dass die Diakoneo Einrichtungen ein Wegbegleiter-Tuch als Gestaltungsmöglichkeit der Abschiednehmens erhalten, war ihr ein persönliches Anliegen. „Es ist toll, eine eigene Paramentik zu haben und das Wegbegleiter-Tuch von Beate Baberske greift den Gedanken an den Faden des Lebens und die verschiedenen Lebensabschnitte gut auf. Das ist wirklich etwas Besonders“, betont Manuel Füller.

Textilien zum Abschied

In unserer Broschüre finden Sie weitere Produkte aus der Paramentik, die sich mit dem Thema Textil und Abschied befassen.
Neben dem Wegbegleiter-Tuch sind das zum Beispiel Sargtücher und Urnen aus Filz:
Broschüre "Textil und Abschied"


Kontakt

Paramentenwerkstatt
Wilhelm-Löhe-Straße 14
91564 Neuendettelsau

Tel.: +49 (0) 98 74 / 8 22 75
Fax: +49 (0) 98 74 / 8 22 76

E-Mail schreiben








Paramentik eröffnet Laden

In der Paramentik gibt es auch Geschenke wie zum Beispiel  individuelle Gesangbuchumschläge, Fadenkreuze für die Wand oder den Schreibtisch sowie Engel-Schlüsselanhänger.

Für diesen kleinen Kunstwerke wurde ein Laden eingerichtet.
Mehr Informationen

 

 

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