Singen und Musik in Kita und Kinderhort: „Schetzel“, „Schlau“ und „Meier“ sind Sprachrohre für die Kinder

Die Handpuppen erleichtern den Übergang zwischen Kindergarten und Kinderhort

Vom Kleinkind über das Kindergartenkind zum Schulkind – spannende Entwicklungsschritte, für die ein kleiner Mensch viel Unterstützung benötigt.

Die Kinder im Kinderhort Erlenstegen haben dafür die Hilfe von Schetzel, Schlau und Meier: Die drei Handpuppen leben in einer Kiste im Kinderhort und werden von Oliver Baum zum Leben erweckt. Der Kinderpfleger hat eine Vielzahl von Fortbildungen rund um das Thema „Musikpädagogik" absolviert.

Er ist im Kinderhort vor allem dafür zuständig, die Kinder vom Kindergarten in die Schule zu begleiten.

In diesem Artikel geht es um:

  • Wie kann man den Übergang vom Kindergarten in die Schule gut begleiten?
  • Wie können Handpuppen als Identifikationsfiguren für die Kinder dienen?
  • Wie können schüchterne Kinder durch Musik und Lieder unterstützt werden?

Von Maria Mohr

Identifikationsfigur "Schetzel": Ein lieber Kerl, dem oft Missgeschicke passieren

 Der Schetzel, der ist ziemlich cool, er möchte gerne in die Schul´. Doch dafür muss er früh aufstehen, das kann er nicht verstehen.

(Aus dem "Schetzel-Lied" von Oliver Baum)

Ein Mann mit einer großen Handpuppe
Schetzel ist ein cooles Schlitzohr. Kinderpfleger Oliver Baum erweckt ihn zum Leben. Dem Naschen und den Süßigkeiten ist Schetzel sehr zugetan und kommt damit oft in Schwierigkeiten. Seine Vorliebe hat sich schon auf sein Gebiss ausgewirkt, denn er hat keinen einzigen Zahn mehr im Mund. © Mohr

 

Schetzel ist fünf und viele seiner älteren Kumpels aus dem Kindergarten kommen jetzt in die Schule. Deshalb versucht er, sich älter zu zaubern. Das geht aber leider schief und statt sechs Jahre ist er auf einmal wieder vier.


„Eigentlich ist Schetzel ein lieber Kerl“, sagt sein Erfinder Oliver Baum. Aber er ist oft ungehorsam und schlittert so von einer schwierigen Situation die andere. Eine gute Identifikationsfigur für viele Kinder. „Für die Kinder sind Schetzels Missgeschicke völlig klar“, sagt Oliver Baum: „Er ist in den Zauberschrank eingebrochen, hat das Zaubersalz gestohlen und alles ging schief.“

 

zwei Handpuppen
„Schlau“ (rechts) und „Meier“ (links) ergänzen und spiegeln Schetzels Schlitzohr-Persönlichkeit. Während Schlau seine Tricks immer durchschaut, ist Meier eher gutgläubig und naiv. Meier leidet oft unter Schetzels Eskapaden, aber Schlau hilft ihm. Sie deckt letzten Endes alle Tricks auf. Meier trägt zur Zeit ein Pflaster über dem Mund, weil er allzu oft etwas ausplaudert. © Mohr

 

Die Kinder identifizieren sich mit den Handpuppen Schetzel, Schlau und Meier
 

„Ich habe schon früh gemerkt, dass man über ein Stellvertretermedium wie zum Beispiel die Handpuppen sehr gut an die Kinder herankommt.“ sagt Oliver Baum. Das hat der erfahrene Kinderpfleger bereits vor vielen Jahren erkannt, als er es mit einem Jungen zu tun bekam, der im Kindergarten über zwei Jahre hinweg nicht gesprochen hat.

„Zufällig haben wir zusammen Papierflieger gebastelt“, erzählt der Kinderpfleger. „Und über den Umweg durch dieses Medium hat das Kind begonnen, zu sprechen.“

Mit Sandra Kohlmann, der Leiterin des Kinderhortes in Erlenstegen, arbeitet Oliver Baum schon viele Jahre zusammen. „Sie hat Musik schon immer eingebunden in die Arbeit mit den Kindern.“ erzählt er.
Auch die Handpuppen Schetzel, Schlau und Meier sind Stellvertretermedien, die Situationen aus der Erlebniswelt der Kinder nachspielen und den Kindern dabei helfen, sich auszudrücken.

Die Handpuppe „Schetzel“, ein gewiefter Taktiker und das Sprachrohr von Oliver Baum, erklärt sich die Welt gerne, so wie sie ihm gefällt, und das nicht immer ganz uneigennützig:

 


DARF MAN ALLE SÜSSIGKEITEN ALLEIN AUFESSEN?


Ein Mann mit einer großen Handpuppen
Schätzel liebt die Süßigkeit „After Eight“. Damit er seine geliebten Pfefferminzplättchen nicht teilen muss, schwindelt er Schlau und Meier vor, man dürfe sie erst nach acht Uhr abends essen, wenn alle Kinder schon ihm Bett liegen.
Der Kopf einer Handpuppe
Um sich dann ungestört und verbotenerweise dem Naschen zu widmen. Darf man das denn?
Eine Handpuppe, die sich die Hand vor den Mund hält
Ups, erwischt - Nicht nur Schlau, sondern alle Kinder im Hort wissen die Antwort: Natürlich nicht.

Schetzel erklärt: „Wie funktioniert teilen?“ – Oder auch nicht?


Zu St. Martin beschäftigten sich die Kinder im Hort mit dem Thema „Teilen“. Schetzel hat über das Teilen bei einer Familienpackung Gummibärchen eine ganz eigene Meinung. Er teilt so „großzügig“, dass Meier nur wenige Gummibärchen bekommt und Schetzel den Großteil für sich behält.

Gerade für Kinder mit Geschwistern keine ganz unbekannte Situation. Glücklicherweise kann Schlau ihrem Freund Meier die Situation erklären:

Ein Mann spielt mit einer Handpuppe

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Je nach Alter und Entwicklungsstand gehen die Kinder unterschiedlich mit Schetzel und seinen Frechheiten um.
„Zum Ende der Kindergartenzeit und am Anfang des Schulalters sehen sie alles noch schwarz-weiß“, weiß Oliver Baum: „Es sind der böse Schetzel und der arme Meier.“


Circa ab der zweiten Klasse wird das Denken differenzierter. Auch Meier stößt dann nicht mehr immer auf Verständnis. „Man, ist der blöd“, heißt es dann oft. „Warum merkt er denn nicht, dass Schetzel ihn austrickst?“

In der dritten und erst recht in der vierten Klasse geht die Magie der Handpuppen dann endgültig zu Ende. Die Kinder wissen jetzt natürlich schon lange, dass Schetzel, Schlau und Meier Puppen sind, denen jemand die Worte in den Mund legt.
„Obwohl ich manchmal das Gefühl habe, sie würden noch gerne glauben, dass die drei lebendig sind“, erzählt Oliver Baum.


Warum muss Schetzel in die Schule?
 

Nach vielen Streichen und Unarten ist klar: Der Schetzel muss in die Schule, sonst ist er nicht zu bändigen.
Ob das gutgehen kann, singen die Kinder im „Schetzel-Lied“, das Oliver Baum komponiert hat:

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Wie kann man den Übergang vom Kindergarten in die Schule gut begleiten?
 

Im Kinderhort Erlenstegen ist Oliver Baum vor allem für die Mädchen und Jungen aus den ersten Klassen zuständig. Er ist ein Bindeglied für den Übergang zwischen Kindergarten und Schule.


„Ich kenne dieses Herbeisehnen zur Schule und die Tatsache, dass die Erstklässler plötzlich cool sein wollen. Erste Klasse – das ist weit weg vom Kindergarten.“


Gut, dass die Handpuppen als Sprachrohe funktionieren, wenn den Kindern etwas wichtig ist. „Letzten Sommer hatten wir zwei Kinder, die heiraten wollten.“, erzählt Oliver Baum. Schetzel war der Standesbeamte, seither trägt er Krawatte. Vorher wollte er die Braut allerdings noch überreden, doch lieber ihn zu heiraten. Leider hielt die Ehe nur drei Monate und Schetzel fühlte sich im Nachhinein bestätigt: „Hättest Du doch besser mich genommen.“


Freundschaft und Liebe, Lügen und die Wahrheit sagen, Verbote und Gebote, Corona und Impfung – alle diese Themen diskutieren Schetzel, Schlau und Meier und die Kinder mit ihnen.
Und natürlich singen sie auch zusammen.


Wie können schüchterne Kinder durch Musik und Lieder unterstützt werden?
 

Wir haben mittlerweile einen großen Grundstock an Kinderliedern, die wir mit den Kindern umsetzen können.“, sagt der Kinderpfleger und begeisterte Gitarrist.


Wichtig ist ihm bei der Musikauswahl, dass die Kinder Spaß haben: „Es kann auch ruhig ein bisschen abgehen und rockig sein. "Verhätschelungslieder" brauchen wir nicht.“


Oliver Baum hat schon oft die Erfahrung gemacht, dass gerade schüchterne Kinder beim Singen aus sich herausgehen. „Sie trauen sich dann Dinge, wie zum Beispiel auf einer Bühne singen, die sie sich ansonsten nicht zutrauen würden.“ Auch die Lautstärke sei hier hilfreich: „Unter dem Deckmantel der Lautstärke geben manche Kinder Gas.“

„Ich habe oft erkannt, dass Kinder sich im Kontext der Musik und mit anderen Kindern im Chor sicher fühlen.“ Oliver Baum ist sich sicher: „Die Musik gibt den Kindern Erdung und Selbstsicherheit für das spätere Leben.“

Arbeiten mit Kindern bei Diakoneo

Die Mitarbeitenden in den 26 Kinderkrippen, Kindergärten und Horten bei Diakoneo sind ein starkes Team.
Gemeinsam entwickeln sie einrichtungsübergreifende Konzepte wie den Standard zur religionssensiblen Erziehung oder einen Standard zur  Partizipation in der Kita.
In den einzelnen Einrichtungen haben die Teams Raum zur Umsetzung von spannenden Projekten wie zum Beispiel  naturwissenschaftliche Montessori-Projekte oder Konzepten zur Medienpädagogik.
Alle Einrichtungen für Kinder arbeiten seit Jahren nach einem inklusiven Konzept.

Diakoneo legt großen Wert auf die Qualifikation der Mitarbeitenden. Diese entwickeln ihre Fähigkeiten und Kompetenzen in regelmäßigen Schulungen und Fortbildungen laufend weiter. Neugierig?

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Oliver Baum arbeitet als Kinderpfleger im Diakoneo Kinderhort in Nürnberg-Erlenstegen. Er ist seit 1992 im Kindergartenbereich tätig und seit der Gründung des Horts Erlenstegen 2020 dabei. Der begeisterte Musiker und Gitarrist hat eine Vielzahl von Fortbildungen zur Musikpädagogik absolviert.
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