Tipps von Expertinnen: Wie kann ich den Umgang mit der chronischen Krankheit Diabetes gut in meinem Alltag integrieren?


Was tun bei Diabetes? Für immer mehr Menschen stellt sich diese Frage. Etwa sieben Millionen Menschen in Deutschland müssen sich mit der chronischen Stoffwechselerkrankung auseinandersetzen. 
Helmut Schemm hat mit zwei Diabetes-Expertinnen Ratschläge zu fünf wichtigen Alltagsthemen für Diabetiker zusammengestellt:

  • Elisabeth Guder ist Diabetesberaterin an der Klinik Neuendettelsau
  • Ute Wöhl ist ebenfalls Diabetesberaterin im Diabetesteam der Klinik


1. Raus aus dem Alltagstrott: Bewegung und Ernährung

Alltagstipps für Diabetiker: Bewegung
Raus aus dem Alltagstrott und rein in die Laufschuhe: Die Reduzierung von Übergewicht durch viel Bewegung ist ein wichtiger Beitrag zum guten Umgang mit Diabetes.

„Viele Menschen denken als erstes an Blutzuckermessung und Insulinspritzen“, erklärt Elisabeth Guder. „Und das sind natürlich auch die wichtige Grundlagen, denn nur wer regelmäßig seine Blutzuckerwerte ermittelt, kann ernsthaften Folgeerkrankungen vorbeugen. Und das Spritzen von Insulin ist neben speziellen Medikamenten eine bewährte Maßnahme, um den Blutzucker zu senken.“

Doch darüber hinaus gilt es für viele Betroffene, den Alltag – gerade mit Blick auf die Themen Ernährung und Bewegung –umzukrempeln. So kann die Reduzierung von Übergewicht dazu beitragen, dass weniger Medikamente eingenommen werden müssen.

Doch alte Gewohnheiten lassen sich oft nur schwer ändern. Realistische Vorstellungen zu haben, ist eine wichtige Voraussetzung, wie Elisabeth Guder weiß: „Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Niemand sollte von heute auf morgen große Wunder erwarten. Sinnvoller ist es, Veränderungen nach und nach in den Alltag zu integrieren, also lieber sich regelmäßig in überschaubarem Maß zu bewegen statt gleich den Marathon anzustreben. Dann fällt es auch leichter, durchzuhalten. Zudem ist es absolut legitim, sich für Erfolge zu belohnen, aber eben nicht mit Essen, sondern besser mit einem Kinobesuch, einem tollen Kleidungsstück oder anderen schönen Dingen.“


2. Lernen fürs Leben: Teilnahme an Diabetesschulungen

Diabetesschulung Raum Ansbach
Im Austausch mit anderen Erkrankten können Betroffene wertvolle Tipps bekommen. Eine Möglichkeit zum Austausch bieten Diabetesschulungen, wie sie die Klinik Neuendettelsau anbietet.


Um dauerhaft am Ball zu bleiben, kann der Austausch mit Gleichgesinnten hilfreich sein. Eine gute Gelegenheit dazu bieten Diabetesschulungen. Ein Schwerpunkt liegt dort auf der Wissensvermittlung zu allen essentiellen Themen, zum Beispiel dem richtigen Umgang mit Medikamenten. Zudem gibt es ausreichend Zeit, damit die Teilnehmer miteinander ins Gespräch kommen. Das Angebot richtet sich sowohl an Betroffene als auch deren Angehörige. Es sind nicht nur Diabetes-Neulinge willkommen, sondern auch Betroffene, die sich auf den aktuellen Stand bringen möchten. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.
Mehr Infos zur Diabetesschulung finden Sie in diesem Artikel.


3. Zeigt her eure Füße: Fußpflege bei Diabetikern

Fusspflege bei Diabetes
Die richtige Pflege der Füße ist bei Diabetikern besonders wichtig. © Salomon


Ist der Blutzucker nicht richtig eingestellt, droht eine dauerhafte Schädigung von Blutgefäßen und Nerven. Besonders betroffen sind die Beine und Füße von Diabetikern. „Wichtig ist es, mit den richtigen Maßnahmen eine leicht zu verletzende Haut und schlechte Wundheilung zu verhindern.“, erläutert Internistin Ute Wöhl. „Dazu zählen die regelmäßige Kontrolle der Füße, aber auch die passende tägliche Pflege. Die Füße sollten mit einer milden Seife und nicht zu heißem Wasser (am besten 37° C) gewaschen und anschließend vorsichtig abgetrocknet werden. Auch der Einsatz einer fetthaltigen Creme schützt vor spröden Füßen.“
Mehr Informationen zur richtigen Fußpflege bei Diabetikern finden Sie in diesem Artikel.


4. Sicher unterwegs: Autofahren und Diabetes


Oft ist den Betroffenen gar nicht bewusst, welchen Einfluss der Diabetes auf ganz alltägliche Dinge haben kann – wie zum Beispiel dem Autofahren. Hier die gute Nachricht vorweg: bei einer modernen medikamentösen Behandlung gibt es nichts Spezielles zu beachten, da in diesem Fall keine Unterzuckerung droht.
Anders sieht es aber bei der Insulintherapie aus. Grundvoraussetzung ist eine dokumentierte stabile Stoffwechsellage sowie die Blutzucker-Kontrolle vor dem Fahrtantritt. Darüber hinaus sollte der Diabetiker für den Notfall einer Unterzuckerung Traubenzucker und langwirksame Kohlenhydrate mit sich führen.


5. Der richtige Umgang mit Insulin


Wer Insulin spritzt, sollte ebenfalls einige Tipps beherzigen. „Die richtige Temperatur und Lagerung spielt eine große Rolle“, weiß Ute Wöhl. „Insulin sollte keiner großen Hitze oder längeren Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden. Doch auch bei Minustemperaturen verliert der Stoff seine Wirksamkeit. Am besten verwahrt der Diabetiker das aktuell genutzte Insulin bei Zimmertemperatur und legt die weiteren Vorräte in den Kühlschrank – idealerweise bei 2° C bis 8 °C.“ Die optimale Handhabung fasst die Internistin in einem kurzen Satz zusammen: „Insulin verträgt eigentlich die gleichen Temperaturen, die auch der Nutzer verträgt.“


Ihr Kontakt zum Diabetesteam der Clinic Neuendettelsau




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