Wie Farbe das Leben der Senioren bunt und froh macht

Menschen wie Elena Callejas Correa sind wahre Helden des Alltags bei Diakoneo – unabhängig von Corona. Die Betreuungsassistentin im Diakoneo Sigmund-Faber-Haus in Hersbruck bringt den Menschen – gerade auch in dieser schwierigen Zeit – Freude, Wohlbefinden und wortwörtlich Farbe ins Leben. Esther Jaksch hat sich mit Elena Callejas Correa über ihre Arbeit unterhalten.

Von Amerika nach Hersbruck

Mit Kompetenz, Liebe und viel Kreativität realisiert die Betreuungsassistentin Elena Callejas Correa Kunstprojekte im Sigmund-Faber-Haus in Hersbruck.

Die Kolumbianerin aus der Hauptstadt Bogota ist Expertin im Bereich Kunst, Tanz und Singen. Bevor sie nach Deutschland kam, lebte sie zehn Jahre in Arizona, in den USA. Fünf Jahre unterrichtete sie Malen und Tanz an einer Schule für Kunst in Scottsdale (Phoenix). 2013 zog sie zu ihrem Mann nach Deutschland und absolvierte eine Ausbildung zur Betreuungsassistentin. Das Sigmund-Faber-Haus als Arbeitgeber hatte sie bereits seit einiger Zeit im Visier. 2019 klappte es dann mit einer Stelle. „Das war eine große Freude und ein großer Segen für mich.“ Ein Segen ist die Südamerikanerin auch für die Menschen: Mehrmals pro Woche bietet sie Malprojekte an. Sie hört oft Bedenken wie „Ich kann nicht malen!“ Doch Elena Callejas Correa lässt nicht locker, lädt die Bewohnerinnen und Bewohner ein und macht es ihnen so einfach wie möglich. Statt mit Pinseln können sie auch mit Schwämmen und Bürsten malen, da die Motorik manchmal durch Krankheiten wie Parkinson oder Demenz eingeschränkt ist. Umgesetzt werden kleinere und auch größere Projekte, an denen bis zu sechs Senioren gemeinsam arbeiten können. Doch die Betreuungsassistentin malt nicht nur in ihren Projekten: Elena Callejas Correa liest zunächst eine Geschichte mit christlichem Hintergrund vor und erst nach einer Meditation beginnen sie dann mit der Kunst.

Malen verändert die Menschen


Gemeinsame Kunst! Die Senioren malten zusammen an einem Kreuz für Ostern, das in Hersbruck den Andachtsraum schmückte.

„Malen ist wie eine Therapie. Die Farben spiegeln unsere Stimmungen wieder und helfen, sie auszudrücken.“ Bei den Bewohnern ist eine Veränderung förmlich sichtbar. „Der Selbstwert wird gestärkt, die Augen werden fokussierter, die Motorik besser, ein Lachen ist zu sehen. Die Senioren kommen dadurch aus der Passivität in die Aktion“, betont Dr. Stephan Abt, Leiter des Sigmund-Faber-Hauses. Nach der Maleinheit fragen viele Senioren die Kolumbianerin bereits nach dem nächsten Treffen. Zu Ostern malten sie gemeinsam ein Kreuz. Das Bild stand während der Osterzeit im Andachtsraum und konnte so von allen bewundert werden. Bei allem, was Elena Callejas Correa tut, schwingt ihr Glaube mit, der ihr sehr wichtig ist. „Liebe ist mein Motto und diese möchte ich an die Menschen weitergeben.“

Junge Berufsgruppe mit wichtigen Aufgaben

Für Dr. Stephan Abt ist die Arbeit der Betreuungsassistenten sehr wichtig. Es ist eine junge Berufsgruppe, die es erst seit 2008 gibt. Sie werden nicht in der Pflege eingesetzt, sondern sind speziell für die Betreuung und Aktivierung der Senioren da. „Ideal ist der Quereinstieg nach einigen Jahren Familienphase oder einer Tätigkeit in einem anderen Beruf“, so Dr. Abt. „Wir haben viel Glück und einige Naturtalente in unserem Team. Ein ehemaliger Opernsänger gestaltet beispielsweise Kreatives mit Musik und singt den Senioren ihre Lieblingslieder vor.“ Zweimal im Jahr finden Pflichtfortbildungen statt, die im Sigmund-Faber-Haus stattfinden. Hier kann auf interne Kompetenz zurückgegriffen werden: Der Einrichtungsleiter hat die MAKS®-Aktivierungstherapie mitentwickelt. MAKS® steht für motorisch, alltagspraktisch, kognitiv und spirituell.

Sigmund-Faber-Haus zu Corona-Zeiten

Für Elena Callejas Correa war und ist Corona eine große Herausforderung. Ihre Malprojekte konnten nur mit Mindestabstand von 1,5 Metern stattfinden. Sie mussten mit Masken malen, was die Kommunikation ziemlich erschwert hat. Die Senioren haben ihre Angehörigen sehr vermisst. Um Treffen möglich zu machen, wurden im großzügigen Garten des Sigmund-Faber-Hauses Bauzäune aufgestellt, um den Mindestabstand einhalten zu können. Schließlich wohnen dort Menschen, die zur Risikogruppe gehören. Die beliebten wöchentlichen Grillabende können momentan leider auch nur für Bewohner eines Stockwerks stattfinden. Übergreifende Veranstaltungen sind leider derzeit noch nicht möglich. „Wir setzen alles daran, die Situation für die Senioren im Sigmund-Faber-Haus trotz Corona so angenehm wie möglich zu gestalten“, so Dr. Stephan Abt.

Ein Zitat von Elena Callejas Correa zu ihrer Arbeit im Sigmund-Faber-Haus in Hersbruck:

„Mit viel Freude kann ich täglich erleben, wie sich der Tagesablauf der Bewohner durch eine liebevolle Betreuung positiv gestalten lässt. Viele Bewohner haben neben ihren „normalen“ Altersbeschwerden massive Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson, Demenz und Zustand nach Schlaganfall mit verschiedenen körperlichen Lähmungen. Einige von ihnen können nur noch mit dem Rollstuhl bewegt werden. Trotz solcher Herausforderungen übe ich meinen Beruf sehr gerne aus und versuche ein Stück Miteinander gerade in Corona-Zeiten für die älteren Menschen zu verwirklichen. Meine Meinung ist, dass eine Arbeit, die man mit Freude und Hingabe tut, nur halb so schwer fällt.“

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