Über die Mitarbeit als Praktikantin lernte Emma den Berufsalltag kennen 


Von Helmut Schemm


Durch ihre Mutter kommt Emma Graf bereits als Kind in Kontakt mit dem Wohnbereich in Polsingen. Von daher ist die Entscheidung, in der achten Klasse ein einwöchiges Schulpraktikum dort zu absolvieren, keine allzu große Überraschung. Dass sie dort einige Jahre später wieder in die Arbeit mit Menschen mit Behinderung hineinschnuppern würde, hatte sie allerdings nicht geplant.
Durch die Erfahrungen im Praktikum hat Emma sich entschieden, die Arbeit mit Menschen mit Behinderung zu ihrem Beruf zu machen. Sie wird dabei sein, wenn das neue Wohnhaus im Birkenweg in Gunzenhausen eröffnet wird.


Praktikantin im Wohnbereich Gunzenhausen
Emma Graf arbeitet als Praktikantin mit Menschen mit Behinderung. Bald wird sie dabei sein, wenn das neue Wohnheim in Gunzenhausen eröffnet wird. © Diakoneo


Berührungsängste kennt Emma nicht. „Nachdem meine Mutter im Wohnen Polsingen gearbeitet hat, war ich praktisch schon im Kinderwagen immer wieder mit dabei“, erinnert sie sich schmunzelnd. „Im Gegenzug haben viele Menschen mit Behinderung bei uns oft zu Hause vorbeigeschaut und wir haben gemeinsam Kaffee getrunken. Das war nichts Ungewöhnliches für mich.“ So fällt ihr die Entscheidung leicht, das Schulpraktikum zu nutzen, um den Wohnbereich besser kennenzulernen – auch wenn das einige ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler nicht so recht verstehen.

Vielleicht hätte sie sich damals schon für eine Ausbildung in der Heilerziehungspflege entschieden, wenn es da nicht noch eine andere Leidenschaft gegeben hätte. „Mein Herz schlägt für die Landwirtschaft. Nachdem ich auch dort ein tolles Praktikum absolviert hatte, wollte ich unbedingt Dorfhelferin werden“, erzählt Emma. Gesagt, getan. Allerdings läuft dann einiges schief: die Praxisstelle erweist sich als Alptraum, einen adäquaten Ersatz gibt es nicht. Die junge Frau zieht die Reißleine und bricht die Ausbildung ab.

Doch Emma bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Am nächsten Tag erkundigt sie sich sofort in Polsingen, ob sie als Praktikantin mitarbeiten kann. Sie bekommt die Gelegenheit, für ein paar Stunden den Alltag kennenzulernen, um zu sehen, ob die Tätigkeit ihren Vorstellungen entspricht. Die Bedenkzeit ist für Emma nur Formsache. Sie freut sich auf die neue Herausforderung und sagt zu.


Menschen mit Behinderung in Gunzenhausen
Die Arbeit mit Menschen mit Behinderung ist zugleich anspruchsvoll und befriedigend. © Angelika Salomon


Ganz so einfach erweist sich der Einstieg in der Praxis allerdings nicht. So viel Spaß es ihr auch macht, die Zeit mit den Menschen mit Behinderung zu verbringen, die Arbeit kann auch ganz schön anstrengend sein. „Nach dem ersten Tag war ich fix und fertig. Zuhause hatte ich nur den Wunsch, mich ins Bett zu legen. Das hatte ich nicht erwartet“, gesteht Emma. Doch Aufgeben ist keine Option: „Ich wollte das unbedingt schaffen. Also habe ich das als Herausforderung gesehen und als Chance, an dieser Arbeit zu wachsen, was mir auch letztlich gelungen ist.“

Denn es macht ihr Spaß mit Menschen zu arbeiten. Anfangs hilft Emma bei der Eingabe von Essen und kümmert sich um die Freizeitgestaltung. Zum Beispiel geht sie mit den Bewohnerinnen und Bewohnern spazieren oder bastelt mit ihnen. Nach einigen Wochen bekommt Emma die Grundlagen der Pflege vermittelt – vom Zähneputzen bis zum Wechseln von Inkontinenzeinlagen. Große Unterstützung erfährt sie dabei vom gesamten Team. Die Mitarbeitenden weisen sie geduldig ein und haben ein offenes Ohr für ihre Fragen. Im Gegenzug schätzen sie Emmas verlässliche Art.

In ihr reift die Entscheidung, dass sie die Arbeit mit Menschen mit Behinderung zum Beruf machen möchte. „Es gibt mir sehr viel, wenn ich dazu beitragen kann, anderen Menschen das Leben so schön wie möglich zu gestalten und sie durch die Höhen und Tiefen zu begleiten. Die Dankbarkeit der Bewohner sowie ihre Fähigkeit, sich selbst über Kleinigkeiten zu freuen, erlebe ich als etwas ganz Tolles. Ich habe gemerkt, dass ich mir das als festen Bestandteil für meinen Job wünsche.“

Im September ist der Startschuss für ihre Ausbildung zur Heilerziehungspflegehelferin gefallen. Die zwei Jahre Praxiserfahrung, die sie mit ihrem qualifizierenden Hauptschulabschluss dafür benötigt, hat sie zwischenzeitlich im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres und als Pflegehelferin absolviert. „Nachdem ich zu 100 Prozent in diesem Bereich bleiben möchte, ist das absolut die richtige Entscheidung“, erklärt Emma. „Vielleicht mache ich sogar weiter und hänge noch die Heilerziehungspflege-Ausbildung dran. Aber da mache ich mir jetzt keinen Druck und lasse eines nach dem anderen auf mich zukommen.“

Noch eine Veränderung steht bei der 19-Jährigen an. Sie wechselt von Polsingen in das neue Wohnhaus im Birkenweg in Gunzenhausen. Am Anfang hat es Emma schon etwas verunsichert, die vertraute Umgebung demnächst zu verlassen. Mittlerweile freut sie sich aber: „Es ist eine tolle Aussicht, etwas komplett Neues aufzubauen und seine eigenen Vorstellungen einbringen zu können. Die zentrale Lage in der Stadt ermöglicht uns eine Menge spannender Aktivitäten. Außerdem sind viele vertraute Kolleginnen und Kollegen mit dabei. Was kann da noch schiefgehen?“

Für Emma hat sich das Praktikum als Glücksgriff erwiesen, um ihren Traumjob zu finden. Eine Erfahrung, die sie nur empfehlen kann. „Wer offen ist, Geduld hat und Menschen mit allen Facetten kennenlernen möchte, der ist bei uns im Wohnbereich genau richtig“, betont Emma. „Zudem ermöglicht ein Praktikum, sich ein eigenes Bild zu machen. Schon damals in der achten Klasse hatten meine Mitschüler völlig falsche Vorstellungen über die Einrichtung hier. Auch mein Freund war total positiv überrascht, als er mich zum ersten Mal auf der Arbeit besucht hat. Es wäre klasse, wenn noch mehr Menschen ihre Vorurteile überwinden würden.“

Arbeiten bei Diakoneo in Gunzenhausen

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