„Plötzlich ist alles unsicher geworden und man weiß gar nicht, was einen erwartet!“, so beschreibt Karin Kohler die aktuelle Lage.


Corona-Krise-Menschen-mit-Behinderung

Unsere Helden

Zuhause bleiben, Home-Office, die Kinder im Haus beschäftigen, Einkaufen für die Großeltern und leere Straßen: Diese Dinge bestimmen derzeit unseren Alltag.
Doch es gibt sehr viele Menschen, die nicht zu Hause bleiben und im Home-Office arbeiten können. Die jeden Tag zur Arbeit gehen und sich um kranke oder alte Menschen kümmern. Die den Alltag mit Menschen mit Behinderung gestalten oder Kinder von Eltern betreuen, die ebenfalls in den systemrelevanten Berufen arbeiten.
Menschen, die schon im "normalen" Berufsalltag jeden Tag Höchstleistungen vollbringen. Und die derzeit noch eine Schippe obendrauf legen.
Einige dieser Menschen stellen wir in der Reihe "Unsere Helden" vor:


Karin Kohler arbeitet als Koordinatorin Begleitetes Wohnen bei den Offenen Hilfen ARON in Ansbach. Sie berichtet über die Umstellungen in ihrer Arbeit mit Menschen mit Behinderung im Begleiteten Wohnen. 

Karin Kohler arbeitet seit zwei Jahren als Koordinatorin bei den Offenen Hilfen ARON im Begleiteten Wohnen in Ansbach. Begleitetes Wohnen ist ein Assistenzangebot für Menschen mit kognitiver Einschränkung in der eigenen Häuslichkeit. „Wir sind zweimal in der Woche bei unseren Kunden. Dabei bin ich nicht nur für Ansbach verantwortlich, sondern - wie in der Bezeichnung ARON enthalten – auch für die Regionen Rothenburg, Obernzenn und Neustadt a. d. Aisch.“ Insgesamt arbeitet Karin Kohler schon seit mehr als dreißig Jahren für Diakoneo (bis Juli 2019 Diakonie Neuendettelsau) – sie weiß also „wie der Hase läuft“. „Ich kam durch ein Praktikum mit der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen in Berührung und absolvierte dann meine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin in Neuendettelsau“ erklärt sie. „Ich wusste von Anfang an, in diesem Bereich will ich arbeiten!“ Und sie ist bis heute dabeigeblieben.


Unsere Hauptaufgabe war es zunächst, all das Neue zu erklären. 

Nach über einer Woche im Ausnahmezustand wagt Karin Kohler einen ersten Blick zurück. „Die vielen neuen Regelungen im Kontakt und alle Umstellungen sind ja jetzt erst einmal eingeführt, der erste Schock ist überwunden und es läuft! Wir hatten wirklich alle Hände voll zu tun. Unsere Hauptaufgabe war es zunächst, all das Neue zu erklären. Was heißt das denn „Katastrophenfall“? Ein schlimmes Wort, aber wenn man weiß, dass das zunächst einmal nur eine politische Feststellung ist, durch die bestimmte Regeln in Kraft gesetzt werden, kann man es einordnen und besser damit umgehen. Also haben wir unseren Kunden vieles einfach ganz praktisch erläutert: dies darf man tun, und jenes sollte man lassen. Wir haben die neuen Regeln so lange erklärt, bis sie verstanden wurden. Dadurch dass wir im Begleiteten Wohnen Zugang zu den Wohnungen der Kunden haben, konnten wir vieles auch praktisch verdeutlichen, wie das vermehrte Händewaschen oder das Nutzen von Händedesinfektionsmittel. Ich hatte in der Zeitung gelesen, dass man die Dauer des Händewaschens bemessen kann, indem man zweimal hintereinander das Lied „Happy Birthday to you“ vor sich hin singt. Wenn man es so erklären kann, macht das gründliche Händewaschen plötzlich Freude. Außerdem haben wir das Händegeben sofort abgeschafft und entdeckt, dass man sich auch mit einer kleinen Verbeugung begrüßen kann. Das alles haben wir dann immer wieder geübt und jetzt haben sich die Abläufe automatisiert. Auch schwierigere Themen, wie Abstand halten oder sich nicht mit den Händen ins Gesicht zu fassen, haben wir eingeübt. Natürlich geht das nicht bei jedem gleich schnell, aber letztlich haben es doch alle innerhalb von ein paar Tagen verstanden und verhalten sich dementsprechend.“

Ansprechpartnerin für Kunden und Mitarbeitende

Wir können jetzt nur abwarten – ohne Panik.

Als Koordinatorin ist Karin Kohler nicht nur Ansprechpartnerin für die Kunden im Begleiteten Wohnen, sondern auch für die Mitarbeitenden des Begleiteten Wohnens der Offenen Hilfen ARON. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, als Ansprechpartnerin zur Verfügung zu stehen, Informationsmaterial zu beschaffen, den Kontakt zwischen der Leitung und den Mitarbeitenden zu steuern. „Am Anfang bin ich sehr viel gefragt worden. Das waren zum Teil Dinge, die ich selbst nicht wusste. Aber da darf man nicht ängstlich sein. Was ich nicht wusste, habe ich ganz schnell herausgefunden und meine Leitung hat mich wunderbar unterstützt, ebenso waren die Informationen und Vorgaben des Diakoneo Krisenstabs hilfreich. Wir sind sehr froh, dass bei uns noch niemand krank geworden ist und können jetzt nur abwarten – ohne Panik! Wir werden die weitere Entwicklung verfolgen und dann jeweils entscheiden, wie zu handeln ist!“


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