Gute Lösung für den Wiedereinstieg nach der Familienphase oder zur Verbesserung der Sprachkenntnisse


Zwei Schülerinnen und ein Schüler der Berufsfachschule für Pflege in Schwäbisch Hall berichten von ihren Erfahrungen:

Drei Kinder, ein Hund, Haushalt und Garten – und dann eine Vollzeitausbildung beginnen? Melanie Lange hat intensiv darüber nachgedacht, ob sie sich dieser Herausforderung stellen möchte.

Vanessa Grau als Alleinerziehende stand vor der Aufgabe, eine Vollzeitausbildung mit den Bedürfnissen ihrer Tochter zu vereinbaren.
Und Oleksandr Latsinnyk aus der Ukraine wollte zunächst besser Deutsch lernen, ehe er sich an Fachtexte über Anatomie und Wundmanagement wagte.

Für alle drei gab es eine gute Lösung: Statt in die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann starteten sie zunächst mit der einjährigen Ausbildung zum Pflegefachhelfer der Krankenpflege.

Mittlerweile haben alle drei die dreijährige Ausbildung begonnen.

Maria Mohr hat sich mit ihnen und Schulleiterin Susanne Fischer über die Vorteile und Besonderheiten dieses Bildungswegs unterhalten.


Was war der Grund für die Entscheidung, zunächst die einjährige Ausbildung zu beginnen?

„Der Gedanke an eine Ausbildung in der Pflege ist schon lange in meinem Kopf herumgeschwirrt“, erzählt Melanie Lange. Die 37jährige hat drei Kinder im Teenageralter und war bis zu ihrem Ausbildungsbeginn Hausfrau. Im Rahmen der Nachbarschaftshilfe hat sie sich um eine pflegebedürftige Nachbarin gekümmert.
Da alle Dinge rund um Schule und Lernen bei ihr lange Jahre zurück liegen, hatte Melanie Lange zunächst Bedenken, ob sie mit Hausaufgaben und Klausuren gut zurechtkommen würde. Und natürlich war da die Frage, wie sich eine Vollzeitausbildung mit Schichtdiensten mit dem Familienmanagement vereinbaren lässt.

Vanessa Grau erzieht ihre 12jährige Tochter allein. Die 35jährige hat vorher in der Gastronomie gearbeitet. Da ihre Tochter jetzt nicht mehr ganz klein ist, wollte auch sie eine Ausbildung im sozialen Bereich beginnen.
Auch sie war sich zunächst aber unsicher, wie die zeitliche Vereinbarkeit klappt.

Oleksandr Latsinnyk (27) aus der Ukraine lebt seit drei Jahren in Deutschland. Ihn führte sein Weg über ein Freiwilliges Soziales Jahr in die Pflegehelferausbildung.


Pflegefachhelferausbildung Generalistik


Wann empfiehlt die Schulleiterin den Werdegang mit ein- und/ oder dreijähriger Ausbildung?


„Wir entscheiden das immer gemeinsam mit den Bewerbern im Vorstellungsgespräch“ sagt Susanne Fischer.
Bei Menschen mit Migrationshintergrund empfiehlt sie oft den Beginn mit der einjährigen Ausbildung. Der Grund sind die Sprachkenntnisse.

„Meistens beherrschen die Bewerber die Umgangssprache sehr gut. Aber in der Ausbildung müssen sie ja auch Texte lesen und analysieren können. Damit sind die Schüler in der dreijährigen Ausbildung oft überfordert.", weiß Susanne Fischer.
In der Helferausbildung sind die inhaltlichen Anforderungen niedriger. Auch ist der Ausbildungszeitraum von einem Jahr überschaubarer.

Diesen Weg empfiehlt die Schulleiterin auch bei Bewerben, die nach der Familienphase mit der Ausbildung starten möchten und deshalb schon länger aus der Schule heraus sind.

Susanne Fischer:


„Viele haben Bedenken, ob sie das Lernen wieder packen und wie die Vereinbarkeit mit der Familie klappt."


Auch hier gilt: Ein Jahr lässt sich leichter überschauen als drei Jahre. Auch wenn während der Ausbildung Schwierigkeiten auftreten, ist die Chance höher, den Abschluss zu machen.

Und für Absolventen der Hauptschulen (in Bayern: Mittelschulen) ist die Helferausbildung eine gute Möglichkeit, sich für die Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann zu qualifizieren.


Das Schulsystem von Diakoneo – Alles aus einer Hand

Über 4.000 Schülerinnen und Schüler besuchen pro Jahr die über 30 Schulen von Diakoneo.
Der Vorteil der Ausbildung bei einem so großen Träger ist auch die Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Schulen.
Innerhalb des Diakoneo Schulsystems kann ein Schüler oder eine Auszubildende vom Förderzentrum bis zum Hochschulabschluss einen individuell maßgeschneiderten Ausbildungsweg absolvieren.
Die Synergieeffekte, die sich durch die zahlreichen Schulen beim gleichen Träger ergeben, kommen den Schülerinnen und Schülern zu Gute.
Die Zusammenarbeit zwischen den Schulen wird ständig weiterentwickelt.
Schullaufbahnberater informieren ganz individuell darüber, welcher Weg der beste ist.



Wie waren die Erfahrungen während der Pflegefachhelferausbildung?


Die Anforderungen der Schichtarbeit haben Melanie Lange beeindruckt: „Es war am Anfang eine sehr eindrückliche Erfahrung, wie stressig zum Beispiel eine Frühschicht sein kann.“

Auch Wechsel im Schichteinsatz zum Beispiel von Spät- auf Frühschicht fand sie anstrengend.

„Ich fand die einjährige Ausbildung sehr abwechslungsreich“, erzählt Oleksandr Latsinnyk. Ihm hat der Wechsel zwischen den theoretischen Ausbildungsblöcken an der Schule und der Arbeit im Klinikum und in der ambulanten Pflege sehr gut gefallen.


Was war die Motivation, im Anschluss die generalistische Ausbildung zu beginnen?


„Man hat mit der Fachausbildung einfach mehr Möglichkeiten, ein breiteres Gebiet, in dem mach arbeiten kann.“ sagt Vanessa Grau.

Oleksandr Latsinnyk sagt: 

Mit der dreijährigen Ausbildung hat man mehr Berufsmöglichkeiten.


„Ich möchte zum Beispiel in einem Akutkrankenhaus arbeiten“ ergänzt Melanie Lange. „Da gibt es für Fachkräfte mehr Einsatzmöglichkeiten.“


Wie hat die Vereinbarkeit mit Ausbildung und Familie während der einjährigen Ausbildung geklappt?


„Während der Krankenpflegehilfeausbildung war es kein Problem.“, berichtet Melanie Lange. Die Ausbildung ließ sich sehr gut mit ihrer Familie vereinbaren. Ihre Familie habe das auch mitgetragen und ihr den Freiraum zum Beispiel zu Lernen eingeräumt. „Die Kinder kochen und alle helfen im Haushalt mit.“

Vanessa Grau und ihre Tochter saßen oft gemeinsam über ihren Hausaufgaben. „Sie ist sehr selbstständig und ich kann mich gut auf sie verlassen.“

Einig sind sich alle drei, dass die Zeit während der theoretischen Schulblöcke anstrengender war als die Zeit im Praxiseinsatz.

„Wenn man arbeitet hat man zu Hause Feierabend und kann sich um andere Dinge kümmern“, so Vanessa Grau. Während der Schulblöcke dauert der Unterricht bis 16 Uhr und zu Hause warten dann die Hausaufgaben und die Klausurvorbereitung.


Und wie sieht es jetzt in der dreijährigen Fachausbildung aus?


„Das ist schon sportlicher“, da sind sich alle drei einig. „Wir müssen sehr viel lernen“ sagt Oleksandr Latsinnyk. „Zum Beispiel in Anatomie geht der Lernstoff jetzt viel tiefer als bei der Hilfeausbildung.“

Soviel können sie nach einigen Monaten in der Ausbildung schon sagen. „Es ist stressiger und man hat mehr Verantwortung“. Aber: „Da wollen wir ja auch hin.“

Informationen zum theoretischen und praktischen Teil der generalistischen Pflegeausbildung finden Sie hier.


generalistische Pflegeausbildung


Würden sie ihren Ausbildungsweg weiterempfehlen?


Auch hier herrscht Einigkeit: Keiner von ihnen bereut es bisher, sich für den Pflegeberuf entschieden zu haben. Und bei allen dreien ist es vor allem die praktische Arbeit auf der Station und der Umgang mit den Patienten, die sie motiviert, auch bei Schulstress und Klausurendruck.

„Wenn ich nach einem Schulblock wieder auf die Station komme, dann weiß ich, warum ich die Ausbildung mache“, sagt Melanie Lange.
Die Erfahrung von Grenzsituationen beeindruckt Vanessa Grau vor allem: „Wenn ein Patient stirbt und die Angehörigen kommen nachher und bedanken sich für die Sorge um den Patienten – das ist sehr ergreifend.“


Was sind ihre Pläne nach Abschluss der Ausbildung?


Vanessa Grau ist gespannt auf den geplanten Praxiseinsatz in der Psychiatrie. „Sowas in der Richtung könnte ich mir gut vorstellen.“

Oleksandr Latsinnyk sagt: „Diese Ausbildung zu beginnen war die richtige Entscheidung für mich. Man lernt nie aus. Nach der Ausbildung hat man auch zahlreiche Weiterbildungs- und Fortbildungsmöglichkeiten. Ein Studium ist für mich auch nicht ausgeschlossen."

An Fort- und Weiterbildung denkt auch Melanie Lange schon: „Die Weiterbildung zur Wundmanagerin würde mich sehr interessieren.“


Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten Generalistik
Nach Abschluss der generalistischen Pflegeausbildung gibt es zahlreiche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten © Diakoneo/ Teresa Meyer


Die generalistische Pflegeausbildung bei Diakoneo

Die Schulstandorte befinden sich in:

  • Neuendettelsau
  • Fürth (früher: Pflegeschule Nürnberg; die praktische klinische Ausbildung findet in erster Linie an der Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik statt)
  • Roth
  • Ansbach
  • Lauf an der Pegnitz
  • Schwabach
  • Schwäbisch Hall

Nächster Start der Ausbildung:  1. September
In Schwäbisch Hall:  1. April und 1. Oktober. Dort ist die Ausbildung auch in Teilzeit möglich.
Weitere Infos sowie die Ausbildungsvoraussetzungen und Bewerbungsmöglichkeiten finden Sie hier:
Pflegeausbildung bei Diakoneo


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