Medikamente oder Operation? Für was soll ich mich entscheiden?

Im Laufe des Lebens kommt es bei vielen Menschen zu Veränderungen des Gewebes und der Funktion der Schilddrüse. Das kann zu Problemen und Beeinträchtigungen führen. Ob ein operativer Eingriff notwendig ist oder ob eine Behandlung mit Medikamenten ausreicht, ist oft nicht ganz klar. Dr. Markus Scheuerpflug, Chefarzt an der Klinik Schwabach, und Oberarzt Dr. Jörn Gragert erklären, auf was es dabei ankommt.

von Amanda Müller

Etwa jeder Dritte in Deutschland leidet im Lauf seines Lebens an Problemen mit der Schilddrüse. Zu den häufigsten Schilddrüsenerkrankungen zählen die Schilddrüsenvergrößerung (Struma), die im Volksmund als Kropf bekannt ist, Über- oder Unterfunktionen sowie Entzündungen oder Schilddrüsenkrebs.

Dr. Markus Scheuerpflug ist als Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie einer der Ansprechpartner für die Behandlung bei Schilddrüsenerkrankungen. Er erzählt, dass Schilddrüsenoperationen, die in Deutschland in den vergangenen Jahren zu den am häufigsten durchgeführten Eingriffen gehörten, nicht immer notwendig seien. „Eine Schilddrüsenunterfunktion äußert sich oft darin, dass Menschen abgeschlagen und müde sind, Überfunktionen zeigen sich durch Nervosität oder häufiges Schwitzen. Auch bei Schluckbeschwerden sollten Patienten einen Hausarzt aufsuchen“, rät der Chefarzt. „Der Hausarzt kann entweder die Diagnose stellen oder den Patienten zum Endokrinologen überweisen. Mit dem Befund können die Patienten dann in unserer Sprechstunde kommen“, erläutert Dr. Scheuerpflug den sogenannten diagnostischen Pfad. Gemeinsam mit Oberarzt Dr. Jörn Gragert bietet er einmal die Woche eine Schilddrüsensprechstunde an.
Die Allgemein- und Viszeralchirurgen an der Klinik Schwabach können auf eine besondere Expertise von über 5.000 Schilddrüseneingriffen zurückblicken. Neben einer kontinuierlichen Überwachung der Stimmbandnerven während der Operation erfolgt die unmittelbare Untersuchung verdächtiger Knoten.

Oberarzt Dr. Jörn Gragert (links) und Chefarzt Dr. Markus Scheuerpflug informieren bei Schilddrüsensprechstunden über unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten.

„Vor allem bei Atemnot und Schluckbeschwerden, oder bei einem sogenannten Kropf, sollte operiert werden“, sagt Dr. Markus Scheuerpflug. „Auch bei bestimmten knotigen Veränderungen, die ein erhöhtes Krebsrisiko darstellen und bei einer medikamentös nicht behandelbaren Überfunktion der Schilddrüse ist eine Operation sinnvoll. Aber bei einigen anderen Schilddrüsenerkrankungen ist eine Operation wirklich überflüssig und die Behandlung mit Medikamenten oder einer Thermoablation (Gewebezerstörung durch Hitze) ausreichend“, sagt er.

Für Menschen mit Schilddrüsenveränderung bieten die Allgemein- und Viszeralchirurgen an der Klinik Schwabach die unverbindliche Beratung und Prüfung einer operativen Therapieoption an. Die Schilddrüsensprechstunde findet jeden Donnerstag zwischen 13 Uhr und 15 Uhr statt.
Termine für die Sprechstunde können unter Tel. 09122 182353 vereinbart werden.

Mehr Informationen zur Schilddrüsensprechstunde

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