Viel Spaß beim Sportfest für Menschen mit Behinderung

Seit zehn Jahren unterstützten Polizisten der Bundespolizei in Bayreuth Menschen mit Einschränkungen dabei, ihr Sportabzeichen zu machen. Mittlerweile sind bereits über 100 junge und erwachsene Menschen dabei, wenn die Polizisten das Sportfest auf dem Gelände ausrichten. Auch 20 Menschen mit Behinderung der Himmelkroner Heime gingen in diesem Jahr in verschiedenen Disziplinen an den Start.
Amanda Marien war bei dem Sportfest dabei und hat mit Teilnehmern und Organisatoren gesprochen.

Früh am Morgen ging es los: Die Sportlerinnen und Sportler der Offenen Hilfen Himmelkron staunten nicht schlecht, als sie mit echten Einsatzfahrzeugen der Bundespolizei Bayreuth abgeholt wurden. Über die Autobahn ging es nach Bayreuth auf den großen Sportplatz der Kaserne. Dort waren bereits verschiedene Stationen aufgebaut, an denen die Sportler ihr Können testen konnten.

Voller Einsatz bis zum letzten Meter: Nicole Zier erhält Unterstützung von einem Polizisten.

Sandra Müller arbeitet als Wohnbereichsleiterin im Bereich Wohnen von Diakoneo in Himmelkron und begleitete die Sportler als Sportkoordinatorin. Ihr Mann Thomas Müller ist Polizeihauptmeister bei der Bundespolizei. Er trainiert die Sportler der Himmelkroner Einrichtung ehrenamtlich. Er und sein Kollege, Stefan L., der aus beruflichen Gründen anonym bleiben möchte, erzählten wie es dazu kam, dass die Bundespolizei ein Sportfest für Menschen mit Behinderung ausrichtet.

Sandra Müller zusammen mit Sportler Uwe Schwarz.

„Vor zehn Jahren startete die Aktion mit den Kindern und Jugendlichen des Heilpädagogischen Zentrum Bayreuth“, sagte Stefan L. Damals noch auf deren Sportplatz und in kleinem Rahmen. Seit 2015 findet es bei der Bundespolizei statt, da irgendwann der Platz nicht mehr reichte. „Als ich davon hörte, habe ich gleich meine Frau gefragt, ob das nicht auch etwas für die Sportler aus Himmelkron wäre“, erzählt der Polizeihauptmeister. Seitdem nehmen sowohl das Heilpädagogische Zentrum Bayreuth als auch die Offenen Hilfen gemeinsam teil.

Marco Hofmann beim Weitwurf mit dem Medizinball.

Damit die Teilnehmer das Deutsche Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung bekommen, werden ihre Kraft, Ausdauer, Koordination und Kondition geprüft. An sechs Stationen, zu denen zum Beispiel ein 100-Meter-Lauf, ein Hindernisparcours, Weitwurf mit Medizinbällen oder ein Ausdauerlauf gehören, behaupteten sich die Teilnehmer auf Zeit. Alle gaben ihr Bestes und ignorierten sogar aufgeschürfte Knie.
Mit dabei waren auch Josef Papp, Adrian Schirch und Nicole Zier. Alle drei hatten schon ein paar Mal mitgemacht. „Ich hab schon ein goldenes Sportabzeichen“, erzählte der 25-jährige Josef stolz. Er freute sich jedes Jahr auf das Sportfest. „Hier ist ein toller Flair und es ist super cool“, sagte er. Adrian ist ein großer Fan von Fußball und Basketball. Der 24-Jährige hat wie Nicole Zier bereits eine Silbermedaille erhalten. „Das Sportfest ist anders als ein normales“, freut sich Adrian Schirch. „Die Polizisten nehmen sich viel Zeit und beim ersten Mal war ich sehr aufgeregt“.

Cindy Allrich beim Hindernislauf.

Neben den verschiedenen Disziplinen konnten die Sportler aber auch viel lernen. Sie durften einen Einsatzwagen von innen betrachten, ein Polizist erklärte ihnen die Funktion der verschiedenen Schutzwesten und Helme.

Von links: Felix Karl, Benjamin Saleny, Ashley Burzick erhalten interessante Einblicke von Jürgen Götz von der Bundespolizei.

Benjamin Saleny (links) und Felix Karl dürfen einen Blick in einen Wagen der Bundespolizei werfen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Kaserne hatten die Polizisten dann eine weitere Überraschung für die Sportler: Sie erlaubten den Sportlern einen Blick hinter die Kulissen der Dokumentationseinheit. Dort erlebten sie, wie Fahndungsbilder entstehen und durften den Polizisten beim Schießtraining und der Überwindung eines Hindernisparcours zusehen.

Von links: Beim Gruppenbild mit den Bundespolizisten Stefan Müller (links) und Holger Lipfert: Nicole Zier, Simone Nürnberger, Josef Papp, Adrian Schirch und Trainerin Sandra Müller.

Von dem Sportevent profitieren beide Seiten: „Der Tag ist auch für uns eine große Bereicherung. Wir können unsere soziale Kompetenz im Umgang mit Menschen mit Behinderung ausarbeiten und die Sportler erleben Polizeiarbeit als etwas Positives“, sagt Stefan L. Er erzählt, dass manche Sportler am Anfang sogar etwas Angst vor der Polizei hatten. „Eine Frau weigerte sich zunächst in den Einsatzwagen zu steigen. Manchmal entstehen über die Aktion sogar Freundschaften und wir erhalten zweimal im Jahr einen Brief, wo uns jemand erzählt, wie es ihm geht. Das ist schön“, sagt er.
Zur Siegerehrung wollen die Polizisten dann voraussichtlich im Herbst nach Himmelkron kommen.


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