Seelentrösterin und Begleiterin durch den Alltag für Menschen mit Behinderung


Von Helmut Schemm


Hilfskraft Menschen mit Behinderung
Sonja Uffinger arbeitet als Hilfskraft bei Menschen mit Behinderung in Gunzenhausen. © Diakoneo


Auf den ersten Blick erscheint der Karriereweg von Sonja Uffinger ziemlich ungewöhnlich. Früher hat sie über einen Online-Shop unter anderem mediterrane Leckereien angeboten. Heute kümmert sie sich als Pflegehelferin in Gunzenhausen um fünf Menschen mit Behinderung. Diesen nicht ganz alltäglichen Kurswechsel hält sie bis heute für eine der besten Entscheidungen in ihrem Leben.

Sonja Uffinger hat schon einiges erlebt. Mehrere Jahre hat sie im Ausland gelebt und gearbeitet. Zurück in Deutschland machte sie sich selbstständig und eröffnete einen Online-Shop – zuerst für kulinarische Spezialitäten aus Südeuropa. Später bot sie die Möglichkeit an, sich T-Shirts bedrucken zu lassen. Sieben Jahre lang war sie im E-Commerce tätig. Doch für das ganz große Glück schien etwas zu fehlen. Ihre Arbeit, in die sie viel Zeit investierte, füllte sie nicht völlig aus. 

Es war schließlich ihr Partner, der den Anstoß gab, dass sich Sonja Uffinger nach einer neuen Berufung umsah. Selbst im sozialen Bereich tätig, ermutigte er sie zum Branchenwechsel. „Nachdem ich auf der Suche nach einer sinnstiftenden Tätigkeit war, erschien es mir nur logisch, dass ich mich nach einer Tätigkeit umschaue, bei der ich mit Menschen arbeiten kann“, resümiert die 39-Jährige. „Zudem bin ich gelernte Kinderpflegerin und verfüge somit schon über ein paar Erfahrungen im sozialen Berufsumfeld.“

Dann ging es Schlag auf Schlag. Nur einen Steinwurf von ihrer Wohnung in Gunzenhausen entfernt, eröffnete Diakoneo ein neues Wohnhaus für Menschen mit Behinderung. Den Tag der offenen Türe nutzte Sonja Uffinger, um sich die Einrichtung näher anzuschauen und mehr über die Arbeitsmöglichkeiten dort zu erfahren. Ihre offene Art hinterließ einen positiven Eindruck und sie erhielt eine Einladung zu zwei Schnuppertagen.

„Ein bisschen nervös war ich schon, schließlich hatte ich noch überhaupt keine Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung“, gesteht Sonja Uffinger. „Am Anfang habe ich mir die Arbeit aus dem Hintergrund angeschaut, aber die Bewohnerinnen und Bewohner haben mich ganz schnell integriert und plötzlich war ich mittendrin. Auf jeden Fall konnte ich sehr schnell feststellen, dass mir die Tätigkeit super liegt.“ Trotzdem machte sie sich die Entscheidung nicht leicht, wägte genau ab und sprach mit einer Reihe von Leuten über das, was sie im neuen Job erwarten würde.

Doch der positive Eindruck blieb bestehen, Sonja Uffinger entschied sich als Pflegehelferin im Wohnen Gunzenhausen zu starten. Kurz darauf befand sie sich bereits in der Einarbeitungsphase. „Besonders gut gefiel mir, dass sich meine Kolleginnen und Kollegen sehr viel Zeit genommen haben. So hatte ich am Anfang immer noch die Gelegenheit, einfach mal zuzuschauen und dabei zu lernen“, erklärt Sonja Uffinger. „Gleichzeitig hatte ich jemanden an meiner Seite, der mich unterstützt und ermutigt hat, auch selber aktiv auszuprobieren. Darüber hinaus finde ich bis heute unsere regelmäßigen Teamsitzungen und den dort stattfindenden Austausch als unheimlich bereichernd. 


Arbeiten mit Menschen mit Behinderung
Den Alltag gestalten und sich um die Sorgen und Nöte der Menschen mit Behinderung kümmern gehört zu den Aufgaben einer Pflegehelferin. © Diakoneo



In ihrer Wohngruppe kümmert sie sich um fünf Bewohnerinnen und Bewohner zwischen 45 und 64 Jahren. Die Arbeit erfolgt in zwei Schichten. Doch egal ob Früh- oder Nachmittagsdienst, der Fokus liegt darauf, die ihr anvertrauten Menschen durch den Tag zu begleiten. Die Aufgaben sind vielfältig – vom Arztbesuch über gemeinsames Kochen bis hin zu verschiedenen Freizeitaktivitäten wie Spazierengehen, Musizieren oder eine Runde „Mensch ärgere dich nicht“ oder Wii. Auch bei Problemen oder Kummer hat sie ein offenes Ohr und fungiert als Seelentrösterin für ihre Bewohner.

Doch wer glaubt, dass die Arbeit als Pflegehelfer nicht anspruchsvoll ist, irrt sich. „Ich erstelle als Quereinsteigerin zwar keine pädagogischen Förderplanungen, bin aber durchaus mehr als nur ein Animateur für die Leute“, erklärt Sonja Uffinger. „Die Dokumentation ist genauso Bestandteil meines Arbeitsalltags wie die Verabreichung von Medikamenten. Zudem gehört es zu meinen Aufgaben, die mit den Bewohnern vereinbarten Förderziele gemeinsam mit ihnen umzusetzen, um ihre Eigenständigkeit zu fördern und zu erhalten.“

Neben den spannenden Facetten ihres Jobs sowie das gute Miteinander im Team schätzt sie auch die Arbeit bei einem großen Träger. „Die Angebote von Diakoneo für die Mitarbeitenden sind ein echtes Plus“, betont die Pflegehelferin. „Gerade die betriebliche Altersversorgung oder die Zusatzversicherungen empfinde ich als Mehrwert. Auch die Fort- und Weiterbildungsangebote der Diakoneo DiaLog Akademie finde ich toll. Diese helfen mir, mich in meinem Beruf weiterzuentwickeln.“ In Kürze besucht sie ein Seminar zum Thema „Gewaltfreie Kommunikation“. Ein Kurs für Entspannungsmassagen sowie ein Kreativ-Workshop stehen noch auf der Wunschliste.

Ihren Jobwechsel hat sie nicht bereut, im Gegenteil. „Ich gehe total gerne zur Arbeit. Ständig auf die Uhr starren und den Feierabend herbeisehnen, das Gefühl kenne ich nicht“, erzählt Sonja Uffinger mit einem Schmunzeln. „Früher saß ich alleine im Büro und habe E-Mails abgearbeitet. Heute bin ich den ganzen Tag von Menschen umgeben, das liegt mir viel mehr. Als Pflegehelferin tue ich nicht nur etwas Sinnvolles, sondern habe auch viel Spaß in meinem Beruf.“

Arbeiten bei Diakoneo in Gunzenhausen

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