Am 2. April 2019 startet erstmals der deutsch-polnische Kreativwettbewerb #ichpflegegerne! der Diakonie Neuendettelsau. Eingeladen sind Fachkräfte und Auszubildende aus der Altenpflege und Altenpflegehilfe aus ganz Deutschland und Polen. Bis zum 31. Juli 2019 können Beiträge eingesandt werden.

Weitere Infos unter https://www.ich-pflege-gerne.de 

Der Kreativwettbewerb #Ichpflegegerne! findet in Deutschland zum zweiten Mal und erstmals auch in Polen statt. Der Ablauf des Wettbewerbs ist in beiden Ländern gleich.

Ein gemeinsames Problem in der Pflegesituation in Polen und Deutschland besteht darin, dass beide Länder mit den gleichen Herausforderungen kämpfen müssen: „Demografischer Wandel, Fachkräftemangel, vor allem gut qualifiziertes Pflegepersonal fehlt“, betont Kamil Borkowski, Einrichtungsleiter des Kompetenzzentrums für Menschen mit Demenz, in Forchheim. „Wir müssen die Probleme gemeinsam lösen, sonst verschieben sie sich nur.“

12-Stunden Dienste, durch einen noch größeren Personalmangel, stehen in Polen an der Tagesordnung. Eine Pflegeversicherung gibt es nicht. Im Verhältnis zu den durchschnittlichen Einkommen und Renten in Polen sind die Pflegeheime teurer als in Deutschland. Deshalb wird der Großteil der Pflegebedürftigen zuhause gepflegt. Das Gehalt für Pflegekräfte in Polen ist geringer als in Deutschland.

„In Polen gibt es derzeit viele neue hochwertige Pflegezentren, private Zentren werden immer besser ausgestattet, aber die Neuendettelsau-Diakoniezentren sind definitiv Marktführer im Pflegemarkt in Polen“, erzählt Elżbieta Grzeczka, Einrichtungsleiterin in Polen, stolz. Allerdings „gibt [es] nicht genügend qualifiziertes Pflegepersonal in Polen. Gut ausgebildete Menschen kommen aus der Ukraine in unser Land. Ärzte und Krankenschwestern arbeiten hier als Pfleger.


Worum geht es bei dem Wettbewerb?

Der Blick auf eine Tätigkeit in der Altenpflege wird häufig von Klischees oder falschen Bildern verstellt. Oft stellen Mitarbeitende fest, dass ihre Arbeit in der Öffentlichkeit wenig Anerkennung findet und ihr Engagement nicht die erwünschte Resonanz findet. Der Kreativwettbewerb #ichpflegegerne! will einen Beitrag dazu leisten, einen Blick hinter das äußere Bild des Berufs des Altenpflegers oder Altenpflegehelfers zu werfen. Die Diakonie Neuendettelsau lädt daher Fachkräfte und Auszubildende der Altenpflege- und Altenpflegehilfe aus Deutschland und Polen dazu ein, die positiven Seiten ihres Berufes zu zeigen und mit Klischees, Vorurteilen und falschen Bildern aufzuräumen.


„Im letzten Jahr wurde im Rahmen des Kreativwettbewerbs in Deutschland mit Klischees aufgeräumt und in beeindruckender Weise gezeigt, wie kreativ, sinnstiftend und motivierend die guten Seiten des Berufs von den Teilnehmern aufgezeigt werden konnten“,

führt Manuela Füller, die Geschäftsführende Leitung der Diakonie Neuendettelsau für Deutschland und Polen, begeistert aus.


Wie kann man die Situation in der Pflege ganz generell verbessern?

Viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen der Diakonie Neuendettelsau können das negative Image der Pflege nur teilweise nachvollziehen, empfinden sie selbst ihre Arbeit doch als wertvollen Beitrag zu einem gelingenden gesellschaftlichen Miteinander. Sie erleben ihr eigenes Tun als sinnvoll und als zu sich selbst gehörig und erhalten gleichzeitig direkte Rückmeldung und Dank von den Seniorinnen und Senioren, mit denen sie arbeiten. Auch die Vergütung liegt für qualifizierte Fachkräfte auf einem an sich relativ guten Niveau. Wir brauchen aber einen besseren Personalschlüssel, der den Einzelnen vor unerwünschter Mehrarbeit und vor Überlastung bewahrt. Hier ist die Politik gefordert, Lösungen zu finden und strukturelle Veränderungen zu schaffen“, so Kamil Borkowski.


Angela Kunert arbeitet als Pflegefachkraft im Kompetenzzentrum Demenz Forchheim und setzt sich für den deutsch-polnischen Kreativwettbewerb ein. Kreativwettbewerb #ichpflegegerne! #lubiesieopiekowac!


Warum Deutschland und Polen?

Die Diakonie Neuendettelsau engagiert sich seit vielen Jahren in Polen und betreibt in Kattowitz und in Allenstein je eine Pflegeeinrichtung. Eine weitere Einrichtung wird in Danzig im Sommer 2019 eröffnet. Ziel ist es immer, die deutsch-polnischen Beziehungen innerhalb des eigenen Unternehmens zu stärken und die Kommunikation und den Austausch zwischen den einzelnen Einrichtungen zu fördern. „Davon abgesehen wollen wir den Kreativwettbewerb nicht auf unsere eigenen Einrichtungen in Deutschland beschränken, sondern auch die Fachkräfte in Polen und Deutschland insgesamt miteinbeziehen, weil das Thema nicht nur uns angeht, sondern wir es als gesamtgesellschaftliches Anliegen betrachten“, sagt Kamil Borkowski. „Wir möchten zeigen, welche Arbeitsbedingungen wir für die Pflegenden geschaffen haben“, sagt seine polnische Kollegin Elżbieta Grzeczka.

Die Diakonie Neuendettelsau beteiligt sich ausdrücklich nicht am boomenden Pflegetourismus. Deutsche Seniorinnen und Senioren, die ihre Angehörigen aus Kostengründen in Pflegeeinrichtungen im europäischen Ausland unterbringen wollen, werden in den polnischen Heimen der Diakonie nicht aufgenommen. „Wir nehmen zwar in Einzelfällen auch Deutsche auf, aber nur mit plausiblem Hintergrund und im Einzelfall“, erwähnt Elżbieta Grzeczka. Jedes europäische Land - egal, ob im Westen oder Osten, Norden oder Süden Europas - steht vor ähnlichen demografischen Entwicklungen: Überall steigt die Zahl der Hochbetagten und der dementiell veränderten Menschen beständig. Europa insgesamt muss Antworten finden, wie diese Herausforderungen gemeistert und ein würdevolles Leben im Alter gesichert werden können.

„Diese Zentren der Diakonie Neuendettelsau in Polen arbeiten auf einem sehr hohen Niveau. Wir möchten zeigen, welche Arbeitsbedingungen wir für die Pflegenden geschaffen haben. Wir wollen die positiven Eindrücke unsere Einrichtungen teilen und ermutigen in unseren Häusern zu leben und zu arbeiten. Unsere Einrichtungen in Polen sind sehr gefragt, das zeigen unsere langen Wartelisten”, sagt Elżbieta Grzeczka.


Gibt es Unterschiede in der Pflege in Deutschland und in Polen?

Auch in Polen gibt es inzwischen zahlreiche neue und qualitativ gut ausgestattete Pflegezentren, vor allem unter privater Führung. Staatlichen Einrichtungen fehlt teilweise die finanzielle Ausstattung, vor allem auch vor dem Hintergrund, dass es in Polen keine Sozialversicherung gibt, die für einen Pflegeaufenthalt aufkommen könnte.

Ausgeglichen wird dieser Mangel durch die hohe Empathie und Einfühlsamkeit der polnischen Pflegekräfte. In Polen herrscht ein größerer Zusammenhalt innerhalb der Familien, man geht herzlich miteinander um und hält intensiven Kontakt untereinander. Dies wird auch am Miteinander in den Pflegeeinrichtungen spürbar.

Aber auch in Polen verstärkt sich der Fachkräftemangel. Dazu kommt, dass die demografische Entwicklung in Polen einen ähnlichen Verlauf nimmt wie in Deutschland und der Bedarf an Fachkräften in der Pflege steigt. Viele der hoch qualifizierten polnischen Fachkräfte arbeiten jedoch in Deutschland und die in Polen benötigten Ärzte, Schwestern und Pfleger müssen in der Ukraine rekrutiert werden. Auf diese Weise verschiebt sich das Problem. „Es gibt in Polen keine Pflegeversicherung, dafür 12-Stunden Dienste“, erwähnt Angela Kunert, eine Pflegekraft aus Polen, die nun in Deutschland arbeitet.


Sie arbeiten in der Altenpflege? Dann freuen wir uns auf Ihre kreativen Beiträge!

Mehr Infos zum Kreativwettbewerb finden Sie unter: https://www.ich-pflege-gerne.de

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