Im Rahmen des inklusiven internationalen Austauschprojektes „Ich zeige Dir meine Welt“ entstanden über 100 Kunstwerke, gemalt von Menschen mit Behinderung aus Oettingen, Polsingen und Jerusalem. Die insgesamt 20 Frauen und Männer hatten die Möglichkeit an einem bis dahin einzigartigen Kulturaustausch teilzunehmen.
Ganz neue Gesichter, eine fremde Sprache und die spannende Frage: „Was wird`s wohl zu Essen geben?“ Ihre Ideen von einem fernen Land und anderen Kulturen drückten die Teilnehmer aus dem Mittelfränkischen und Schwäbischen in Bildern und Kollagen aus. Dazu besuchten sie Kunstworkshops unter der Leitung von Anette Pattavina. Auf Leinwand durften, neben Vorstellungen von Isreal und seinen Bewohnern, auch Eindrücke über das eigene Land. Und so überlegten alle, wie man Heimat am besten malen kann.


"Ich schicke einen Friedensengel nach Jerusalem"

Sarah geht aber vor allem der Nahostkonflikt nahe. Ihr Bild ist Rosa. Es ist ihre Lieblingsfarbe und deshalb ist sie großzügig auf der Leinwand aufgetragen. Es zeigt einen Engel mit dem die Künstlerin eine Herzensbotschaft sendet: „Jeder Mensch braucht einen Schutzengel!“, sagt sie. Im Oktober 2015 entstand das Bild. Sarah erinnert sich an Unruhen im Krisengebiet und hatte zum Start des deutsch-israelischen Austauschprojektes als erstes im Sinn, den neuen Freunden in Jerusalem einen Friedensengel zu schicken. Illustrationen, die Sarah aufkeklebt hat, zeigen die berühmte Grabeskirche und den Felsendom auf dem Tempelberg. Damit ist unschwer zu erkennen, wohin die Reise für den Engel gehen soll.

Wasser, Sand und Palmen

Martin fielen bei dem Gedanken an den Staat an der Mittelmeerküste folgende Dinge ein: Wasser, Sand und Palmen. „Ich hab` mir vorgestellt, wie ich am Strand liege und entspannt bin“, erklärt er. Er hat gehört, dass es dort Winde, ja sogar Stürme, geben soll. Für Martins Vorstellung von einem ausgelassenen Tag am Meer reichte ein kühle Brise.„Palmen im Wind“ nennt er sein Bild.

Rot und Gelb für die Sonne und Wärme Israels

Hellgelb bis Dunkelrot verschmelzen die Farben in Sarahs „Begegnung“. Sie malte es während des Treffens in Berlin, der Höhepunkt des Austauschprojektes. Rot und Gelb symbolisieren Sonne und Wärme und stehen für das Land Israel. Sogar echten Sand hat Sarah aufgeklebt. Auch wenn sie bei dem Treffen in Jerusalem nicht selbst dabei sein konnte; Fotos und Erzählungen der Reisenden haben ihr einen lebhaften Eindruck vermittelt. Im Kontrast zur Wärme Israels drückt die 43-Jährige ihre Heimat in grünen Farben aus. „Unsere Gäste konnten gar nicht aufhören zu fotografieren, weil bei uns alles so schön grün ist“, erinnert sie sich. Vor dem farbenfrohen Hintergrund begegnen sich die deutschen und israelischen Projektteilnehmer: „Wir gehen aufeinander zu und tauschen uns aus“. Die bunten Punkte symbolisieren eine vielfältige Art der Kommunikation – den Austausch über herzliche Gesten, ein paar Brocken Deutsch und Englisch und vor allem die Sprache der Kunst.

Vernetzte Welt

Martins „Vernetzte Welt“: Nach so vielen aufregenden Erfahrungen und Eindrücken bleiben dem Künstler nicht nur wertvolle Erinnerungen, sondern auch auch Freundschaften. Und die müssen geplegt werden. Ganz so einfach ist das auf eine so große Distanz nicht, stellen er und seine Frau Sarah fest. Das Internet nutzen sie und die andere Bewohner aus Oettingen und Polsingen deshalb mittlerweile mehr denn je und sind froh, über dessen vielseitige Möglichkeiten. Über Facebook, Twitter und Skype besteht weiterhin Kontakt zu den neuen Bekannten. Youtube nutze die Community schon vor den ersten Treffen, um Bilder und Botschaften auszutauschen. In Kürze wollen sie wieder Grüße nach Jerusalem senden.

Kalender – "Ich zeige Dir meine Welt"

Dreizehn dieser beeinddruckenden Kunstwerke, die während des Austauschprojektes entstanden sind, zeigt der Kalender zum gleichnamigen Projekt „Ich zeige Dir meine Welt“. Preis: 12 Euro.

Verkauf über:

Diakoneo
Wilhelm-Löhe-Straße 23
91565 Neuendettelsau
Telefon: +49 (0) 9874 8 - 6289 oder +49 (0) 9874 8 - 2590


Öffnungszeiten:
Mo. – Do.: 7:30 Uhr – 16:00 Uhr
Fr.: 7:30 Uhr – 12:30 Uhr

oder:

Diakoneo
Dienste für Menschen
Offene Hilfen Polsingen, Oettingen, Gunzenhausen
Holzgraben 1
86732 Oettingen
Telefon: +49 (0) 9082  911935 - 0 

Diesen Artikel teilen

Mehr lesen aus dem Magazin zum Thema Menschen mit Behinderung
18. Juni 2020

Was tun, wenn auf einmal alles anders ist? Die Bewohner der Igel aus Neuendettelsau entdecken in der Corona-Zeit alte Rituale neu und pflegen neue Hobbies.

14. Juni 2020

Der 18-jährige Kevin hat einen seltenen Gendefekt. Wegen seiner Behinderung braucht er eine intensive Betreuung. Unterstützt wird seine Familie dabei vom Team der Offenen Hilfen ARON.

28. Mai 2020

Sie haben sich schon immer gedacht: Ein sozialer Beruf - das ist es! Doch bisher haben Sie es nicht geschafft, eine Ausbildung zu absolvieren? Erst kamen die Kinder dazwischen, dann vielleicht die Betreuung oder Pflege eines Angehörigen. Oder vielleicht haben Sie in Jugendzeiten einen Beruf erlernt, den Sie heute nicht mehr ausüben möchten. Für die Heilerziehungspflege ist es nie zu spät. Wir möchten Sie dazu ermutigen, den Schritt in eine Umschulung zu wagen.

20. Mai 2020

Wie gelingt es, dass Menschen mit schweren Behinderungen auch in der Corona-Zeit mit ihren Angehörigen Kontakt halten können? Im Bereich Wohnen Neuendettelsau kommt Videotelefonie zum Einsatz.

Haben Sie Fragen? Wir helfen Ihnen gerne.

Wenn Sie sich näher über unser Angebot informieren möchten, können Sie gerne Ihre
bevorzugte Kontaktmöglichkeit hinterlassen.

Oder rufen Sie uns an unter unserer Service-Nummer:

+49 (0) 180 28 23 456 (6 Cent pro Gespräch)