Spiele für Menschen mit Demenz: Die Tovertafel

Die Tovertafel ist geeignet für Menschen in einer mittleren bis späten Phase der Demenz


Glücksmomente im Pflegebereich“, das ist es, was die Firma Active Cues aus Utrecht in den Niederlanden verspricht. Das Unternehmen entwickelt Spiele für Menschen mit Demenz, Menschen mit geistiger Behinderung und Kinder mit Autismus. „Jeder hat ein Recht auf Spielen“, so das Credo der Spielemacher, „aber nicht jedem ist das Spielen einfach so zugänglich.“ Abhilfe schaffen sie mit der Entwicklung der Toverfafel

Von Ulrike Englmann


Die Tovertafel wird seit einiger Zeit im Diakoneo Kompetenzzentrum für Menschen mit Demenz in Nürnberg eingesetzt. Barbara Heitmann, stellvertretende Einrichtungsleitung und Pflegedienstleitung, berichtet über ihre Erfahrungen im Praxiseinsatz. Ulrike Englmann hat mit ihr gesprochen. 

Die Tovertafel ist ein Kasten, der an der Zimmerdecke, beispielsweise über einem Tisch oder einer freien Bodenfläche, aufgehängt wird. Ein Beamer projiziert verschiedene Spiele auf die Unterlage. Die farbenfrohen Projektionen reagieren auf Hand- und Armbewegungen und die Beteiligten können mit dem Licht spielen. Aktuell stehen 20 verschiedene Spiele zur Verfügung, die vor allem in Gruppen gespielt werden können.

Vier von acht Wohngruppen im Diakoneo Kompetenzzentrum für Menschen mit Demenz Nürnberg sind mit Tovertafeln ausgestattet

Vier solcher Tovertafeln kommen im Diakoneo Kompetenzzentrum für Menschen mit Demenz in Nürnberg inzwischen zum Einsatz. Im Haus war geplant, einen stärkeren Fokus auf die Aktivierung der Bewohnerinnen und Bewohner durch neue Medien zu legen. „Im Zuge der Recherche fanden wir auf der Altenpflegemesse das Angebot der Tovertafel“, berichtet Barbara Heitmann, langjährige Pflegedienstleitung im Kompetenzzentrum. „Nachdem die Anschaffung aber sehr teuer ist, schreckten wir erst einmal zurück. Dass heute vier der acht Wohngruppen im Kompetenzzentrum mit Toverfafeln ausgestattet sind, haben wir unseren Spendern zu verdanken. Zwei Tafeln erhielten wir aus einer Erbschaft, eine kam von unserem Freundeskreis und die vierte wurde von mehreren Einzelspendern finanziert“, freut sich Barbara Heitmann.

Wer profitiert von der Tovertafel?

Die Tovertafel wurde speziell für Menschen in der mittleren und späten Phase einer Demenz entwickelt. Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass die interaktiven Spiele es ermöglichen, Apathie zu durchbrechen, Unruhe und angespanntes Verhalten durch die Erfüllung gemeinsamer Bedürfnisse von Menschen die mit Demenz leben, zu reduzieren. Mittels sensorischer und auditiver Reize stimuliert die Tovertafel dabei körperliche, mentale Aktivität und positive Emotionen und fördert die soziale Interaktion in der Gruppe und leistet einen Beitrag zur Lebensqualität.

Erste Erkenntnisse von Pflegefachkräften konnten generiert werden und aufzeigen, dass die positiven Effekte, die während der Tovertafel-Aktivität auftreten, mehrere Stunden nach Beendigung der Aktivität an dauern können. Die Dauer dieser Nachwirkung der Tovertafel und der positiven Effekte, als auch damit verbundene Rahmenbedingungen, stehen im Fokus der Wissenschaft und werden zukünftig genauer untersucht.

Hierfür ist es entscheidend, dass die primäre Zielgruppe aus Pflegeheimbewohnern im mittleren bis späten Stadium von Demenz besteht und die Spiele regelmäßig einsetzt. Die einzelnen Spiele können dabei je nach dem Grad der Demenz und individueller Anforderung eingesetzt werden. Sie können allein oder in der Gruppe gespielt werden. „In jedem Fall muss das Spielen begleitet werden, keiner ist damit einfach alleingelassen“, so Barbara Heitmann. „Man kann dabei beispielsweise Ostereier suchen oder eine Geburtstagstorte aus einzelnen Teilen zusammensetzen und am Ende brennen die Kerzen." 



"Es gibt Spiele, die eher aktivierend wirken, andere sind beruhigend. Gut gefällt uns auch der abendliche Sternenhimmel mit einer leichten Musik, das tut vielen gut. Auch Puzzles werden gerne gespielt."


Der Einsatz der Tovertafel wird im Rahmen desPflegepraxiszentrum Nürnberg entsprechend der oben beschriebenen Gesichtspunktewissenschaftlich begleitet und ausgewertet.

Aktivierung, Spaß, Gemeinschaft und Kommunikation für Menschen mit Demenz

Eine schöne Einsatzmöglichkeit für den Fußboden ist das Laubsammeln. Mit einem Besen lässt sich das Laub zusammenkehren, dabei raschelt es und kleine Käferchen kommen hervor. Die Gruppen haben viel Freude am gemeinsamen Erleben. Oft wird gelacht und es entstehen viele spontane Reaktionen, die sich nachhaltig auf das Befinden der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auswirken. Eine Spielerunde dauert ungefähr 20 bis 25 Minuten. Nach dem Spiel besteht die Möglichkeit, über das Erlebte zu sprechen. So lässt sich die Aktivierung kontinuierlich unterstützen.

„Gerade in der Pandemiezeit im Frühjahr und auch jetzt wieder hilft uns die Tovertafel unsere Aktivierungen zu ergänzen. Die Außenkontakte sind reduziert und die Tafel bietet Spaß, Gemeinsamkeit und Kommunikation“, so Barbara Heitmann. „Der Einsatz an sich gestaltet sich ganz unkompliziert, man muss das Gerät nur einschalten und schon kann man die Tovertafel nutzen. Die Herstellerfirma gab uns eine Einweisung und steht auch jetzt noch mit uns im Kontakt. Wir können Verbesserungsvorschläge einbringen und werden über neue Spiele informiert. Gerade unsere jungen Pflegekräfte verwenden die Tafel gern und hätten am liebsten eine eigene in ihrem Raum! Es liegt uns natürlich sehr am Herzen, die Motivation unserer jüngeren Mitarbeitenden zu fördern, die sich bei uns so vielfältig engagieren. Deswegen sind wir immer auch offen für neue Ideen. Wir wollen Arbeitsbedingungen schaffen, unter denen das Arbeiten Freude macht!“


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Diakoneo Kompetenzzentrum für Menschen mit Demenz
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Fax: + 49 0911 600098-10
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Ansprechpartner für Medizinproduktesicherheit nach § 6 MPBetreibV: sbmp@kompetenzzentrum-demenz.de

Barbara Heitmann, Pflegedienstleitung Nürnberg
Barbara Heitmann arbeitet seit 10 Jahren als Pflegedienstleitung im Diakoneo Kompetenzzentrum für Menschen mit Demenz in Nürnberg.
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Musik weckt Erinnerungen

Musik hat viele positive Effekte auf Menschen mit Demenz – insbesondere dann, wenn sie selbst singen und musizieren. Im Diakoneo Haus Sonnengarten in Schwäbisch Hall singen rund 20 Senior*innen gemeinsam mit Chorleiterin Larissa Sauter, um ihr Erinnerungsvermögen zu trainieren.

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