Kinderhort und Mittagsbetreuung in Nürnberg-Erlenstegen: Das pädagogische Konzept



Nach der Schule in den Kinderhort: Für viele Kinder ist das Alltag. Doch wie läuft der Nachmittag im Kinderhort ab? Wer arbeitet dort und was ist wichtig bei der Arbeit mit Kindern im Kinderhort? Wie unterscheiden sich ein Kinderhort und eine Mittagsbetreuung?
Sandra Kohlmann, Leiterin des Kinderhortes und der Mittagsbetreuung in Erlenstegen, hat sich darüber mit Maria Mohr unterhalten:


„Schätzel“ ist neidisch: Zu gerne würde er auch in die Schule gehen. Aber leider ist er zu jung dafür. Und als er versucht hat, sich älter zu zaubern, ging das gründlich in die Hose: Denn jetzt ist er noch ein Jahr jünger und muss lange warten, bis er in der Schule spannende Dinge erleben kann.


Handpuppe und Kinderpfleger im Kinderhort
Kinderpfleger Oliver Baum leiht der Handpuppe "Schätzel" seine Stimme. © Mohr


Solange muss sich die lustige bunte Handpuppe mit Erfahrungen aus zweiter Hand begnügen: Jeden Mittag, wenn die Kinder der Gebrüder-Grimm-Schule im Nürnberger Vorort Erlenstegen in den Kinderhort kommen, wartet Schätzel im Musik- und Bewegungsraum. Mit ein wenig Hilfe von Kinderpfleger Oliver Baum heißt er die Kinder im Hort willkommen und lässt sich erzählen, was am Vormittag in dem benachbarten roten Backsteingebäude der Schule so passiert ist.


„Wenn die Kinder dem Schätzel von ihrem Schulalltag erzählen, kommen sie aus sich heraus und lernen, ihre Gefühle auszudrücken“, erzählt Sandra Kohlmann. Sie leitet den Kinderhort und die Mittagsbetreuung. Beide Einrichtungen haben seit Schuljahresbeginn im September 2020 ihren Betrieb aufgenommen.


In die beiden Gruppen der Mittagsbetreuung gehen derzeit 24 Kinder. 150 Kinder besuchen die sechs Hortgruppen. Im Kinderhort können die Kinder bereits morgens vor der Schule betreut werden und bis 17.30 Uhr am Nachmittag. Die Mittagsbetreuung endet um 14.30 Uhr.


Gruppenraum im Kinderhort
Einer der Gruppenräume im Kinderhort Erlenstegen. © Mohr


Wie läuft ein Nachmittag im Kinderhort ab?


Die beiden Ausgangstreppen der Gebrüder-Grimm-Schule sind ein wichtiger Treffpunkt: Dort warten die Horterzieher auf die Kinder aus ihrer jeweiligen Hortgruppen. Gemeinsam gehen dann alle in den Hort, der direkt neben der Schule liegt. Je nachdem, wann die Schule zu Ende ist, haben die Kinder zunächst Zeit sich auf einem der beiden Kletterspielplätze und im Sommer auf dem Wasserspielplatz auszutoben.


Das Abholen und die Gemeinsamkeit sind Sandra Kohlmann wichtig: „Die Kinder müssen viele Übergange bewältigen: Von der Kita in die Schule, von der Schule in den Hort.“ Feste Rituale sind hier sehr hilfreich.


Die jüngeren Kinder haben außerdem ihre Verabredung mit Schätzel. Im Musik- und Bewegungsraum singen sie mit ihm. Oliver Baum hat dafür extra einen „Schätzel-Song“ geschrieben.


Nach dem Mittagessen folgt eine feste Hausaufgabenzeit. In einer Stunde sollen die Kinder ihre schulischen Arbeiten erledigen. Die Betreuer in den jeweiligen Hortgruppen begleiten die Kinder dabei.


Nach der Lernzeit können die Kinder aus vielen verschiedenen Aktivitäten auswählen, die in verschiedenen Räumen des Hortes stattfinden.


Mikroskope im Kinderhort
Mit den Mikroskopen in der Experimentierwerkstatt arbeiten die kleinen Forscher und Entdecker. © Mohr


Im der Experimentierwerkstatt wird geforscht und mit dem Mikroskop gearbeitet, im Sport- und Bewegungsraum gibt es verschiedene Sportangebote. Wer etwas Ruhe sucht, der kann sich in den Entspannungsraum oder in eine der beiden Leseinseln zurückziehen.


Beim Forschen und Experimentieren sind auch zwei Freunde von Schätzel aktiv: Die Handpuppen „Schlau“ und „Meier“ schauen den Kindern hier über die Schulter. Die mutige Meier und der etwas hasenfüßige Schlau sind Identifikationsfiguren für die Kinder und entsprechend sehr beliebt.


„Zur Zeit sind wir leider wegen Corona etwas eingeschränkt in den Aktivitäten“ bedauert Sandra Kohlmann. So konnte zum Beispiel die geplante Koch- und Back-AG noch nicht stattfinden.


Ernetdankdeko im Kinderhort


Wer arbeitet in einem Kinderhort?

Das Team des Kinderhortes besteht aus 20 Mitarbeitenden. Hier arbeiten Fachleute, die ein mindestens zweijährige 

Ausbildung zum Kinderpfleger oder die fünfjährige Ausbildung zum Erzieher absolviert haben. Außerdem Heilpädagogen und Kindheitspädagogen. Wie in allen Kitas von Diakoneo arbeiten sie in interdisziplinären Teams zusammen um den Bedürfnissen aller Kinder gerecht zu werden.


Was ist wichtig bei der Arbeit in einem Kinderhort?


Wie in allen Kindertageseinrichtungen ist es auch im Hort wichtig, dass das Fachpersonal gut im Blick hat, wie es dem Kind gerade geht. Die Pädagogen schauen deshalb schon mittags beim Abholen an der Schultreppe genau hin: Ist das Kind fröhlich oder eher traurig? Hat es gar geweint? Spielt es mit den anderen oder zieht es sich zurück? Was erzählt es aus der Schule?


Diese Beobachtungen notieren die Hortpädagogen auch im Eltern-Begleitheft. Dieses Heft, das die Kinder in der Schultasche mit sich tragen, dient zur Kommunikation zwischen Eltern und Horterziehern.


Gerade bei älteren Kindern, die allein nach Hause gehen, oder bei Kindern, die nicht von Mutter oder Vater abgeholt werden, ist das Heft eine wichtige Informationsquelle.


Umgekehrt schreiben auch die Eltern Dinge in das Heft, die für die Pädagogen im Hort wichtig sind.


Handpuppen in einem Kinderhort
Due Handpuppen Schlau und Meier unterstützen die Kinder in der Experimentierwerkstatt. © Mohr


Wie unterscheiden sich Hort und Mittagsbetreuung?


„Ein Kinderhort ist im Unterschied zur Mittagsbetreuung eine Bildungseinrichtung“, erklärt Sandra Kohlmann. „Das heißt, wir fördern und betreuen die Kinder nach dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsgesetz.“ Dieses Gesetz schreibt genau vor, in welchen Bereich die Kinder gefördert werden sollen.


Das sind unter anderem:

  • Werteorientierung
  • Sprache
  • Mathematik
  • digitale Medien
  • Naturwissenschaften
  • Umwelt
  • Kultur
  • Musik
  • Bewegung
  • Gesundheit

Um das zu garantieren, arbeitet in einem Kinderhort ausgebildetes Fachpersonal.


In der Mittagsbetreuung liegt der Schwerpunkt des Angebotes auf der Betreuung der Kinder. Sie sind gut untergebracht, wenn ihre Eltern sie nicht direkt nach Schulschluss abholen können. „Die Hausaufgaben und deren Kontrolle liegen bei der Mittagsbetreuung in der Verantwortung der Eltern.“ So Sandra Kohlmann.


Entsprechend niedriger sind auch die Anforderungen an das Personal in der Mittagsbetreuung.

Um spätestens 17.30 Uhr endet die pädagogische Arbeit im Kinderhort Erlenstegen. Schätzel, Schlau und Meier ziehen sich in ihre Kisten zurück und freuen sich auf den nächsten Nachmittag im Hort.


Mit Kindern arbeiten bei Diakoneo

Die Mitarbeitenden in den 22 Kinderkrippen, Kindergärten und Horten bei Diakoneo sind ein starkes Team.
Gemeinsam entwickeln sie einrichtungsübergreifende Konzepte wie den Standard zur religionssensiblen Erziehung oder einen Standard zur  Partizipation in der Kita.
In den einzelnen Einrichtungen haben die Teams Raum zur Umsetzung von spannenden Projekten wie zum Beispiel  naturwissenschaftliche Montessori-Projekte oder Konzepten zur Medienpädagogik.
Alle Einrichtungen für Kinder arbeiten seit Jahren nach einem inklusiven Konzept.

Diakoneo legt großen Wert auf die Qualifikation der Mitarbeitenden. Diese entwickeln ihre Fähigkeiten und Kompetenzen in regelmäßigen Schulungen und Fortbildungen laufend weiter. Neugierig?

Finden Sie Ihren Traumjob mit Kindern bei Diakoneo!

Sie möchten als Erzieher, KinderpflegerKindheitspädagoge, Heilerziehungspfleger im Erziehungsdienst oder Heilpädagoge (je m/w/d) bei Diakoneo arbeiten? Sie möchten sich der Herausforderung stellen und beim Aufbau einer neuen Einrichtung mitwirken?

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