Eine Übersicht: Untersuchungsmöglichkeiten rund um das Herz


„Das kommt von Herzen“, oder auch „Der Film ging mir richtig zu Herzen“ – Redewendungen, die häufig im Alltag genutzt werden und deren Bedeutung jeder kennt.

Wann aber geht einem, im wahrsten Sinne des Wortes, etwas ans Herz? Dr. Marcus Pirot, Chefarzt der Klinik für Kardiologie der Kliniken in Neuendettelsau und Schwabach, ist Experte rund um das Thema Herz. Er weiß, worauf es ankommt, welche Warnsignale das Herz sendet und wann eine Untersuchung beim Kardiologen sinnvoll ist.

Ein Artikel von Friederike Grünhagen-Wahl


Chefarzt Kardiologie Dr. Pirot Herzkathederlabor
Chefarzt Dr. Pirot stolz im neuen Herzkathederlabor der Klinik Neuendettelsau: Hier bietet seine Kardiologie als einzige in der Region elektrophysiologische Untersuchungen an. © Diakoneo


In Deutschland erleiden rund 220.000 Menschen jährlich einen Herzinfarkt – rund 50.000 Menschen sterben daran. Umso wichtiger ist es, frühzeitig sein Herz untersuchen zu lassen und der Gang zum Kardiologen regelmäßig erfolgt. „In unseren Kliniken in Schwabach und Neuendettelsau sind wir bestens ausgerüstet für die Diagnostik verschiedenster Herzerkrankungen“, erklärt Chefarzt Pirot.
Während früher häufig die sogenannte Ergometrie, also ein Belastungs-EKG Aufschluss über mögliche Herzerkrankungen gab, sind es heute immer öfter moderne bildgebende Verfahren, die Erkrankungen sichtbar machen. „Das Fahren auf einem Fahrrad ist lange nicht so aussagekräftig über mögliche Vorschädigungen des Herzens, wie neuere und inzwischen auch bestens etablierte Verfahren“, so Dr. Pirot. Dazu gehören beispielsweise das Kardio-CT, das Kardio-MRT oder eben das Herzkatheterlabor. „Das sind verschiedene bildgebende, und im Falle des Herzkatheters auch therapeutische Verfahren, mit denen Herzerkrankungen gut sichtbar gemacht werden können. Alle diese Verfahren sind bei uns in Neuendettelsau und Schwabach Standard.“


Verschiedene Diagnosemöglichkeiten: Untersuchung per Herzkatheter, Kardio-CT, Kardio-MRT


Herzkatheteruntersuchungen werden in der Regel ambulant durchgeführt, nur im Falle, dass Chefarzt Dr. Pirot und seine Oberärzte beim Patienten einen sogenannten „Stent“ einbringen müssen, bleibt der Patient über Nacht. „Ein Stent ist ein Gefäßröhrchen, das wir in die Herzkranzgefäße einbringen, um diese offen zu halten“, erklärt er. Insbesondere bei einem Verschluss eines Herzkranzgefäßes, also einem Herzinfarkt, ist ein solches Einbringen unabdingbar. „Der Verschluss der Herzgefäße kann sonst schnell tödlich enden“, ergänzt Pirot. Über eine Arterie im Arm wird durch einen Draht der Stent eingebracht. Das Verfahren ist heutzutage schmerz- und risikoarm.

Wie sieht es in einem Herzkatheterlabor aus? Krankenschwester Julia Hittmeyer nimmt Sie mit auf einen Rundgang in das neue Herzkatheterlabor der Klinik Neuendettelsau:


Doch nicht immer müssen die Kardiologen invasiv behandeln. „Ob das Herz krank ist, kann man von außen nicht immer genau genug sehen. Mit einem Kardio-CT können wir deshalb den Patienten schonend untersuchen und diagnostizieren, ob eine Herzerkrankung oder gar eine Verengung der Herzkranzgefäße vorliegt und damit ein Herzkathetereingriff erforderlich ist“, sagt Dr. Pirot.
Ein ähnlich schonendes Diagnostikinstrument ist das Kardio-MRT. „Hier können über anatomische Darstellungen des Herzens Erkrankungen sichtbar gemacht werden, beispielsweise Veränderungen im Falle von Herzmuskelentzündungen“, so der Kardiologe weiter. „Für viele Patienten ist die Untersuchung im MRT eine gute und schonende Alternative zu vorherigen Untersuchungsmethoden. Einzig und allein das lange Liegen in der MRT-Röhre ist für manche Patienten gewöhnungsbedürftig.“
Und dennoch: derartige Untersuchungen sind für das Team der Kardiologie in den Kliniken Schwabach und Neuendettelsau das A und O. Je früher eine Herzerkrankung festgestellt wird, desto größer ist die Chance, die Funktionsfähigkeit des Herzens zu erhalten. 


Elektrophysiologische Untersuchung kommt bei Herzrasen zur Anwendung

Und noch ein spezielles Verfahren kann der Mediziner seinen Patienten anbieten. Die elektrophysiologische Untersuchung (EPU) ist eine spezielle Herzkatheter-Untersuchung, die häufig dann zur Anwendung kommt, wenn Patienten beispielsweise unter Herzrasen leiden. „Unerklärliches, plötzlich auftretendes Herzrasen ist für Betroffene eine schlimme Erfahrung.

In der Region rings um Neuendettelsau und Schwabach sind wir momentan die einzigen Kliniken, die mit einer elektophysiologischen Untersuchung unterstützen können.


Mittels einer 3D-Navigation kann die Elektrik des Herzens dargestellt werden. „Diese landkartenähnlichen Aufzeichnungen der elektrischen Abläufe zeigen uns dann, wo im Herzen „Kurzschlüsse“ entstehen, die das Herzrasen auslösen“, erklärt der Chefarzt. Die betroffenen Stellen werden dann mittels Hitze oder Kälte verödet und dem Herzrasen so dauerhaft Einhalt geboten. 


Herzkatheterlabor ist rund um die Uhr besetzt


„Uns ist besonders wichtig, dass Menschen, die unter Herzproblemen leiden, sich durch die Corona-Pandemie nicht abgeschreckt fühlen und bei Beschwerden zu den Untersuchungen ins Krankenhaus kommen. Schon in der ersten Welle der Pandemie wurde deutlich, dass sich die Menschen wesentlich seltener untersuchen ließen – mit der Folge von vielen schweren Herzinfarkten, die vermeidbar gewesen wären.“ Deshalb richtet Dr. Pirot seinen Appell an alle Betroffenen: „Bitte zögern Sie nicht um Hilfe zu bitten, wenn Sie Beschwerden auf der Brust oder den Verdacht auf einen Herzinfarkt haben, auch bei Luftnot, Herzrasen oder ähnlichen Beschwerden. Unser Herzkatheterlabor ist 24 Stunden am Tag an 356 Tagen im Jahr besetzt. Wir sind für Sie da.“


Kontakt Kardiologie

Mehr Informationen über das kardiologische Untersuchungsspektrum der Kliniken in Neuendettelsau und Schwabach sowie die Möglichkeit zur Terminvereinbarung finden Sie hier:

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