Andrea Grawunder erzählt von ihrem Arbeitsalltag als MTRA in der Klinik Hallerwiese/Cnopfschen Kinderklinik


Medizinisch-technische Radiologieassistenten (MTRA) arbeiten an der Schnittstelle zwischen Patient und Technik. Ohne bildgebende Verfahren ist keine fundierte Diagnostik möglich. Andrea Grawunder, MTRA an der Klinik Hallerwiese/Cnopfschen Kinderklinik in Nürnberg, erzählt von ihrem Beruf mit Durchblick. Sie berichtet von ihrem Arbeitsalltag und informiert über die Ausbildung zur Radiologieassistentin/ zum Radiologieassistenten.

Mit routinierten Handgriffen bettet MTRA Andrea Grawunder die Patientin auf die Liege und richtet die Röntgenröhre präzise über deren Oberkörper aus. Nur wenige Sekunden später wird ein gestochen scharfes Bild der Wirbelsäule auf dem Computerbildschirm sichtbar. Die vier Buchstaben MTRA stehen für Medizinisch-technische Radiologieassistentin oder -assistent und als solche arbeitet Andrea Grawunder in der Klinik Hallerwiese/Cnopfschen Kinderklinik in Nürnberg.

Radiologieassistentin bei der Arbeit
Mensch und Technik vereint das Berufsbild des medizinisch-technischen Radiologieassistenten. Genau das macht den Reiz für Andrea Grawunder aus, die in der Röntgenabteilung der Klinik Hallerwiese/Cnopfschen Kinderklinik arbeitet. © Freitag

Tägliche Aufgaben in der Radiologie

In ihrem Beruf bekleidet Andrea Grawunder eine der wichtigsten Schnittstellen im Arbeitsablauf einer Klinik: Ohne die radiologischen bildgebenden Verfahren ist eine differenzierte Diagnose nur schwer möglich. Mit diesen Verfahren lassen sich Knochen, Gliedmaßen und Organe des Menschen bildlich darstellen und auf ihre anatomische Lage und ihre Funktion untersuchen.
Die Radiologieassistenten sind bei all diesen Untersuchungen für die gute Qualität der dabei entstehenden Bilder verantwortlich. Spitz formuliert: Ohne die MTRAs läuft in einer Klinik also nichts.
Auch für Andrea Grawunder gehört zu den täglichen Aufgaben das Anfertigen von Röntgenbildern. Neben den statischen Röntgenaufnahmen verantwortet Grawunder auch die Durchführung sogenannter Durchleuchtungsuntersuchungen. Dabei entsteht eine dynamische Bildsequenz, ähnlich einem Videoclip, in der zum Beispiel bei einem Kind Engstellen in der Speiseröhre mithilfe von Kontrastmittel sichtbar gemacht werden. Außerdem leistet sie den CT-Hintergrunddienst nachts und an den Wochenenden, wenn die mit der Klinik Hallerwiese/Cnopfschen Kinderklinik kooperierende Radiologie-Praxis geschlossen ist. Für Abwechslung im Arbeitsalltag ist also reichlich gesorgt.

Was sind die Anforderungen an eine Radiologieassistentin?

Gemeinsam mit ihren Kolleginnen in der Röntgenabteilung versorgt Grawunder alle Patienten der Nürnberger Klinik: vom Säugling bis zum Erwachsenen jeden Alters. Diejenigen, die bereits stationär aufgenommen sind, aber auch die Menschen, die über die Notaufnahme eingeliefert werden. „Wir wissen nie, was kommt. Das macht unsere Arbeit so spannend. Und dadurch haben wir keine Routine, wie sie vielleicht in mancher Arztpraxis herrscht“, erklärt die 28-Jährige.

Jeden Tag mit Menschen unterschiedlichster Art – Alter, Herkunft, Krankheitsbild – zu arbeiten, macht den Reiz dieses Berufs für die MTRA aus Nürnberg aus. „Manchmal brauchen wir eine große Portion Fingerspitzengefühl, um nervöse oder ängstliche Patienten zu beruhigen“, schildert Grawunder. Daher ist Empathie unabdingbar für diesen Beruf.

Wie sieht die Ausbildung zur MTRA aus?

Während der dreijährigen Ausbildung eignen sich Radiologieassistenten aber auch ein umfangreiches Fachwissen in der Anatomie des Menschen an. Gleichzeitig bringt der Beruf eine starke technische Komponente mit. MTRAs arbeiten mit technisch hochkomplexen Geräten, für deren Bedienung physikalisch-technische Grundlagen gefragt sind. „Es geht nicht nur darum, das Röntgengerät zu bedienen. Taucht beispielsweise eine Fehlermeldung an unseren Geräten auf, müssen wir diese auch selbst beheben können, ohne dass wir gleich einen Servicetechniker hinzuziehen“, beschreibt Andrea Grawunder.

Familiäre Atmosphäre in der Röntgenabteilung

Dass der Beruf auch eine große Portion Verantwortung mit sich bringt, macht die 28-Jährige stolz. „Da die Radiologen nicht permanent anwesend sind, arbeiten wir MTRAs sehr eigenständig“, sagt sie. Beispielsweise liegt es in ihrer eigenen Entscheidung, ob die Qualität des angefertigten Röntgenbildes passt. Denn nur mit einem qualitativ einwandfreien Bild kann der Radiologe anschließend den richtigen Befund stellen.

Medizinisch-technische Radiologieassistentin
Als MTRA trägt Andrea Grawunder auch eine große Verantwortung: Sie ist beurteilt, ob die Qualität des Röntgenbildes für das spätere Befunden durch den Radiologen ausreichend ist. © Freitag


Dass der Schichtdienst für die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern manchmal eine Herausforderung ist, will Andrea Grawunder nicht verhehlen. Aber über die Frage, ob sie wieder als MTRA an der Klinik Hallerwiese/Cnopfschen Kinderklinik zu arbeiten anfangen würde, muss sie nicht lange nachdenken: „Ja, ja, ja“, lacht sie. Ausschlaggebend ist für sie die gute, familiäre Atmosphäre, die sie in ihrer Röntgenabteilung, aber auch in der ganzen Klinik vorfindet.

„Wir kennen uns alle untereinander. Ich weiß, wie jeder heißt, und es ist nicht so anonym wie in einer Großklinik“, erläutert Grawunder. „Außerdem ist die Bezahlung gut.“ Diese wird – da der Träger der Klinik Hallerwiese/Cnopfschen Kinderklinik Diakoneo ist – über den kirchlichen Tarifvertrag AVR geregelt.


Radiologie-Team sucht Verstärkung

Als zentrale Schnittstelle im Klinikbetrieb können sich Andrea Grawunder und ihre Kolleginnen über mangelnde Arbeit nicht beklagen. Daher wären auch neue Mitglieder im Kollegenkreis der Radiologieassistenten wünschenswert: „Wer das gute Hand-in-Hand-Arbeiten in einem familiären Team schätzt, der ist bei uns genau richtig“, sagt Andrea Grawunder.


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