Lebensmittel und deren Verdauung spielen eine entscheidende Rolle in der TCM


Von Marc Schöneberger 


Ernährung in der TCM

Zur Ursachenfindung chronischer Krankheiten ist in der traditionellen chinesischen Medizin die Ernährung von großer Bedeutung. So kann von den Symptomen der Erkrankung auf die Ursache geschlossen werden und diese daraufhin behandelt werden. Bert Rößler ist Ernährungsberater und Ordnungstherapeut am komplementärmedizinischen Zentrum am Diak Klinikum in Schwäbisch Hall. Er weiß: „Neben den vier Säulen der Traditionellen chinesischen Medizin (TCM), zu denen Akupunktur, Kräutermedizin, Qi Gong und Tuina, eine traditionelle Form der Massage, gehören, wirkt die Ernährung systemisch auf den gesamten Menschen mit Körper, Geist und Seele ein.“ Anders als in der westlichen Ernährungslehre spielt der sog. energetische Aspekt des „Qi“- sowohl der Lebensmittel als auch deren Verdauung und Transformation eine entscheidende Rolle.


Das Qi im Körper jedes Individuums


Das Qi steht für verschiedene Formen von Energie: In der TCM wird es als Quelle aller Bewegung, vom Herzschlag über das Gehen und Sprechen bis zur Bewegung der Nahrung durch die Verdauungsorgane angesehen. „Die Aufnahme von Qi wird begünstigt durch regelmäßiges, bewusstes und langsames Essen“, merkt Experte Rößler an. Zudem kann das sog. Nahrungs-Qi gestärkt werden, indem Rohkost nur in Maßen verzehrt wird, zwei bis drei warme Mahlzeiten täglich eingenommen werden oder der Verzehr von Brotmahlzeiten, Kuhmilch und Zucker reduziert wird.


Durch Ruhe, Massage, Wärme und regelmäßiges, vorwiegend gekochtes Essen kann die Heilung bei chronisch kranken Menschen in der traditionellen chinesischen Medizin unterstützt werden.



Als Bestandteil des Yangs, welches in der TCM Feuer und Lebenskraft symbolisiert, soll das Qi den Körper vor Krankheiten schützen. Mangelt es dem Körper an Qi, so äußert sich dies durch häufiges Frieren oder kalte Füße. „Bei chronisch Erkrankten ist das Qi durch die Krankheit geschwächt. Daher sind Maßnahmen, wie zum Beispiel Ruhe, Massage, Wärme und regelmäßiges, vorwiegend gekochtes Essen wichtig und können die Symptome des Qi-Mangels lindern“ stellt Ernährungsberater Rößler dar.
Medizinisch-therapeutisch erfolgt zuerst eine individuelle, energetische Diagnosestellung. Dann werden die Nahrungsmittel und -kombinationen empfohlen. Zusätzlich sind auch die Uhrzeit und die Art der Zubereitung von entscheidender Bedeutung.


Qi-reiches gegen Qi-armes Essen


Um das Qi im Körper wieder zu stärken, bieten sich verschiedene natürliche Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Gemüse, Früchte oder Nüsse an. Ebenso können frisch gekochte Mahlzeiten mit Fleisch, Fisch oder Eiern das Qi fördern. Als Qi-arme Lebensmittel gelten unter anderem Tiefkühlkost, Monokulturen aus Gewächshäusern oder industriell stark verarbeitete Lebensmittel. Jedoch betrachtet die chinesische Medizin alle Einflüsse, welche auf den Körper wirken als Wirkkräfte, die uns stärken oder schwächen können. „Es ist nicht nur wichtig, was wir zu uns nehmen, sondern ebenso in welchem Zustand sich unser energetisches System, genauer gesagt unser Verdauungssystem, befindet“, merkt hierzu der Therapeut an.


Die Lebensmittelklassifizierung der TCM zeigt auf, dass alle fünf Geschmacksrichtungen (sauer, bitter, süß, scharf und salzig) in einem Lebensmittel vorhanden sein sollten. Ebenso kann durch das Temperaturverhalten der Yang-Aspekt eines Lebensmittels sehr stark beeinflusst werden. „Nehme ich beispielsweise eine heiße Mahlzeit zu mir, so erzeugt dies eine starke Bewegung des Qi in meinem Körper“, weiß Bert Rößler. Ein gegensätzlicher Effekt lässt sich durch die Einnahme kalter Getränke erzielen.


Befindet sich das Qi im Körper in einem ausgewogenen Zustand, so kann der ausgeglichene Energiefluss dabei helfen, chronische Krankheiten zu lindern. Um eine innere Ausgeglichenheit zu schaffen und die persönliche innere Mitte zu stärken, bedarf es jedoch Bewusstheit und Ausdauer. „Unser moderner Alltag wird häufig als sehr stressig empfunden – umso wichtiger sind die bewussten Essenszeiten gerade im Sinne von Achtsamkeit bei der Nahrungsaufnahme. Denn Essen geht eigentlich nicht „to go“ oder nebenher.



Kontakt Komplementärmedizinisches Zentrum in Schwäbisch Hall

Bert Rössler ist Therapeut am Komplementärmedizinischen Zentrum am Diak Klinikum in Schwäbisch Hall.

 Komplementärmedizinisches Zentrum: Team und Kontakt



Bert Rößler ist Ernährungsberat-er/DGE, Kursleiter Progressive Muskelentspannung und Ordnungstherapeut/Mind-Body-Medizin am Komplementär-medizinischen Zentrum am Diak Klinikum in Schwäbisch Hall.

Telefon: 0791 753-5185

E-Mail schreiben: naturheilkunde@diakoneo.de

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