Ausbildung in der Altenpflegehilfe in Teilzeit

Interview mit Beneta Recica, 34 Jahre alt

Die Fragen stellte Günther Hießleitner

Sie haben die zweijährige Altenpflegehilfeausbildung in Teilzeit an der Berufsfachschule für Altenpflegehilfe in Ansbach-Strüth absolviert. Was haben Sie vorher gemacht?

Meine Erstausbildung habe ich als Friseurin mit dem Schwerpunkt „Perücke“ in Baden-Württemberg gemacht. Bevor ich mit der Ausbildung zur Pflegefachhelferin angefangen habe, war ich auch noch bei der Deutschen Post in Fürth angestellt.


Was waren ihre Beweggründe, sich für diese Ausbildung zu entscheiden?

Unsere ganze Familie ist sehr sozial geprägt. Ich finde es wichtig, für Menschen da zu sein, unabhängig davon, woher sie kommen oder welche Religion sie haben.


Welche Schule haben Sie vor ihrer ersten Ausbildung besucht?

Ich habe die Realschule besucht, habe aber damals nur den Hauptabschluss geschafft, da ich in der zehnten Klasse Mama geworden bin. Ich habe zwei gesunde Kinder zur Welt gebracht, die jetzt 15 und 16 Jahre alt sind. Als ich mit meiner ersten Ausbildung als Friseurin begonnen habe, waren die Jungs drei und vier Jahre alt und gingen in den Kindergarten.

Mit der abgeschlossenen Ausbildung zur Friseurin und dem Abgangszeugnis von der Realschule wurde mir bestätigt, dass ich den Realschulabschluss habe.

Absolventin Ausbildung Altenpflegehilfe Teilzeit
"Ich würde das genauso wieder machen!" Beneta Recica ist glücklich mit Ihrer Entscheidung Ü30 mit der Altenpflegehilfeausbildung in Teilzeit noch einmal etwas Neues zu wagen.


Als Friseurin wollten Sie nicht mehr arbeiten?

Ehrlich gesagt nein. Eine soziale Tätigkeit hat mich mehr interessiert, zumal ich einige Mitglieder meiner Familie gepflegt habe.


Wie hat sich die Ausbildung in der Altenpflegehilfe in Teilzeit denn gestaltet? Wann fand der Unterricht statt, wie sah die praktische Ausbildung aus?

Ich habe die Ausbildungsform in Teilzeit gewählt, da ich damals alleinerziehend mit zwei Kindern war. Zusätzlich an einem fremden Ort, denn ich lebe in Ansbach erst seit zweieinhalb Jahren. Ich habe mich bei der Bundesagentur für Arbeit nach einer Umschulung erkundigt und wurde auf dieses Ausbildungsform aufmerksam gemacht. Ich konnte auch sehr schnell einen Termin mit der Schulleiterin in Ansbach-Strüth, Frau Marx, vereinbaren. Das Gespräch hat mich schnell überzeugt und so habe ich die Ausbildung begonnen.

Die Teilzeitausbildung zur Pflegefachhelferin in Strüth war so konzipiert, dass ich von Montag bis Freitag von 8.15 Uhr bis 13.15 Uhr Schule hatte. Also genau in der Zeit, in der die Jungs in der Schule waren. In den Ferien hatte ich immer frei. Und die Wochenenden hatte ich frei. Auch während der praktischen Ausbildung musste ich an den Wochenenden nicht arbeiten. Der Dienst während der Feiertage und in der Nacht war ebenfalls ausgeschlossen. Das sind optimale Bedingungen für Frauen und Männer, die sich auch noch um eine Familie kümmern müssen.


Haben Sie die praktische Ausbildung immer am selben Ort absolviert?

Nein, an verschiedenen Orten. Ich war in der stationären Pflege, in der geriatrischen Rehabilitation, in der Gerontopsychiatrie, in der Rangauklinik und in der ambulanten Pflege. Es war sehr gut, dass man überall hineinschnuppern konnte. So wusste ich, welche Türen mit offenen stehen, wenn ich mit der Ausbildung fertig bin.


Ihre Ausbildung wurde über die Bundesagentur für Arbeit finanziert?

Genau, das wurde über einen Bildungsgutschein finanziert. Das hat sehr gut funktioniert: Ich musste einmal den Antrag stellen, die entsprechenden Unterlagen einreichen und dann lief alles.


Was machen Sie jetzt nach der Ausbildung?

Ich gehe weiter in der Berufsfachschule für Altenpflege nach Ansbach-Strüth und mache in zwei Jahren die Ausbildung zur Altenpflegerin. Meine praktische Ausbildung findet in der ambulanten Pflege statt.


Also Sie können die eigentlich dreijährige Ausbildung zur Altenpflegefachkraft verkürzen, weil Sie bereits die Ausbildung zur Altenpflegehelferin haben?

Genau, das ist richtig. Hier bekomme ich auch eine Ausbildungsvergütung. Diese richtet sich bereits nach der Vergütung im zweiten Lehrjahr. 


Hatten Sie während ihrer Ausbildung einmal Zweifel, ob Sie sich für die richtige Ausbildung entschieden haben?

Nein, auf keinen Fall. Ich würde das genauso wieder machen. Ich hätte vor zehn Jahren schon in die Pflege gehen sollen. Ich kann hier auch jedem raten: Es ist ein Superberuf. Sorgen macht mir nur der Personalmangel in der Pflege. Schließlich wird jeder einmal alt und es braucht Leute, die sich um alte Menschen kümmern.


Ausbildung in der Altenpflegehilfe in Teilzeit: Zahlen und Fakten

Aufnahmevoraussetzungen:

Hauptschulabschluss und Beendigung der Berufsschulpflicht

Dauer der Ausbildung:

2 Jahre

Besonderheiten: 

Spezieller Deutschunterricht für Personen mit Migrationshintergrund und Sprachproblemen

Verdienst: 

als Pflegefachhelfer/in: 2.354.- € ;
als Altenpfleger/in: 2.829,52 €
(im ersten Berufsjahr laut AVR Diakonie Bayern, Stand August 2018)

Karriere:

Zweijährige Ausbildung an der Berufsfachschule für Altenpflege (Einstieg in das zweite Ausbildungsjahr; Ausbildungsvergütung: 1074,16 €, im 3. Ausbildungsjahr 1.182,85 €); dann vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten, z. B. Wohnbereichsleitung, Pflegedienstleitung, Geronto-Psychiatrische Fachkraft



Kontakt:

Berufsfachschule für Altenpflegehilfe
Strüth 24 (in der Rangauklinik)
91522 Ansbach
Tel.: 0981 13 0 54
E-Mail: Hedwig.Marx@diakonieneuendettelsau.de
Sie erreichen uns am 5.9. sowie ab 10.9.2018 zu den üblichen Bürozeiten.



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