Wie Corona den Alltag auf der Station Regenbogen der Cnopfschen Kinderklinik verändert hat


Katja Rossmann und Erzieherin Irene Fohrer im Gespräch © Diakoneo/Claudia Pollok


In der Cnopfschen Kinderklinik bekommen Kinder mit Krebserkrankungen eine hochspezialisierte medizinische Versorgung. Das Kinderonkologische Zentrum der Klinik zeichnet sich aber auch durch seine familienfreundliche Atmosphäre aus. Doch in Zeiten von Corona gilt auch in der Station Regenbogen: Abstand halten. So müssen Eltern, Kinder und Mitarbeiter neue Wege finden, um Nähe aufzubauen. 

Als Katja Roßmanns sechsjährige Tochter Franca im März ihre Krebstherapie aufnahm, fingen die Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie gerade an. „In den ersten Tagen haben wir auf der Station Regenbogen noch gemeinsam mit den anderen Familien gekocht und gegessen. Das war toll, weil wir alles miteinander geteilt haben. Wenn ein Kind lieber die Pizza der anderen Familie wollte statt der eigenen Suppe, war das kein Problem. Es hat sich angefühlt wie in einer großen Familie“, erinnert sich Roßmann.

Dann ordnete die Regierung die Maskenpflicht und Abstandsregeln für Kliniken an. Seither dürfen auch in der Station Regenbogen Gemeinschaftsräume, wie Elternküche oder Spielzimmer, nur noch von einer oder zwei Familien gleichzeitig genutzt werden. Essen dürfen die Familien nur noch im Patientenzimmer.

Die Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) und die deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie (DGPI) schätzen krebskranke Kinder während der Therapie als Hochrisikopatienten für Infektionen ein – auch wenn noch unklar ist, wie sich eine Covid-19-Erkrankung bei diesen Kindern auswirken würde.

Katja Roßmann hat Verständnis für die Schutzmaßnahmen. Der direkte Austausch und die Gespräche mit den anderen Eltern fehlen ihr aber sehr: „Mit einer anderen Mama schreibe ich jetzt auf WhatsApp, während wir nur wenige Meter voneinander entfernt in den Zimmern unserer Kinder sind“, erzählt sie und lacht.

Der Psychosoziale Fachdienst bietet emotionale Stütze und helfende Hände

So wie Katja Roßmann geht es aktuell vielen Eltern auf der Station Regenbogen, berichten Erzieherin Irene Fohrer und Sozialpädagogin Susan Kertscher vom Psychosozialen Fachdienst. „Am Anfang der Corona-Pandemie waren viele Eltern verunsichert. Was ist noch erlaubt, was nicht mehr? Die Maßnahmen haben wieder Struktur in die Station gebracht und Eltern und Mitarbeiter beruhigt“, sagt Susan Kertscher.

Der größte Einschnitt für die Eltern war, dass zwischenzeitlich nur noch ein Elternteil bei seinem Kind bleiben durfte und die Eltern sich gegebenenfalls abwechselten.

Das Team vom Psychosozialen Fachdienst hat sie in dieser Zeit deshalb ganz besonders unterstützt, nicht nur emotional, sondern auch mit praktischen Hilfestellungen, erklärt Irene Fohrer: „Wir haben den Müttern geholfen, wenn sie das Essen von der Küche ins Zimmer getragen haben und noch eine zusätzliche Hand für den Infusionsständer ihres Kindes gebraucht haben oder die Koffer hoch und runter gebracht, als die Väter nicht auf die Station durften.“

Dr. Maggie McDudel und Dr. Beppo messen humorvoll den Abstand zwischen sich. Die Kinder der Station Regenbogen sind froh, dass die Klinikclowns zumindest auf der Dachterrasse wieder auftreten dürfen. © Diakoneo/Claudia Pollok

Die Kinder auf der Station Regenbogen nehmen die Situation gelassen. Die meisten sind es gewohnt, eine Maske zu tragen. „Wenn ich aus dem Zimmer gehe, sagt Franca immer: Mama, Maske aufsetzen, weil ich es oft vergesse“, erzählt Katja Roßmann.

Sehr schade finden die Pädagoginnen jedoch, dass im Moment keine „Regenbogen-Feste“ stattfinden können, mit denen die Kinder ihre erfolgreich abgeschlossene Therapie feiern. „Um die Krankheit zu verarbeiten, ist das für Kinder und Eltern sehr wichtig“, erklärt Irene Fohrer. Aber das Team vom Psychosozialen Fachdienst hofft, dass zumindest andere Aufmunterungen wieder in den Alltag zurückkehren werden. Einen Schritt in diese Richtung gab es schon: die Klinikclowns durften auf der Dachterrasse auftreten.


Kontakt Kinderonkologie

Die Kinderonkologie in der Cnopfschen Kinderklinik in Nürnberg:

Mehr Informationen

Unterstützung für die Cnopfsche Kinderklinik und die Station Regenbogen:

Informationen über Spenden- und Fördermöglichkeiten

 

 


Karriere in den Diakoneo Kliniken

Sie suchen eine neue berufliche Herausforderung in einer familiären Klinik mit der Vielfalt und Sicherheit eines großen Verbundes?
Dann sind Sie bei Diakoneo genau richtig!
Wir sind Träger von sechs Kliniken und drei Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) in Schwäbisch Hall, Nürnberg und Schwabach und in Stadt und Landkreis Ansbach.
Entdecken Sie die Fülle von unterschiedlichen Arbeitsmöglichkeiten bei Diakoneo:

Karriere in den Diakoneo Kliniken: Mehr erfahren


Mehr lesen aus dem Magazin zum Thema Gesundheit
05. Mai 2021

Händewaschen gehört zur täglichen Hygiene – und ist in Zeiten von Corona besonders wichtig. Denn hier überträgt sich der Erreger schnell. Gründliches Waschen schützt vor Ansteckung.

03. Mai 2021

Menschen, die an Corona erkrankt waren, haben oftmals unabhängig von der Schwere ihrer eigentlichen Covid-Erkrankung einen sehr langen Weg zurück in ein normales Leben. Nach einem Jahr der Pandemie zeigt sich immer häufiger auch das sogenannte Post-Covid-Syndrom (Long Covid).

16. April 2021

Der Internationale Tag der Pflege wird jährlich am 12. Mai begangen. Theresa Batzel von Diakoneo nimmt mit anderen Auszubildenden an einer Gesprächsrunde mit dem Bevollmächtigten der Bundesregierung für Pflege, Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, und dem Bezirkstagspräsidenten von Mittelfranken, Armin Kroder, teil.

14. April 2021

Die Diagnose Parkinson in zunächst ein Schock für viele Betroffene. Doch durch eine gut abgestimmte Therapie aus Medikamenten und begleitenden Angeboten können Betroffene eine gute Lebensqualität erreichen.

Diesen Artikel teilen

Haben Sie Fragen? Wir helfen Ihnen gerne.

Wenn Sie sich näher über unser Angebot informieren möchten, können Sie gerne Ihre
bevorzugte Kontaktmöglichkeit hinterlassen.

Oder rufen Sie uns an unter unserer Service-Nummer:

+49 180 2823456 (6 Cent pro Gespräch)