"Ich bin dafür da, dass es den Menschen gut geht."

Jeanette Frieß arbeitet als Heilerziehungspflegehelferin in der Diakoneo Werkstatt Polsingen

Esther Jaksch hat sich mit ihr über ihre Tätigkeit und ihren Weg in die Arbeit mit Menschen mit Behinderung unterhalten.

Jeanette Frieß hat eine Bewunderung für Menschen mit Behinderung. Das ist zu spüren in allem, was sie sagt und tut. „Jeder ist in seiner Art besonders. Ich kann es nur bewundern, wie sie ihr Leben und ihren Alltag meistern.“ Die 47-Jährige ist Heilerziehungspflegehelferin in der Diakoneo Werkstatt Polsingen. In ihrer Gruppe arbeiten Menschen mit schwersten Behinderungen und sie ist überzeugt. „Ich bin dafür da, dass es den Menschen gut geht!“ Deswegen unterstützt Jeanette Frieß sie als Gruppenhelferin beim Essen, beim Toilettengang und bei den Arbeitsschritten in der Werkstatt. Apropos Arbeit: Die Beschäftigten stellen Mäppchen mit Leuchtmarkern und Finelinern zusammen. „Es ist unglaublich, was die Menschen leisten und welches Pensum sie schaffen“, ergänzt Jeanette Frieß.

Jeanette Frieß kam über Umwege in die Heilerziehungspflegehilfe und hat in diesem Berufsfeld ihre Berufung gefunden.

Ihr Weg in die Heilerziehungspflegehilfe

In der Heilerziehungspflegehilfe hat sie ihre Berufung gefunden, obwohl sie zunächst eine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel absolvierte. „Mit 15 Jahren kam ich aus der Schule. Da ist man noch beeinflussbar.“ Doch direkt nach ihrer Ausbildung merkte Jeanette Frieß, dass ein sozialer Beruf genau ihr Ding ist. Nach einem freiwilligen sozialen Jahr in einem Kinder- und Pflegeheim in Wassertrüdingen machte sie die Ausbildung zur Heilerziehungspflegehelferin bei den Rummelsbergern in Hilpoltstein. Bereut hat sie diesen Schritt nie: „Ich hatte noch keinen Tag, an dem ich ungern in die Arbeit gegangen bin.“ Eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegehilfe kann auch bei Diakoneo und zwar an den Fachschulen für Heilerziehungspflegehilfe in Neuendettelsau und Himmelkron absolviert werden. Quereinsteiger sind hier meist in guter Gesellschaft: Es gibt immer einige Schülerinnen und Schüler, die über Umwege in diesen Beruf gekommen sind und dabei wertvolle Lebenserfahrung, z. B. in der Kindererziehung, in der Pflege von Angehörigen, in der Führung eines Mehrpersonenhaushaltes oder auch Berufserfahrung aus einem anderen Arbeitsbereich mitbringen. Wegen des Alters muss sich niemand Gedanken machen, weiß Doris Sitzmann-Korn, Schulleiterin der Fachschulen für Heilerziehungspflegehilfe in Neuendettelsau: „Unsere Schüler sind zwischen 18 und circa 55 Jahren. Da sind auch einige mit über 30, 40 oder 50 Jahren dabei.“ Gerade die Mischung macht es: „Die Jüngeren werden vernünftiger und die Älteren jünger. Das ist eine absolute Bereicherung.“

„Jeder ist in seiner Art besonders. Ich kann es nur bewundern, wie sie ihr Leben und ihren Alltag meistern.“

Vielfältige Praxisstellen in der Region Polsingen, Oettingen, Gunzenhausen

Die theoretische und praktische Ausbildung in der Heilerziehungspflegehilfe findet über ein Jahr im wöchentlichen Wechsel statt. Praxisstellen bietet auch der Bereich Arbeits- und Tagesstruktur in der Region Polsingen, Oettingen, Gunzenhausen. Die Diakoneo Werkstatt Polsingen mit fast 270 Plätzen für Menschen mit Behinderung produziert schwerpunktmäßig Paletten für regionale Druckereien, Brauereien und andere Branchen. „Auch das Holz kommt aus der Region“, berichtet Werkstattleiter Robert Steinberger. In Polsingen befinden sich zudem eine Förderstätte und eine Seniorentagesstätte. In Laubenzedel, einer Nebenstelle der Hauptwerkstatt in Polsingen, arbeiten die Beschäftigten und die Mitarbeitenden hauptsächlich in der metallverarbeitenden Produktion für Automobil- und LKW-Zulieferer. Schülerinnen und Schüler der Heilerziehungspflegehilfe können zwischen den Bereichen wechseln, um verschiedene Tätigkeiten kennen zu lernen. Natürlich ist auch ein Wechsel in den Bereich Wohnen in Polsingen, Oettingen oder Gunzenhausen möglich. Dabei gibt es immer feste Ansprechpartner: Ein Mentor in jeder Einrichtung begleitet die Schülerinnen und Schüler durch den praktischen Teil der Ausbildung. Nach dem Abschluss können die Heilerziehungspflegehelfer in einen Festvertrag übernommen werden.

In der Werkstatt in Laubenzedel (Bild) wird hauptsächlich für Automobil- und LKW-Zulieferer produziert, in der Werkstatt in Polsingen geht es um Holz: Hier enstehen Paletten z. B. für regionale Druckereien und Brauereien.

Ein Job, bei dem Sie Ihre Hobbies einbringen können

Bei Jeanette Frieß liegt die Ausbildung schon mehrere Jahre zurück. Seit dem Herbst 2019 arbeitet sie in der Werkstatt in Polsingen und schätzt an ihrem Arbeitsplatz besonders die große Flexibilität. Für die Beschäftigten gibt es nämlich neben der Arbeit allerhand arbeitsbegleitende Maßnahmen, die von den Mitarbeitenden gestaltet werden. „Bei uns kann sich jeder mit seinen Stärken einbringen“, so Werkstattleiter Robert Steinberger. Sie lieben es zu wandern? Super! Dann planen Sie die nächste Tour. Ihre Leidenschaft ist das Kochen? Perfekt! Dann zaubern sie mit den Beschäftigten gemeinsam das nächste Essen. Sie können kreative Karten basteln? Dann ist das Ihre Aktivität. „Wir haben auch schon den Weihnachtsmarkt in Nördlingen besucht und an Halloween einen Kürbis ausgehöhlt und daraus eine Suppe gekocht“, erinnert sich Jeanette Frieß an die Highlights. Kein Tag ist für die Heilerziehungspflegehelferin gleich, dennoch gibt es eine feste Tagesstruktur: Um 7:30 Uhr beginnt ihr Dienst mit der Busaufsicht, da einige Beschäftigte von Einrichtungen an anderen Orten oder von daheim nach Polsingen gebracht werden. Danach beginnt die Arbeit in den Gruppen, wo Jeanette Frieß den Menschen mit Behinderung assistiert. Von 9:30 bis 10 Uhr und von 12 bis 13 Uhr sind jeweils Pausen. Ab 16 Uhr werden die Beschäftigen wieder abgeholt. Dann hat auch Jeanette Frieß Feierabend. Das ist ein klarer Vorteil an der Arbeit in der Werkstatt: Es gibt keinen Schichtdienst und auch keine Arbeit an Wochenenden und Feiertagen. „Das lässt sich mit einer Familie gut vereinbaren“, meint sie. Derzeit arbeitet sie in Teilzeit mit 35 Stunden, wie etwa 75 Prozent der Mitarbeitenden. Dank der festen Arbeitszeiten kann Jeanette Frieß auch eine Fahrgemeinschaft mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Umkreis bilden.

Für Mitarbeitende ist einiges geboten: von Massage, Yoga bis zur Bergfreizeit!

Auch für Mitarbeitende bei Diakoneo ist in der Region einiges geboten. Es gibt ein vielfältiges, fast kostenfreies Programm der Betrieblichen Gesundheitsförderung: Angefangen bei Massagen in den Einrichtungen, Zumba- und Yogakursen bis hin zur Aqua Gymnastik, inklusive eines kostenlosen Besuchs in der Altmühltherme in Treuchtlingen. Besondere Highlights für die Kolleginnen und Kollegen sind der Polsinger Faschingsumzug, die Bergfreizeit, die Grillfeste und der jährliche Betriebsausflug. Jeder kann zwischen zehn verschiedenen Angeboten wählen und dabei auch Mitarbeitende des Bereichs Wohnen und der Offenen Hilfen kennenlernen. Für jeden Geschmack ist hier etwas dabei – egal, ob Wandern, Kanufahren, Städtetrips oder Ausflüge zum Brombachsee.


Mit Menschen mit Behinderung in der Region Polsingen, Oettingen, Gunzenhausen arbeiten

Sie suchen eine berufliche Herausforderung und sinnstiftende Tätigkeit in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung in der Region zwischen Gunzenhausen, Oettingen, Polsingen und Weißenburg? Dann sind Sie bei Diakoneo genau richtig. Mit Wohneinrichtungen, Werkstätten, Förderstätten, Seniorentagesstätten und Ambulant Betreutem Wohnen ist Diakoneo einer der größten Anbieter nicht nur der Region, sondern in ganz Mittelfranken.

Profitieren Sie von unserem breiten Angebot der Fort- und Weiterbildung, einem guten Betriebsklima mit vielen Aktivitäten, einem vielfältigen Programm der Betrieblichen Gesundheitsförderung in einem stabilen Unternehmen.

Sind Sie Auszubildender, Berufseinsteiger, Berufserfahrener, Quereinsteiger oder Branchenwechsler (m/w/d)? Möchten Sie in Vollzeit oder Teilzeit arbeiten? Kein Problem! Diakoneo hält eine Fülle von unterschiedlichen Arbeitsmöglichkeiten für Sie bereit. Bei uns ist für jeden beruflichen Weg und jede Lebensphase etwas dabei.

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Sie ist Dolmetscherin, Finanzberaterin, Haushaltsexpertin, Gesprächspartnerin, Netzwerkerin, Arbeitsvermittlerin, Motivatorin, Unterstützerin und vieles mehr. Seit 24 Jahren arbeitet Beate Zimmermann als Heilerziehungspflegerin im Bereich Begleitetes Wohnen bei Diakoneo Offene Hilfen Oettingen-Wemding.

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