„Ich will Arzt werden, um zu helfen. Jetzt nein zu sagen, wäre nicht richtig gewesen.“


Unsere Helden

Zuhause bleiben, Home-Office, die Kinder im Haus beschäftigen, Einkaufen für die Großeltern und leere Straßen: Diese Dinge bestimmen derzeit unseren Alltag.
Doch es gibt sehr viele Menschen, die nicht zu Hause bleiben und im Home-Office arbeiten können. Die jeden Tag zur Arbeit gehen und sich um kranke oder alte Menschen kümmern. Die den Alltag mit Menschen mit Behinderung gestalten oder Kinder von Eltern betreuen, die ebenfalls in den systemrelevanten Berufen arbeiten.
Menschen, die schon im "normalen" Berufsalltag jeden Tag Höchstleistungen vollbringen. Und die derzeit noch eine Schippe obendrauf legen.
Einige dieser Menschen stellen wir in der Reihe "Unsere Helden" vor:


Anojan Selvalingam, Medizinstudent in der Klinik Hallerwiese-Cnopfschen Kinderklinik

Intensivstation statt Hörsaal: Anojan Selvalingam studiert eigentlich in Hamburg Medizin. Doch statt wie im vergangenem Semester mit seinen Kommilitonen die Lehrveranstaltungen im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) zu besuchen, arbeitet er nun in der Klinik Hallerwiese-Cnopfschen Kinderklinik.

Anojan Selvalingam ist einer von vielen Medizinstudenten, die sich als Helfer gemeldet haben, um Pfleger und Ärzte in den Kliniken zu unterstützen. „Ich will Arzt werden, um Menschen zu helfen. Jetzt nein zu sagen, wäre nicht richtig gewesen“, davon ist der 23-Jährige überzeugt.

Derzeit absolviert er eine Famulatur in der Anästhesie, wo er weitere Erfahrungen im OP-Alltag und auf der Intensivstation sammeln kann. Die Famulatur ist ein vorgeschriebenes Praktikum für Medizinstudenten, erklärt Anojan Selvalingam. Nach Ablauf des Praktikums wird er der Klinik weiterhin als angestellte studentische Hilfskraft zur Verfügung stehen.

„Däumchen zu drehen, wäre nicht sinnvoll gewesen“

Für den jungen Mann war es die richtige Entscheidung, jetzt mitzuhelfen: „In meinem Wohnheim in Hamburg die Däumchen zu drehen, wäre nicht sinnvoll gewesen.“ Bedenken hatte er aber schon. In Nürnberg wohnt er wieder zu Hause bei seinen Eltern. „Um mich mache ich mir weniger Sorgen, aber meine Eltern sind schon etwas älter. Darüber habe ich natürlich schon nachgedacht.“

Doch Anojan Selvalingam fühlt sich an der Klinik Hallerwiese-Cnopfschen Kinderklinik sicher: „Mit Corona-Patienten gehen wir ganz bewusst um und haben jegliche erforderliche Schutzausrüstung zur Verfügung. Da war es vor Wochen wahrscheinlich noch gefährlicher, Freunden unbedacht die Hand zu schütteln.“

Dass die Lage ernst ist, merkt der Medizinstudent trotzdem in seinem neuen Alltag. „Mit FFP2-Masken und Mund-Nasen-Schutz gehen die Ärzte und Pflegekräfte sehr sorgfältig und sparsam um“, erzählt der angehende Mediziner: „Alles ist sehr gut für den Ernstfall vorbereitet.“

Die Hilfsbereitschaft unter den Studenten ist groß

Doch noch ist die Lage an der Klinik Hallerwiese-Cnopfschen Kinderklinik gut überschaubar. So hat Anojan Selvalingam Zeit, um Erfahrungen in der Praxis zu sammeln: „Ich helfe zum Beispiel bei der Lagerung von Patienten mit, unterstütze Narkose-Einleitungen und Ausleitungen und schaue bei Eingriffen oder Intubationen zu – das heißt: beim Einführen eines Schlauches in die Luftröhre, über den der Patient künstlich beatmet wird.“

An der Klinik Hallerwiese-Cnopfschen Kinderklinik schätzt der Medizinstudent, dass er hier auch den Umgang mit Kindern lernen kann und vor allem die familiäre Atmosphäre im Anästhesie-Team.

Gemeinsam mit ihm haben sich noch weitere ehemalige Famulanten als Helfer für die Intensivstation gemeldet. „Auch die Stimmung unter meinen Kommilitonen ist sehr positiv. Viele wollen helfen und haben sich auf den angebotenen Plattformen registriert.“

Anojan Selvalingam kann sich gut vorstellen, später einmal in der Intensiv- oder Notfallmedizin zu arbeiten: „Es ist eine besondere Aufgabe, Menschen in der akuten Notsituation und Schwerstkranken zu helfen.“ Der Medizinstudent ist sich deswegen sicher, dass er an der Klinik Hallerwiese-Cnopfschen Kinderklinik wichtige Erfahrungen auf seinem Berufsweg mitnehmen wird.

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