Das Buch „Einmal den Mond berühren“ enthält Geschichten besonders für Senioren und Kinder


Die Schönheit der Welt und das Besondere im Augenblick erleben: Die Kurzgeschichten von Christiane Schuhs erstem Buch „Einmal den Mond berühren“ nehmen junge und alte Menschen mit auf eine farbenfrohe Reise.
Amanda Marien hat das Buch gelesen und sich mit der Autorin Christiane Schuh unterhalten.
Christiane Schuh arbeitet als gerontopsychiatrische Fachkraft mit älteren Menschen, die zum Teil an Demenzerkrankungen leiden. Für diese Menschen hat sie Geschichten aus deren Lebenswirklichkeit zum Lesen und Vorlesen zusammengestellt. Die Geschichten können auch mit Kindern gelesen werden, die mehr über die Welt von Oma und Opa erfahren wollen.


Christiane Schuh hält ihr erstes Buch „Einmal den Mond berühren“ in den Händen. © Amanda Marien

Mit „Es war einmal…“ beginnen die Erzählungen, die Christiane Schuh in ihrem ersten Buch „Einmal den Mond berühren“ veröffentlicht hat. 

Da gibt es die Geschichte vom kleinen Mädchen, das bei einer fremden Familie aufwächst, viel arbeitet und eines Tages auf einer Weide anfängt, vom Fliegen zu träumen. Oder die Geschichte von der älteren Dame, deren Kinder ausgezogen sind und deren Mann bereits verstorben ist. Ganz allein wohnt sie in ihrem Haus in einem fränkischen Dorf – ihr bester Freund ist ihr Kater Mikesch, der sie ganz ohne Worte versteht.
Oder die Geschichte vom kleinen Samuel, der an der Hand seiner Mutter den Kirchentag am Hesselberg besucht und - begeistert von all den glänzenden Instrumenten - das Lied „Großer Gott wir loben dich..“ erkennt und zur Freude seiner Mutter mitsingt.

Jede der 46 Geschichten steht für sich und greift dabei Themen auf, mit denen sich vor allem ältere Menschen identifizieren können. „Durch die einfache, bildhafte Sprache sind die Geschichten auch für Menschen gut geeignet, die Gedächtnisveränderungen haben und nicht mehr so lange aufmerksam sein können“, sagt Christiane Schuh. Die Diakonische Schwester arbeitet als gerontopsychiatrische Fachkraft im Therese-Stählin-Heim und als Ansprechpartnerin in der Fachstelle für pflegende Angehörige. Dass sie einmal ihr eigenes Buch in den Händen hält, hätte sie selbst nicht gedacht.

Sie erzählt, wie es dazu gekommen ist: „Ich war schon eine lange Zeit auf der Suche nach einem Buch, in dem viele kleine Geschichten in einfacher und bildhafter Sprache sind, die ich für meine Arbeit verwenden kann.“ Doch weder im Buchhandel noch bei Kollegen hat sie gefunden, wonach sie gesucht hatte. „Irgendwann fing ich dann damit an, die Geschichten selbst zu schreiben und immer wieder in Gruppenstunden mit Senioren einfließen zu lassen.
Die Rückmeldung war so positiv und auch meine Kolleginnen und Kollegen waren begeistert. Deswegen beschloss ich, die Geschichten zu einem Buch zusammenzufassen. Ich wollte, dass sich auch andere Mitfreuen und mit dem Buch arbeiten oder es einfach nur lesen können“, erzählt sie.

Die Ideen zu den einzelnen Geschichten, stammen aus den vielen Gesprächen und aus der Arbeit mit Senioren in unterschiedlichen Gruppen.

„Vieles im Leben verstehen wir erst im Nachhinein. Das wird auch in meinen Geschichten deutlich, die den Zuhörer liebevoll an die Hand nehmen und in die Welt begleiten, die man in sich trägt“, sagt Schuh. „Die Geschichten können selbst gelesen, vorgelesen oder miteinander gelesen werden und Menschen dazu anregen, über ihr Leben nachzudenken“, sagt sie.

Fotografien und Fragen zum Aufbereiten der Themen

Zu jeder Geschichte gibt es ein großes Foto, das den Inhalt der Geschichte farbenfroh darstellt, sowie einige Fragen, um das Thema mit den Zuhörern aufzuarbeiten. Dabei ist es möglich, zuerst das Bild anzusehen und dann die Geschichten zu lesen, oder sogar zuerst die Fragen zu stellen. „Die Reihenfolge bestimmt jeder selbst. Mir war es wichtig, keine Handlungsschritte vorzugeben, sondern alles so offen wie möglich zu gestalten“, betont Schuh.

So sind die Geschichten nicht nur in der Arbeit mit Senioren oder als „Erinnerungen schauen“ für Angehörige hilfreich, sondern können auch gemeinsam mit Kindern gelesen werden, um zum Beispiel für den Umgang mit älteren Menschen zu sensibilisieren.

Zum Thema Haustiere oder Tiere hat jeder Mensch Erinnerungen. Wie Christiane Schuh erzählt, erzählen Senioren oft von ihren tierischen besten Freunden. © Amanda Marien

Die Geschichte „Einmal fliegen…“ über das kleine Mädchen regt zum Träumen an. „Früher kam es oft vor, dass Familien ein fremdes Kind aufnehmen mussten. Das war damals ganz anders als heute und viele Senioren wissen das noch und erinnern sich daran“, erzählt Schuh. Das Mädchen in der Geschichte ist fleißig, hilft im Haushalt mit und backt Brot, von dem die Wangen rot werden, wie die alte Großmutter im Haus immer sagt. Wenn Zeit war, ging das kleine Mädchen hinaus zur Weide, um Löwenzahn für die Hasen zu pflücken. Auf der Weide gab sie sich ganz ihren Träumen hin und stellte sich vor zu Fliegen – so lang, bis jemand nach ihr rief und sie wieder in die Realität zurückholte.

Eine andere Geschichte spiegelt die Emotionen der Mutter wieder, als sie ihren Sohn zum ersten Mal in dem Arm hält. „Das eigene Kind im Arm zu halten ist etwas ganz Besonderes. Ich erlebe ganz oft, wie ältere Frauen aufblühen, wenn sie von ihren Söhnen erzählen. Oder wie pflegende Schwiegertöchter nicht mehr weiter wissen, wenn die Mutter nur mit ihrem Sohn spricht “, sagt sie.

Jeder Text steht für eine bestimmte Lebenssituation und lädt dazu ein, über das eigene Leben nachzudenken. „Manche Geschichten bieten Lösungen, andere sind für Menschen, die gern singen und wieder andere für Menschen, die im Glauben stehen oder neugierig darauf sind“, sagt Schuh. 


Wo ist das Buch erhältlich?

Das Buch "Einmal den Mond berühren" gibt es hier zu kaufen:

  • Buchhandlung am Münster, Heilsbronn
  • Freimund-Buchhandlung Neuendettelsau
  • Verlag "Leben gestalten", Kontakt: 09874/ 8 25 90
  • ISBN-Nummer: 97 83 94 75 52 07 8

 

 




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